Rebecca St. James - Live Worship - Blessed Be Your Name

Rebecca St. James - Live Worship - Blessed Be Your Name (2004)

Rebecca St. James - Live Worship - Blessed Be Your Name (2004)

Erst nach mehrmaligem Anhören bleibt Rebecca St. James’ 2002er Anbetungs-CD “Worship God” so richtig im Ohr hängen. Beziehungsweise, man merkt, daß sie doch besser ist als manche mein(t)en. Damals hatte sich Fräulein James mit dieser Anbetungsscheibe einen Wunsch erfüllt - vielen ihrer Fans auch. Die letztere Gruppe hatte aber noch einen: eine live-Aufnahme hätten sie gerne von der US-Australierin gehabt. Wunsch erfüllt: “Live Worship - Blessed Be Your Name” wurde bei einem US-Konzert 2003 in Temple/ Texas mitgeschnitten.

Und ab hier beginnt der Ärger: Warum hat man “nur” sieben Songs aufgezeichnet und nicht gleich das ganze Konzert auf CD gepreßt? Warum an ein halbes live-Album hinten einen neuen Studiotrack sowie einen vier Jahre alten (versteckten) Bonustrack ranhängen? Schon das stößt bitter auf. Hört man die CD an, bemerkt man schnell die nur mittelmäßge “gedämpfte” Klangqualität, auch wenn vieles wirklich “live” rüberkommt (Ansagen, Gebte…). Es klingt jedoch oft fein säuberlich nachproduziert und nicht so rauh und kantig, wie man es sich erhofft hätte. Zudem, vier Stücke sind vom Vorgängeralbum, hinzu kommen zwei weitere Cover, “Blessed Be Your Name” von Matt Redman und “Here I Am To Worship” von Tim Hughes. Als würde man diese nicht schon zur Genüge kennen. Bekannt sind schließlich auch die Studioaufnahmen - “The Power Of Your Love” von Geoff Bullock sowie “Shout To The Lord” von Darlene Zschech (erschien ursprünglich auf “eterne - Never Be The Same”, Forefront 2000). Der einzige neue Titel heißt “I Adore You”, und den hat die Sängerin dann auch ganz allein geschrieben! - Warum nicht gleich alle Songs? ;-)

Das Album klingt einfach viel zu durchschnittlich, nach anonymer Massenware. Würde nicht “Rebecca St. James” draufstehen, niemand würde sich dafür interessieren. Irgendwie hat man wieder mal den Eindruck, der Ausverkauf hätte begonnen…! Dabei tut man doch dem ernstgemeinten Anliegen unrecht: der Anbetung von Jesus Christus. Rebeccas Herz schlägt dafür und das ist seit langem bekannt. Nur die CD-mäßige Umsetzung dieses Herzensanliegens ging ziemlich daneben.

Was die Inhalte anbelangt, so orientieren sie sich an der fetzigen gute-Laune-Stimmung der Musik: freudiges Gotteslob wechselt ab mit hingebungsvoller Anbetung. Gott soll im Mittelpunkt stehen, das ist Grundtenor der eigenen wie der gecoverten Lieder. Nur bei ihrem neuen Titel “I Adore You” habe ich etwas theologische Kritik anzubringen: Die Anbetung des Heiligen Geistes so wie in der zweiten Strophe kann nicht biblisch begründet werden. Es ist traurig, daß gerade Rebecca in solch textliches Ungemach abgleitet.

Insgesamt muß ich sagen, diese CD ist dieser Frau unwürdig. Punkt. Auch wenn es viele Gemeindeleute und Jugendkreis’ler geben wird, denen die Platte gefällt, ein bitterer Beigeschmack bleibt. RSJ-Produkte sammelnde Fans erhalten eine “nette” Ergänzung ihrer Kollektion, alle anderen sollten auf eine - hoffentlich bessere - neue Studioproduktion warten. Die Wartezeit sollte uns aber nicht daran hintern, weiter dem Herrn die Ehre zu geben - auch und gerade im Lied!

—David Decker für CCM-Rezis, November 2004

Daten: 8 (9) Titel / 42 Min.
Musikstil: Modern-Rock, Pop, Praise & Worship, live
Label(s): 2004 Forefront Records, USA / Gerth Medien, Asslar
Im Web: offizielle Site / bei MySpace / bei facebook / bei Wikipedia (dt.)

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

Kommentar hinterlassen

Du kannst folgende XHTML Befehle einsetzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>