11. September: letzte Nacht in Amerika?
Nun sollte dieser Beitrag natürlich zum rechten Datum erscheinen, aber ein kaputter Rechner, Arbeitstreffen und die alltäglichen Terminverschiebungen machten wieder mal einen Strich durch die Rechnung. Andererseits: muss man immer diese Gedenktagsachen mitmachen? Muss man nicht. Dennoch ist das Thema auch sieben Jahre nach dem Ereignis bedenkenswert, und genau deshalb gibt es auch den geplanten Artikel:
Paul Colman: Last Night In America - Letzte Nacht in Amerika
Ich habe Angst meinen Fernseher anzuschalten.
Und ich hoffe, daß das, was sie sagen, nicht stimmt.
Kann ich einfach nur meine Lebenszeit hier verleben und dann wegziehen?
Ich hatte eine Million Gespräche darüber,
wer Recht hat und wer falsch liegt.
Und wie würde Jesus wollen, daß wir weitermachen?
Doch ich bete um Gottes Willen, aber heimlichtuerisch will
ich Reichtümer und Segen haben, um es mit meinen Händen auszuteilen.
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?Meine Tendenz geht dahin, wegzulaufen
und zu versuchen meine Familie in Sicherheit zu bringen.
Doch sag mir, wie man sich vor all diesem Haß verbirgt?
Die Dominosteine, die wir fallen sehen,
wurden vor langer Zeit in Bewegung gesetzt.
Furcht wurde eine Blume und der Garten wächst.
Nun, ich sehe diese Ironie, diese Schlacht in meinem Innern.
Du hast mir Frieden geschenkt, jetzt, wo ich mich mit der Welt im Krieg befinde.
Sag mir, gibt es irgendeinen Weg da raus?
Sag mir, daß ich nicht allein bin.
Zeig mir das Geheimnis, oh Eckpfeiler [Anm.: d.h. Jesus!].
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?
Oder ist dies mein letzter Augeblick irgendwo?
Unser Atem ist Dampf, der in der Luft verloren geht.
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?(Oh… oh…)
Nun, ich las über einen Gott des Krieges.
Und gestrichenes Blut von Tür zu Tür.
Kanonisiert/ Heilig gesprochen in der Heiligen Schrift und in schwarz und weiß.
Und ich habe über meinen Jesus Christus gelesen.
Und ich habe Sein Opfer empfangen.
Doch geht es darum, die andere Wange [auch noch] hinzuhalten, oder soll man sich entgegenstellen und kämpfen?
Denn ich bin eben nur ein einfacher Pilger und kein Mensch mit Weisheit.
Was tue ich, wenn ein Dieb an meiner Tür erscheint?
Wiederstehe ich ihm, oder bin ich ihm stillschweigend behilflich?Was richtig zu sein schien, ist nicht länger klar/ ersichtlich.
Geht es um den Fall einer Nation oder die große Drangsal,
den Abend der Invasion [Anm.: 'Wie ein Dieb in der Nacht…'] oder das Buch der Offenbarung?
Nun, ich werde meine Freiheit als eine Einladung tragen,
für den Gott der Schöpfung, der die Fäden in der Hand hält.
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?
Oder ist es mein letzter Augenblick irgendwo?
Unser Atem ist ein Dampf, der in der Luft verlorengeht.
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?
Ist dies meine letzte Nacht in Amerika?Original: Text & Musik: Paul Colman, Randall Waller / Entstehungsorte: Brisbane (Australien), Nashville/TN (USA)
© 2005 Paul Colman Music / ASCAP / Randall Waller Music
Deutsche Übersetzung: David Decker, 2007 / © SMT shineMusic Translation
Paul Colman beschreibt den Hintergrund seines Liedes: »”Last Night In America” wurde inspiriert von meiner letzten Nacht in den Vereinigten Staaten im Jahr 2001. Wir hatten alle gerade den Horror vom 11. September erlebt, und ich ging nach Hause nach Australien zurück für eine Pause. Es war eine Zeit der persönlichen, nationalen und internationalen Unsicherheit. Ich fragte mich, ob es meine letzte Nacht in Amerika oder gar meine letzte Nacht auf Erden war! Das Lied dokumentiert meine Fragen, Bekenntnisse und Beobachtungen. Am Ende lege ich mein Schicksal in die Hände des Allmächtigen.«
Ich finde das Stück musikalisch sehr berührend, es pendelt zwischen einem Gänsehautfeeling und einer eigenartigen Bedrückung. Damit fängt der Track wohl sehr gut die Stimmung ein, die damals herrschte. Irgendwie undefinierbar. Genau erinnere ich mich noch, was ich damals machte, als mich via Radionachrichten das Unglück ereilte: ich saß gerade am Rechner und habe Inhalte geschrieben für CCM-Rezis. Meiner heutigen Tätigkeit sicherlich nicht unähnlich :-) Es war irgendwie surreal, abstoßend und dennoch so fesselnd. Jetzt konnte wohl alles passieren - ist man noch sicher - ist das die letzte Nacht auf Erden? Das war das, was direkt geschah.
Doch Wochen und Monate später erging es mir wie Paul Colman: alles tausendmal hin- und herdiskutiert. Seinerzeit war ich Student der Politikwissenschaft und im Wintersemester 2001/2002 wurden kurzerhand die meisten Seminare dem neuen Themenspektrum angepaßt (Terrorismus, Öl, Naher Osten usw.). Es war spannend, aber auch oft lästig. Als Konstante blieb da irgendwie mein Glaube an Gott und die Bibel. Nicht als fromme Besserwisserei, sondern als verläßliches Zeugnis des Schöpfers und Weltenherrschers. Wer auf Seiner Seite ist, braucht sich nicht zu fürchten. Egal, was ist.
Denn mal ehrlich: es gab weitaus größere Katastrophen auf der Welt, seien sie militärischer Art oder eben Naturkatastrophen. Opfer bleiben Opfer. Der 11. September 2001 hat trotzdem die Sichtweisen verändert, er hat zu einem Paradigmenwechsel geführt. Zwar in erster Linie auf Seiten der Staaten bzw. Regierungen, doch das wirkte und wirkt sich auf alle Menschen aus. Egal, wie man den 11. September sieht, er hatte und hat Nachwirkungen.
Die Frage ist, lässt man sich irre machen oder gar in die Verzweiflung führen oder geht das Leben weiter und damit auch das Vertrauen auf den Herrn? — Ich wünsche uns Letzteres!





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