DRM macht dicht: Von einem Irrweg der Musikindustrie
Wie netzwertig.com richtig anmerkt, sind DRM-Musikdateien gar nicht im Besitz des Käufers, sondern der Musikliebhaber mietet praktisch die Datei, so zumindest die technische Erklärung. Zum Abspielen werden Zertifikate aus dem Netz gebraucht: schaltet ein Anbieter diese Server ab, weil er den Dienst einstellt, werden alle gekauften Dateien wertlos.
Doch dies ist nur einer Faktoren, mit denen die Musikindustrie ihre Unfähigkeit bewies. Schon der Umstand, dass sich DRM-Tracks nicht oder nur eingeschränkt auf den Musikplayern abspielen lassen, hat den Untergang dieses System bewirkt. Es war schlichtweg eine Abstimmung mit den Füßen seitens der Kunden.
Die letzten Jahre zeigen: Musikfreunde waren und sind schon immer bereit, für Musik zu bezahlen - auch in digitaler Form. Allerdings muss dafür das Preis-/ Leistungsverhältnis stimmen. D.h. unbedingte Abspielbarkeit auf allen Playern des Kunden und dauerhafte Hörmöglichkeit. Das sind die Basics. Hinzu kommen für ein sinnvolles Angebot ausgewogene Preise, einfache Bedienung und Bezahlmöglichkeiten in den Shops sowie klassischer Mehrwert, wie etwa Booklets in digitaler Form (PDF etc.). Gerade, was die Bedienung und Bezahlung angeht, gibt es noch jede Menge Nachholbedarf. Was da teilweise den zahlungswilligen Musikhörern zugemutet wird, spottet jeder Beschreibung! Von fehlenden Booklets ganz zu schweigen!
Für mich ist seit Jahren unverständlich warum man nicht von Anfang auf das freie MP3-Format gesetzt hat? Es ist spätestens seit Herbst 1997 auf dem Vormarsch im Netz gewesen (allerdings schon weitaus früher entwickelt & bekannt). Es ist am weitesten verbreitet und am einfachsten zu nutzen. Bis heute tut sich die Industrie schwer damit. Amazon.com hat zwar für Amerika DRM-FREIE MP3s in seinen Shop integriert, schafft es bis dato aber nicht, dies auf andere Kontinente bzw. Länder auszudehnen. Man fragt sich ernsthaft, ob die Musikindustrie lieber Kunden gängelt und kriminalisiert, anstatt das lange vorhandene Umsatzpotential endlich auszuschöpfen. Die Netzgemeinde schreibt sich seit Jahren die Finger wund, doch die lieben “Major Labels” kriegen’s einfach nicht gebacken. Stattdessen belastet man die Nerven seiner Kunden mit einem DRM-Wahnsinn.
Ich finde es gut, das die Shops nun schließen und hoffe, dass bald alle DRM-Sachen aus dem Verkehr sind, damit wir endlich die Chance haben, Alternativen anzugehen.
(via Basic Thinking und marcel_w & netzwertig.com)
(Bild: SXC.hu, martina123 / Bearbeitung: ekkaleo.de)






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Zwei Anmerkungen zu Ihrem Artikel. Die wenigsten Angebote sind DRM-frei. iTunes und Musikload verwendet nach wie vor Wasserzeichen - auch das ist eine DRM Technologie. Und auch zum Teil verwendete Abrechnungsysteme benutzen die DRM Technologie.
DRM ist kein Mist, Irrweg oder Irrsinn. Es muss nur für die richtigen Geschäftsmodelle eingesetzt werden. Sie wollen Samstag Abend ein Video online ausleihen? Ohne DRM nicht möglich. Sie möchten kostenlose Inhalte im Web anschauen. Das gibt es heutzutage, Werbefinanziert auf den Portalen großer Fernsehsender. Das braucht aber DRM.
Ich selbst habe eine Napster Flatrate, zusätzlich zu meiner Musikdatenbank. Nur möglich wegen DRM.
DRM ist also weder tot, noch verschwunden. Viele Geschäftsmodelle brauchen DRM nach wie vor. Ohne Apple setzt ebenfalls auf DRM, ihr Email ist im Track gespeichert.
Von den großen Angeboten (mit major label inhalten) hat soweit ich weiß bislang nur Amazon komplett abstand von DRM genommen. Das ist dann wirklich DRM-freie Musik.