Heiß oder kalt

Entweder oder. Dazwischen gibt es nichts. – Jesus hat auch so gepredigt: Entweder nachfolgen oder ganz bleiben lassen. Es geht um den Unterschied. Es geht um Auswirkungen des Christseins. Die Kosten sollten wir vorher überschlagen.
Im Sendschreiben an die Gemeinde Laodizea (Offenbarung 3,14-22) finden wir dazu auch einige Anhaltspunkte: Neben ihrem vermeintlichen Reichtum wird ihre Lauheit angeprangert. Jenes komische Zwischending. Lau eben – nicht richtig definierbar. Wie lauwarmes Spülwasser oder ein schales Bier: wirkungslos und zu nichts zu gebrauchen. Die Alternativen “heiß” oder “kalt” werden als erstrebenswert vorgestellt. Bezogen auf unser Christsein müssen wir uns fragen, was dahinter steckt? – Ein heißes bzw. warmes Christsein könnte man sich als heilend, barmherzig und liebevoll vorstellen. Es ist die Atmosphäre der Liebe, die das Herz erwärmt, genährt von Gottes bedingungsloser Liebe. Unter einem “kalten” Christsein ließe sich ein erfrischendes Christsein verstehen. Man lebt den Glauben unkonventionell, scheut sich nicht, auch mal anzuecken, bleibt bei der Wahrheit. Ein origineller frischer Lebensstil, geprägt von Jesus – der mit seinen klaren Konturen anziehend wirkt.
Das ist es überhaupt: eine Wirkung entsteht. Hitze oder Kälte spürt man sofort. Christsein wird praktisch und greifbar und vor allem nachvollziehbar.
Die Menschen von heute haben nichts mehr satt als Lauheit, stromlinienförmige Unkonkretheit und un-authentisches Mitläufertum erstarrt in Traditionen. Das kann man übrigens auf alle Lebensbereiche unserer Gesellschaft übertragen. Lauheit kotzt an – zu Recht! Auch in Bezug auf Religion und Glauben ist mehr denn je Ehrlichkeit, Echt-Sein und Profil gefragt, und keine Lauheit.
Ein heilendes oder erfrischendes Christsein entspricht nicht nur Gottes Willen, sondern wird gleichsam auch unsere Mitmenschen neugierig machen auf diesen wunderbaren, einzigartigen Gott.
In diesem Sinne: weißt du schon, ob du heiß oder kalt bist bzw. sein willst?
—Euer David :)
(Kolumne für die “pusteblume” 03/2008, das Gemeindemagazin der EFG Herold/Erzgebirge)





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