Fazit und Ergebnisse von 40 Tage Liebe in Aktion
Das Projekt „Liebe in Aktion“ (LiA) bestimmte nicht nur mehr als 40 Tage lang die Blogberichterstattung auf ekkaleo, sondern war in erster Linie ein Projekt meiner Gemeinde. Nachdem das ganze nun seit einigen Tagen abgeschlossen ist und sich alles ein wenig gesetzt hat, ist es Zeit für eine kleine Auswertung.
Damit der lange Beitrag besser navigierbar wird, hier das Inhaltsverzeichnis:
- Was war schlecht?
- Was war gut?
- Welche Ergebnisse gibt es?
- Fazit?
- Spezielle Blogerfahrungen?
- Ausblick?
- Info 1: Hintergründe zum Projekt (während der Aktion geschrieben)
- Info 2: Alle 40 Tagesbeiträge von mir

Aktionsbuch für Teilnehmer
- Viel zu kurze Vorbereitungszeit.
Wir haben uns da als Gemeinde bzw. Mitarbeiter ziemlich verschätzt, was auch an Informationsdefiziten, einigen Kommunikationsproblemen bzw. Missverständnissen lag. Sicher, das war nur ein organisatorischer, äußerer Aspekt. Doch mit längerer und besserer Vorbereitung hätten mehr Leute als Mitarbeiter mitwirken können und der Prozentsatz aller beteiligten Gemeindeglieder bzw. Freunde der Gemeinde wäre noch höher gewesen. - Die Predigten waren gut, hätten aber noch mehr „einschlagen“ können/ dürfen.
Wieso? Teilweise blieb man zu sehr bei der „Faktenvermittlung“. Noch mehr Erlebnisse aus dem eigenen Leben bzw. Beispiele aus der Gemeinde hätten sicherlich noch mehr inspiriert und das Projekt deutlicher und transparenter gemacht. - Manche Tagesbeiträge im Buch waren schlechter als andere.
D.h. bisweilen gab es zu viele Allgemeinplätze bzw. es wurden zu viele Aspekte in einen Beitrag gepresst. Außerdem gibt es im Buch kein Autorenverzeichnis der jeweiligen Beiträge. Zwar wurde versucht einen amerikanischen Touch zu vermeiden, doch manche Hin- und Herleitungen mit einigen Filmen, Schauspielern usw. waren zwar gut gemeint, aber nicht wirklich treffend und daher absolut vermeidbar. Ich denke diese Art Anbiederei könnte man sich im Buch getrost schenken, es würde dadurch nicht einen Deut schlechter, im Gegenteil. - Die verwendeten Bibelübersetzungen im Aktionsbuch waren oftmals „unglücklich“.
In der Mehrheit wurde „Hoffnung für alle“ verwendet. Auf den ersten Blick lasen sich die Tagesverse leicht verständlich und sehr treffend. Beim Nachschlagen in den anderen einschlägigen deutschsprachigen Übersetzungen (Rev.ELB, NGÜ, NeÜ, NL, Schlachter 2000) kam ich zum Schluß, dass viele Tagesverse leider etwas konstruiert waren, d.h. Passagen wurden ausgelassen oder „passend“ zusammengesetzt. Das fand ich etwas traurig, weil es gar nicht notwendig gewesen wäre. Dieser Punkt ist zwar schade, aber einfach abzuändern, indem die Herausgeber den Mißstand abstellen bzw. auch jeder Benutzer selber in seiner Bibel nachliest (sowieso immer zu empfehlen!). Zum Ausgleich sei gesagt, dass an einigen Tagen starkes Luther(bibel)deutsch zu lesen war oder interessante Passagen aus der „Gute Nachricht Bibel“. - Zu wenige „feste“ MitarbeiterInnen
Es wäre schön gewesen, wenn sich noch mehr MitarbeiterInnen mit eingebracht hätten, insbesondere bei der Ausarbeitung, Vorbereitung und Vermittlung von Themen. Andererseits: es lief auch so alles erstmal ganz gut ab. Wir wollten ja auch nichts erzwingen!
2. Was war gut?
Da gibt es in der Tat eine ganze Menge erfreulicher Sachen, sowohl im gemeindlichen wie persönlichen Umfeld.
- Ein Thema intensiv!
