Wie der Töpfer den Ton …

4. Europäisches Töpferfest, Annaberg-Buchholz, 2. August 2008

Bericht vom 4. Europäischen Töpferfest, Annaberg-Buchholz, 2.8.2008

Alle vier Jahre ist das Europäische Töpferfest in der Hauptstadt des Erzgebirges, Annaberg-Buchholz. So auch 2008. Vor vier Jahren war ich zum ersten Mal da und von der Mischung aus Handwerk und Kunst schier begeistert. Das war heuer nicht anders. Wieder waren zahlreiche Händler aus vielen europäischen Ländern ins wunderschöne Erzgebirge angereist, um ihre Waren und Fertigkeiten zu präsentieren. Dazu gab es einen lebhaften Mix aus Kultur und Vergnügen, wie zahlreiche Tanz- und Musikdarbietungen zeigten. Die Annaberger Altstadt war liebevoll hergerichtet worden für das besondere Fest und erstrahlte in besonderem Glanz. Wie vor vier Jahren machte herrliches Sommerwetter Besucher aus nah und fern glücklich.

Besonders beeindruckt war ich wieder vom Töpfern selbst: live-Vorführungen verschiedener Meister zeigten, wie aus einem unscheinbaren und eher unansehlichen Stück Ton wahre Kunstwerke wurden. Geschwungene Linien und liebevolle Details kennzeichen den Schaffensreichtum der Töpfer. Dabei fiel auf, dass die Meister mit fußbetriebenen Töpferscheiben offenbar die echten Profis sind: da sitzt jede Bewegung, absolut gekonnte Dosierung. Genauso paßt jede Hand- und Fingerbewegung. Was so leichtfüßig aussieht, muß sicher hart erarbeitet werden.


[Videolink]

Das Fest war wirklich eine wunderschöne Sache und zeigte mir wieder einmal, was schöpferisches Handeln und Kreativität heißt: Jeder Ausstellungs- und Verkaufsstand war ein Zeuge davon. Alle Handwerker arbeiten mit (fast) demselben Material und derselben Grundtechnik und doch stellt jeder etwas anderes her. Jedes Teil ist individuell, es gibt keines ein zweites Mal. Und das Arsenal an Tongefäßen war an diesem Wochende wahrlich unüberschaubar! – Es ist für mich wie mit den Menschen: über 6 Milliarden gibt es auf der Erde und jeder ist ein Original. Es gibt nicht zweimal Denselben!

Was für einen wunderbaren Gott haben wir doch, der ebenso schöpferisch tätig ist, wie jetzt seine Geschöpfe?! Ich mußte unweigerlich an den Bibelvers denken (Vgl. Genesis 1), dass der Mensch als Ebenbild Gottes geschaffen wurde. Das bedeutet, er kann auch schöpferisch und kreativ tätig werden, er hat alle Anlagen dazu. Und: er kann sich an seinen „Geschöpfen“ freuen, an dem hervorgebrachten Werk! Und sei es „nur“ aus Ton!

Für mich war das Europäische Töpferfest ein wunderbares Sommererlebnis in meiner erzgebirgischen Heimat und gleichzeitig eine Erinnerung an eine geistliche Metapher. Da kann ich echt nur Danke sagen!

» Meine Bilder von der Veranstaltung …

 
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Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

Eine Reaktion zu “ Wie der Töpfer den Ton … ”

  1. [...] mit Menschenmassen übersäht. Neben den Einheimischen waren noch zahlreiche Gäste vom 4. Europäischen Töpferfest in der Stadt. Sie konnten nun ein einmaliges Spektakel [...]

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