Geben ist seliger als nehmen (LiA Tag 28)

40 Tage Liebe in Aktion - Echte Beziehungen lebenHeute wird die Frage nach dem Glücklichsein gestellt. Eine Antwort wird auch gegeben: im anhäufen von Besitz und erfüllt bekommen von Wünschen liegt kein Glück verborgen. Vielmehr bleiben glückliche Menschen zurück, wenn sie einem anderen etwas gegeben haben. Denn: Liebe verschenkt sich! Soviele würden das hoch und heilig bejahen, die Realität auf dieser Welt sieht sooft anders aus.

Der Tagesvers aus dem Galaterbrief 6,2 geht sogar noch einen Schritt weiter: “Einer trage des anderen Lasten, und so werdet ihr das Gesetz des Christus erfüllen.” (Revidierte Elberfelder Übersetzung). D.h. wir sollen unsere Lasten - sprich: Probleme, Sorgen, Nöte - gegenseitig tragen helfen. Damit wird das Gebot Christi zur Nächstenliebe erfüllt. Beim Tragen spürt man die Last richtig, bisweilen ist sie sogar bei mehreren Trägern zu schwer. Doch wie beim Tragen großer Objekte bei einem Umzug, ist das gemeinsame Tragen von Lebenslasten oft die einzige Hilfe.

Im Philipperbrief 2,5 wird dies nochmals unterstrichen: “Das ist die Haltung, die euren Umgang miteinander bestimmen soll; es ist die Haltung, die Jesus Christus uns vorgelebt hat.” (Neue Genfer Übersetzung). Andere Übersetzungen schreiben statt “Haltung” das Wort “Gesinnung”; und genau darum geht es: eine Änderung der inneren Einstellung, dem anderen gegenüber. Wir haben jedoch oft Angst, der andere würde das ausnutzen. Dies ist eher unwahrscheinlich, denke ich. Vielmehr kommt es darauf an, Verantwortung zu übernehmen und die Gleichgültigkeit zu überwinden.

Interessant ist, dass Jesus Christus in jedem Augenblick unsere Lasten trägt, uns annimmt und uns beschenkt. Und wir verweigern genau das oft Mitmenschen. Im Aktionsbuch heißt es:

“Wer nicht bereit ist, die Lasten anderer mitzutragen, der ist auch nicht wirklich bereit zu lieben. Vielleicht lebt er das, was er unter ‘Liebe’ versteht. Es ist aber nicht die Liebe, zu der Gott uns auffordert und zu der er uns durch Jesus Christus befähigt.”

Die Tageslese ist angegeben mit Johannesevangelium 13,1-15 - dies ergibt jedoch keinen Sinn, denn der Sinnabschnitt geht noch zwei Verse weiter. Daher schlage ich vor bis Vers 17 zu lesen. Das Thema ist die Fußwaschung, wo Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht vor seinem letzten Abendmahl vor seinem Tod. Der Abschnitt endet mit dem Thema Glück und entsprechend wurde das auch übersetzt mit “Glück”, “glücklich” oder sogar “glückselig”. Letzteres ist zusammen mit dem Substantiv “Glückseligkeit” fast aus der deutschen Sprache verschwunden, legt jedoch eine wichtige Nuance im Unterschied zum heute gebräuchlichen “Glück”. Glückseligkeit umfaßt eben nicht nur materiellen Reichtum und Wunscherfüllung, sondern schließt Herzensglück, das Glück der Seele, mit ein. Es ist eine ganzheitliche Sicht. Genau diese Sicht hat die Bibel und ist es daher Wert, gelesen zu werden.

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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