Andreas Malessa: Männer und Musik

Sendung calandoNach dem tollen Vortrag von Michael Herbst, ging der tolle Radioabend weiter! Es schloß sich die ERF-Sendereihe “calando” an, gleich mit zwei Features über und mit Andreas Malessa. Ich war natürlich sehr gespannt was da kommt…

Hinweis: Dieser Artikel ist wie die Radiosendung ein Doppel-Beitrag, ich wollte das nicht auftrennen, erstens weil ich es so gehört habe und zweitens, vielleicht gibt es sogar Zusammenhänge, wer weiß…?

Männer sind…
Zum ersten gab es eine Buchvorstellung: “Männer sind einfach …aber sie haben’s nicht leicht” — herausgegeben von Andreas Malessa und Ulrich Giesekus. Laut Aussage der beiden Autoren im Studio wäre das derzeit der absolute Bestseller in frommen Kreisen - insbesondere beim weiblichen Teil… Womit wir mitten in den Klischees und Problemen gelandet wären :-) Na gut, ich kann das mit den Bestsellern sogar verstehen, bei diesem Thema. Wie auch immer, was die beiden Männer im Studio sagten, war ganz klare Sprache: die Männer sind an der Misere, daß viele in eine Sinnkrise usw. geraten, mehr oder weniger selber schuld. Sie hätten sich im Gegensatz zu den Frauen in den letzten drei, vier Jahrzehnten viel zu wenig bewegt in der Gesellschaft. Malessa führte auf seine unnachahmliche Art dann auch die frommen Befindlichkeiten aus, denen man landläufig in den Gemeinden begegnet. Da geht es um falsche Erwartungen zwischen den Geschlechtern und unterschiedliche Entwicklungsniveaus. Konkreter wurde es, als Malessa von sich erzählte, wie er der perfekte “Tochtervater” sei - er hat zwei Töchter! - und wie er jahrelang der Vorlesepapa war. Er paßt nicht in die Männerklischees des Handwerkers und/ oder des Sportlers. Doch er ist froh, so wie er ist und kann sich selbst annehmen. Das gibt er auch allen Männern mit auf den Weg. Und: er empfiehlt Männern aktiv an der Kindererziehung teilzuhaben! Die Schlüsselfrage bei seinen vielen Auftritten landauf, landab an sein männliches Publikum laute immer: “Nennen sie bitte die drei oder vier besten Freunde ihrer Kinder mit Vor- und Nachname”. Tja, da bleibt einem schnell das Grinsen im Gesicht stecken, weil’s da leider bei vielen “aushakt”. Leider.

Die Vorstellung hat Lust auf mehr gemacht und eventuell werde ich mir das Buch selber zulegen oder gar verschenken (wie kreativ…). Es ist ja nie zu spät, neue Einsichten zu bekommen. Und die beiden Autoren haben in dem Gespräch mit der gut aufgelegten ModeratorIN Kompetenz und Einfühlungsvermögen gezeigt. Es war erfreulicherweise keine Laberei, sondern ein Interview mit Erkenntnisgewinn! Daher danke für diese gute Sendung!

 
Lobpreis wie Popcorn…
Hey, schon wieder, oder was? Da hab ich doch erst vor einigen Tagen was zum Buch gleichen Titels geschrieben und dann kommt das auch noch im Radio… Gleich im Anschluß an die “Malessa-Männerrunde” gab es noch ein Einzelinterview mit dem kreativen Journalisten und “christlichen Szenemenschen” und zwar zu seinem neuesten Buch eben “Lobpreis wie Popcorn”. Dabei war das erfreuliche, daß in der Sendung einiges tiefergehend und konkreter angesprochen wurde als im Buch selbst. Hier kamen also auch Beispiele (im Buch wegen nicht verliehener Song-Abdruckrechte nicht möglich)!

Ebenso deutlich hat Malessa klargestellt, wen er mit diesem Buch nicht beglücken wollte, nämlich die ganzen Kritiker, Anti-Charismatiker, ewigen Traditionalisten usw.. Ok, das mag ja auf den ersten Blick betrachtet so sein, andererseits war die Art und Weise, wie er das gesagt hat, nicht sehr freundlich. Und muß das überhaupt sein? Warum entschuldigen - dann brauch ich auch kein Buch rauszubringen, was überall als “Diskussionsbeitrag” beworben wird, am meisten vom Übersetzer und deutschen Herausgeber selbst. Das war mir sehr unverständlich!

Andererseits bleibt das Grundanliegen des Büchleins bestehen: eine Debatte über die Qualität von geistlichen Liedern zu führen. Über ihre Inhalte, ihre Sprache, eben einfach das “wie”. Darin kann man Malessa und den Autor des englischen Originals, Nick Page, nur bestärken. Wir müssen aufpassen, daß wir nicht Bibelverse nur zitieren, sondern wir müssen dahin kommen, daß wir eine Exegese (Auslegung) hinbekommen und davon ausgehend neue sprachliche Bilder unserer Zeit. Weiterhin muß die Bandbreite unseres Liedgutes, wieder eine echte thematische Band-BREITE werden, wo der gesamte Alltag eines Christenmenschen sowie die Aspekte der Theologie vorkommen. Wir sind in eine Einseitigkeit geraten, die Gott zum Beispiel nur noch als den “Vater” und den “König” preist, wie Malessa brandmarkte. Er ist aber doch viel mehr: Schöpfer, Befreier, Tröster, Licht, Heiler, Richter usw.

Auch für diese Sendung war ich sehr dankbar, weil es viele Gedanken des Buches nochmals auffrischte für mich und weiter ergänzte. Sowas bräuchten wir mehr - auch in anderen Medien. Denn nur so kann die von Malessa gewünschte Diskussion letztlich erst in Gang kommen. Vielleicht kann ja hier auch ein kleiner Beitrag dazu geleistet werden, ich würde sagen: Feuer frei in den Kommentaren!

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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