Ich habe intensiv über das Thema Liebe nachgedacht. Und damit im Zusammenhang auch über: Persönlichkeit, Charakterbildung, Selbstwert, (Selbst-) Annahme, Konflikte und ihre Lösung, Freundschaft sowie die Beziehung zu Gott. – Dies gilt natürlich auch für die Geschwister bzw. die Gemeinde. - Durchdringung der Gemeinde
Es haben praktisch alle Gruppen der Gemeinde in irgendeiner Beziehung Berührung zum Projekt gehabt. Dies war vorher so nicht ganz abzusehen. - Selbstorganisation
Ca. 70 Leute waren bereit sich in einem Selbstfindungsprozeß in letztlich 9 Kleingruppen zu organisieren. Dies war für unsere Gemeinde ein Erfolgserlebnis. - Kleingruppen sehr positiv
Die Treffen und Atmosphären der Kleingruppen waren sehr gut, wie als Feedback herauskam. Es waren sehr unterschiedliche Gruppen, doch das war erstens erwartet worden und zweitens erwünscht! Das Thema „Kleingruppen“ war (und ist!) wohl der erfolgreichste Teil der Aktion, neben dem mehrheitlich guten Aktionsbuch. - 7 Wochen ein Gemeindethema
Es gelang, sich über mehr als 7 Wochen in der Gemeindepraxis mit einem Themenkomplex zu befassen. Eine an und für sich fast unglaubliche „Leistung“, zumindest für unsere Verhältnisse. D.h. es gab kein „Murren“ über das Thema, auch wenn es zu Wiederholungen kam (was auch so sein sollte). Dagegen herrschte viel mehr Offenheit und Neugier auf weitere Aspekte des Themenkomplexes! Es war spannend zu sehen, wie sich plötzlich Geschwister für ein Thema und für „Problemfelder“ öffneten, etwas, was man vorher für teilweise unmöglich hielt. Hier konnte man das Wirken Gottes erleben. - Aktionsbuch kam gut an
Die Arbeit mit dem Aktionsbuch verlief erstens bereitwillig, und nach dem spontanen Feedback vieler zu urteilen, sehr gewinnbringend. Dabei gilt das für alle Generationen, von Teenies bis zu unseren Senioren. - Offen für Freunde und Gäste
Freunde der Gemeinde ließen sich gerne in Kleingruppen einladen und wurden wie selbstverständlich Teil des Projektes. - Integration in Gemeindeklausur
Das Projekt war auch Thema und Aktion auf der Gemeindeklausur, die gerade in die Zeit fiel (obwohl 2 Jahre vorher gebucht, als noch niemand was von LiA wußte…). - Guter Kleingruppenteil im Buch
In der Ausgabe des Aktionsbuches für Teilnehmer bzw. Gemeinden hat sich der beigefügte Aktionsteil sehr gut bewährt. Die Einführungen, die Bibeltexte und insbesondere alle Fragen waren außerordentlich gut. Sie haben wirklich geholfen, einen fundierten, Ergebnis- und Praxisorientierten Austausch in Gang zu setzen. In diesem Sinne empfehle ich, nur diese Ausgabe des Buches zu erwerben! - Große Materielfülle
In dieser Beziehung bekommen Teilnehmer bzw. Gemeinden wirklich viel an die Hand, d.h. wenn man will, braucht man selber nur wenig ausarbeiten. Und es kann zum Beispiel aus mehreren Predigtentwürfen pro Gottesdienst gewählt werden. Außerdem gab es Video- und Liedmaterial, direkt auf CD bzw. als Vorschlag. Man hatte rundum Anregungen parat, auch zur Gottesdienst- und Kleingruppendurchführung. Dies natürlich nur als Angebot und Vorschlag, keineswegs als „Zwang“. Dies fand ich sehr gut bei dem Projekt! - Bibelbewegung
Das Projekt hat dazu geführt, dass wir zu dem Thema ganz neu die Bibel zur Hand genommen haben und wirklich entdeckt haben. Die Bibeltexte für die Gottesdienste und Kleingruppen waren sehr gut gewählt und boten, wie gesagt, hervorragenden Gesprächsstoff und Einstiege auch in unseren Alltag!
- 7 Themengottesdienste mit einem „Wochenlernvers“ für alle Geschwister. Somit blieben wirklich Verse hängen. Schön, wenn sowas unkompliziert geschieht!
- 9 Kleingruppen, von denen die meisten auch nach der Aktion weitermachen werden! Dies ist wirklich ein Geschenk! Die Gemeinde ist insgesamt (alle Generationen) sehr offen geworden für das Thema Kleingruppen, nachdem es nun endlich einmal in der Praxis „ausprobiert“ wurde.
