Größte geistliche Katastrophe?

Meldung von idea.de (07.09.2008)

Meldung von idea.de (07.09.2008)

Was Pastor Jakob Tscharntke auf einer Tagung der Bekenntnisbewegung “Kein anderes Evangelium” über die sogenannte Emerging-Church-Bewegung verlauten lässt (idea online), klingt ziemlich absurd und macht sehr traurig. Da hat jemand etwas gar nicht verstanden und wirft alles durcheinander. Jemand, der es gerade als Pastor und Theologe besser wissen müsste, bezeichnet etwas bereits als “größte geistliche Katastrophe” der ganzen bisherigen Christenheit (!), was es erst seit wenigen Jahren gibt. Mit solchen Urteilen sollte man sehr vorsichtig sei. Noch dazu, wenn sich die Kirchen/ Gemeinden in Deutschland in keinem wirklich erfreulichen Zustand befinden. Wachstum, Evangelisation/ Mission sowie insbesondere sozialer Dienst liegen weitgehend brach. Das wäre schon eher als Katastrophe zu bezeichnen!

Pastor Tscharntke predigt dabei eine “Absonderung von der Welt” und bezeichnet sozialen und ökologischen Dienst als Verweltlichung. Ich finde sowas anmaßend. Jesus hat genau das getan und auch verkündigt: Dienst an und in der Welt. Genau deswegen kam Er. Natürlich gibt es ganz klar Stellen in der Schrift, die zur Absonderung auffordern, dabei aber die Sünde selbst meinen, ein falsches Denken und einen antichristlichen Geist, niemals aber Liebe und Hingabe an die Menschen. - Die Bewegung der Emerging Church vertritt nichts anderes. Das ist absolut richtig und notwendig. Niemand stellt dies in Frage. Doch die Emerging-Church-Bewegung stellt trotzdem parallel dazu wichtige Dinge wieder vom Kopf auf die Füße, gerade wenn es um einen praktisch gewordenen Dienst an den Menschen geht - in der Liebe Jesu und in Hingabe. In den traditionellen Kirchen und Freikirchen liegt da vieles im Argen. Dabei ist die Emerging Church eigentlich gar keine “Kirche”, sondern das ganze ist eher eine Art Metaebene oder ein Label, wie man will. Doch einer der Hauptgedanken der Emerging Church ist das Ziel der Mission (dieser göttliche Auftrag!), eben das Evangelium wieder neu relevant werden zu lassen in der Gesellschaft.

Die Kritik von Pastor Tscharntke ergibt für mich keinen Sinn und verunglimpft dabei mit Johannes Reimer jemanden, der dies absolut nicht verdient hat. Der Angriff ist wirklich unverständlich. Ich habe Johannes Reimer als jemanden kennengelernt, der eben gerade bibeltreu ist, der sich nicht anbiedert, aber andererseits den Glauben und das Evangelium praktisch werden lässt - im eigenen Leben. Er redet nicht nur davon, er tut es. Seine ganze Biographie ist davon geprägt. Gerade gegen ihn die Vorwürfe zu richten, ist völlig absurd und läuft ins Leere.

Mich würde ernsthaft interessieren, wieviele Orts-relevante Gemeinden Pastor Tscharntke bereits (mit-)gegründet hat und wie er den Menschen der heutigen Zeit das Evangelium bringen will, wenn er eine Absonderung von der Welt (und damit den Menschen) vertritt?

(via Vries-Land)

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

Eine Reaktion zu “ Größte geistliche Katastrophe? ”

  1. [...] gibt es auch noch den “Wächterrat” da draußen, Leute, die alles und jeden beobachten, messerscharf analysieren und vor eine Verurteilung nicht [...]

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