Das Erzgebirge zum Jünger machen?

„Geht nun hin und macht alle Nationen zu Jüngern, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie alles zu bewahren, was ich euch geboten habe! Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“
(Matthäus 28,19+20 - Revidierte Elberfelder Übersetzung)

Das Erzgebirge zum Jünger machen?Der nebenstehende Vers beschäftigt mich seit den Impulstagen von Bischofsheim 2006: geht es nur um einzelne Menschen, oder geht es um ganze Völker?

Sicher, es geht natürlich um den einzel-nen Menschen. ABER: Warum denken wir bei Mission und Evangelisation nicht in den Kategorien, welche die Bibel selbst verwendet?

Jesus spricht im sogenannten Missionsbefehl ausdrücklich von Nationen, bzw. Völkern. Manche deutsche Bibelübersetzungen übergehen dies und fügen dort „Menschen” ein, was jedoch eine Verzerrung des Urtextes ist. Vielleicht kommt das daher, dass man nicht in den Visionen Gottes zu denken wagte?

Ein Volk zum Jünger machen, bedeutet, dass sich die Verhältnisse dort grundlegend ändern und im Sinne des Evangeliums umgestaltet werden — auf allen Gebieten: sozial, wirtschaftlich, politisch, kulturell. Alles ist eingeschlossen! Dieses Modell Gottes finden wir bereits im Alten Testament, beim Propheten Jesaja. Jesus selbst verkündete das Evangelium vom Reich Gottes, wo es auch um eine grundlegende Veränderung der Verhältnisse geht. Ausgehend von Lebensveränderungen einzelner Menschen verändert sich eine ganze Gesellschaft.

Was ist, wenn wir einmal in den Bibelvers einsetzen: „Geht nun hin und macht Herold zum Jünger…!“[1] oder: „Geht nun hin und macht das Erzgebirge zum Jünger…!“[2] oder noch weiter: „Geht nun hin und macht das Deutsche Volk zum Jünger…!“ — Wenn wir so unser Christsein leben, wird das missionarische Handeln unserer Gemeinde alle Bereiche unserer Gemeindearbeit bestimmen!

Es geht nicht allein um ein „Seelenretten”, sondern darum, dem Auftrag Gottes nachzukommen. Der Auftrag Gottes ist Mission. Das Modell für Mission ist die Person Jesus Christus. Der Herr der Mission ist der Heilige Geist. — Die Apostelgeschichte veranschaulicht dieses göttliche Modell. Die Christen der Urgemeinde brachten innerhalb von 70 Jahren das Evangelium ins gesamte römische Weltreich. Eine unvergleichliche Leistung. Sie gaben die Führung der Evangelisation an den Heiligen Geist ab. Sie versuchten Jesus nachzuahmen und sich in gelebter Liebe der Welt hinzugeben (vgl. Johannes 3,16!).

Dieser authentisch gelebte Glaube im Auftrag Gottes hat nachhaltige Auswirkungen. Das wünsche ich uns — auf das viele Jünger werden!

—Euer David :)

(Kolumne für die “pusteblume” 05/2008, das Gemeindemagazin der EFG Herold/Erzgebirge)

 
P.S. Aufmerksame Leser werden festgestellt haben, dass dieser Beitrag auf dem Vortrag von Johannes Reimer zu Gesellschaftstransformation fußt. Aber nicht nur auf diesem, sondern sogar noch auf den Vorträgen der Impulstage von Bischofsheim 2006. Wer hätte das gedacht :-)


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  Fussnoten:
  1. Herold ist der Ort meiner Gemeinde, ein kleines Dorf []
  2. Erzgebirge, die Region in der ich wohne, seit August 2008 als der Landkreis Erzgebirge! []

 

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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