Annahme will gelernt sein (LiA Tag 23)
Heute ist Annahme das Thema, genauer: Selbstannahme. Man könnte auch sagen, ein großes Problem der heutigen Zeit. Der Tagesvers aus dem 2. Korintherbrief 5,14 meint dazu: “Bei allem ist das, was uns antreibt, die Liebe von Christus. Wir sind nämlich überzeugt: Wenn einer für alle gestorben ist, dann sind alle gestorben.” (Neue Genfer Übersetzung). Die Frage ist, was treibt uns an, damit wir uns auch selbst annehmen können?
Wie kann ich mich annehmen, wenn ich ein perfektes Selbstbild, bzw. -ideal habe? Entscheidend ist nicht der Perfektionismus, sondern dass wir Gottes Rolle erkennen. Er hat uns gewollt und geschaffen und sogar erwählt. Das heißt, bereits vor Erschaffung der Welt waren wir angenommen von einer Person - von Gott selbst! In diesem Lichte betrachtet, können wir uns auch selbst annehmen.
Wie im Aktionsbuch weiter ausgeführt, kommt natürlich noch die Liebe ins Spiel: Liebe die der Christus allen seinen Geschöpfen sichtbar bewiesen hat. Er starb an ihrer Stelle am Kreuz um ihre Schuld zu tilgen. Es ist ein Entschluß, der zur Liebestat wurde. In dieser Tat steckt Ernsthaftigkeit und Annahme. Gott war es so ernst mit der Vergebung der Sünde, dass er seinen Sohn dafür kreuzigen ließ. In diese Liebe darf sich jeder fallen lassen, sie nimmt jeden an.
Wenn wir Jesus - und damit seine Liebe - als Vorbild haben, dann hat das Auswirkungen auf unsere Beziehungen untereinander. Wenn unser Antrieb nicht mehr das Selbstmitleid ist und die Sehnsucht nach Annahme, sondern die Liebe untereinander, wird das die Situation grundlegend ändern.
Die Tageslese aus dem Matthäusevangelium 18,1-5 scheint auf den ersten Blick nicht zum Thema zu passen. Es geht darum, dass wir von den Kindern lernen sollen - in Bezug auf die Frage, wer denn der Größte in Gottes Reich sei. Jesus wünscht sich einen Blickwechsel von uns: wir sollen untereinander nicht mehr danach streben, einander zu überragen, sondern voreinander auch mal “gering dazustehen”. Dies ist Ausdruck von wahrer Liebe: wenn es alle in einer Gemeinschaft praktizieren, dann fühlt sich jeder angenommen, weil er sich in die Liebe des Anderen fallen lassen kann.





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