- Sensibilisierung im Gemeinde(zusammen)leben für Themen wie Liebesbeziehung zu Jesus, Umgang miteinander, Konflikte, Freundschaften und überhaupt Dinge wie Charakterbildung, Persönlichkeitsentwicklung, Teambuilding, ja, auch Jüngerschaft. Hier wurde was in Gang gesetzt, wo es sicher hier und da weitergehen wird.
- Zahlreiche Gespräche mit Geschwistern, wo man ganz neu zusammenfand, Konflikte geklärt wurden, wo Vergebung stattfand und neue herzliche Annahme langsam aufblüht. Hier sind wir dankbar für das Wirken des Heiligen Geistes.
- Es gab bereits zahlreiche kleinere Aktionen der Liebe – wo Geschwister und Gruppen der Gemeinde (gegenseitig) ihre Verbundenheit zeigten.
- Weiterhin sind bereits hier und da Aktionen im Gange, wo auch Liebe zu den Mitmenschen gezeigt werden soll, in ganz praktischen sozialen Projekten vor Ort. Hier sind wir neu erstaunt, welches Feuer Liebe erzeugt, anderen Menschen zu dienen.
- Es wird erwogen nach einer Pause wieder ein ähnliches Projekt zu wagen. Die Gemeinde zeigt sich offen für Neues.
- Insgesamt sind wir als Gemeinde, eingeschlossen die Leitung und alle Mitarbeiter, für Verlauf und Ergebnisse der Aktion sehr dankbar. Unsere Überwartungen wurden übertroffen, Zweifel nicht bestätigt.
- Würde ich das Projekt wieder (mit)machen? — Ja, auf jeden Fall!
- Würde ich das Projekt anderen Gemeinden empfehlen? — Ja, natürlich! Allerdings gut vorbereiten und eine Willensentscheidung treffen!
- Kann man das Projekt auch mit anderen kleinen Gruppen (Hauskreise, Jugendkreise usw.) machen? — Natürlich, es ist hervorragend dafür geeignet!
- Ist die Aktion auch was für “Anfänger im Glauben”? — Ganz klar, ja!
Ich hatte mir aber bewußt das Ziel gesetzt jeden Tag zu verbloggen, um einen Antrieb zu haben, das Buch wirklich zu lesen und mir persönlich Gedanken darüber zu machen. Dieser selbst auferlegte Zwang hat funktioniert und ich bin sehr dankbar für das Experiment. So kann ich jederzeit meine ganz persönlichen Notizen einfach nachschlagen und weiter über das Projekt und seine Umsetzung nachsinnen.
Natürlich ärgert es mich, dass ich es nicht jeden Tag pünklich geschafft habe, es zeigt jedoch allgemein, dass ein Bloggen von 40 aufeinanderfolgenden Tagesbeiträgen enorme Disziplin sowie entsprechende Vorbereitung verlangt. Es mag simpel klingen, doch lesen, verstehen, und zusammenfassen oder ergänzen des Buchbeitrages sind oft sehr schwierig gewesen. Andererseits war es jedes Mal ein Erfolgserlebnis, wenn ein Tag wieder geschrieben war. Andererseits hätte ich mir auch mal einen Leserkommentar am ein oder anderen Tag gewünscht, Stoff bzw. Anregungen in jeder Hinsicht gab es ja nun genügend dafür. – Ich teile das hier ganz offen mit, um anderen, die Ähnliches vorhaben, zu zeigen, worauf man achten sollte.
Ach so, interessanterweise zeigen meine Statistiken bei ekkaleo, dass die LiA-Beiträge sehr häufig aufgerufen werden, es ist erstaunlich, wie viele Menschen direkt nach der Aktion suchen bzw. zu speziellen Unterthemen. Das hat mich echt positiv überrascht.
6. Ausblick
Wie gesagt, so ein Projekt soll irgendwann in meiner Gemeinde wiederholt werden, wahrscheinlich schon im Jahr 2009. Dabei wird unter anderem an das Nachfolgeprojekt „40 Tage der Hoffnung“ gedacht. Dies ist zunächst eine Idee – mal sehen, was daraus wird. Manche schlugen auch vor, so ein Projekt in kleineren Bereichen/ Gruppen der Gemeinde zu machen, z.B. nur im Ehekreis oder Jugendkreis. Das hätte den Vorteil, dass man es noch intensiver und persönlicher gestalten kann und ganz neue Kreise von Freunden und Gästen ansprechen/ einladen könnte.
Indessen wird sich das Thema Liebe und alles, was damit zusammenhängt, sowieso noch länger in der Gemeinde „halten“ bzw. richtig verfestigen. Das ist auch gut so, biblisch allemal.






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