Ist der Bischof tot?
Hier in Südtirol ist am Abend des 16. August 2008 der Bischof gestorben. - In der Sonntagszeitung war man sich nicht ganz einig, wie man darüber berichten sollte: Einmal hieß es “der Bischof ist tot”, ein anderer Artikel war mit “heimgekommen zu Gott” betitelt.
Ist das nicht das Gleiche oder ist es gar ein Widerspruch?
Ich sage, es ist ein Widerspruch, denn wenn er tot ist, kann es kein Mann des Glaubens sein, der (aufgrund des Glaubens an ein Leben nach dem Tod) in der Ewigkeit weiterlebt. Richtig wäre es, zu sagen, dass der Bischof gestorben sei. Aber offenbar ist man sich hier in der Region gar nicht so sicher, wie man damit umgehen soll. Diese kleine Episode gibt gut ein katholisches Phänomen wider: dass man sich eben nicht sicher ist, was nach dem Tod kommt. Selbst in ‘der Kirche’ nicht. Ein Südtiroler Bekannter evangelischen Glaubens hier machte mich auf die Berichterstattung aufmerksam. Ich fand das sehr interessant. In Gesprächen mit einigen Katholiken haben wir auf diesen Umstand ganz vorsichtig und sensibel aufmerksam gemacht - und im Prinzip nur Schulterzucken geerntet.

Es machte mich sehr nachdenklich, dass die Menschen hier offenbar keine Antworten auf die Ewigkeitsfrage haben. Viele Katholiken hier leben nach dem Motto: ‘mal schauen, was nach dem Tod kommt’. Mich hat das schon etwas aufgeschreckt - ich möchte jedoch die Menschen hier keineswegs verurteilen, sondern selber der Frage nachgehen, ob ich auf das Sterben vorbereitet bin und mir darüber Gedanken gemacht habe.
Denn so überraschend und unerwartet, wie der Südtiroler Oberhirte aus dem Leben schied, kann es jeden Menschen treffen. Wir sollten vorbereitet sein und existenzielle Fragen nicht hinausschieben. Es gibt Dinge im Leben, wo man ganz genau bescheid wissen sollte.
(Hinweis: Diesen Artikel habe ich bereits am 18. August geschrieben, konnte ihn aber aufgrund meines Urlaubs sowie DSL-Probleme bisher nicht veröffentlichen.)





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