Feigheit, Heuchelei und Schleimspur?
Jörg Swoboda: MenschenfurchtMenschenfurcht legt dich lahm, und im Nu
schnappt die Falle der Feigheit schon zu.
Wer sich anpasst, der wird ausgenutzt.
Wer zu Gott hält, der erfährt seinen Schutz.
Und inzwischen hast du sicher auch schon kapiert,
dass die Angst dir die Seele ganz schnell deformiert.
Wer sich anpasst, der wird ausgenutzt.
Wer zu Gott hält, erfährt seinen Schutz.Heuchelei ist wie Glatteis bei Nacht.
Wer drauf abfährt, der fährt, bis es kracht.
Wirf die Ehrlichkeit nicht über Bord,
und riskiere ein offenes Wort.
Nennst du Dinge beim Namen und sprich sie frei aus,
wirst du sehn: Für die Wahrheit gibt’s selten Applaus.
Wirf die Ehrlichkeit nicht über Bord
und riskiere ein offenes Wort.Willst du kriechen, dann kriech wie bisher.
Eine Schleimspur zieht hinter dir her.
Doch mit Gott lernst du grade zu stehn
und als Mensch mutig aufrecht zu gehen.
Mach den Rücken nicht krumm wie ein Wurm, überleg:
Ist der Kriechgang für dich wirklich der Lebensweg?
Doch mit Gott lernst du grade zu stehn
und als Mensch mutig aufrecht zu gehn.Text: Jörg Swoboda, Theo Lehmann / Musik: Jörg Swoboda
© 2000 Felsenfest Musikverlag, Wesel
Auf den ersten Blick (und Hörgang) mögen diese Worte schocken. Doch nach mehrmaligem Hören und längerem Wirkenlassen, bin ich sehr dankbar geworden für dieses Lied. Ich bin dankbar für die klaren Worte und den Mut von Theo Lehmann und Jörg Swoboda! Sie sprechen hier eine menschliche Schwäche an, die gerade auch unter Christen bzw. in Gemeinden weit verbreitet ist. Ich kann ein Lied davon singen … Feige vor der Wahrheit, heucheln bis der Arzt kommt oder Schleimen wie die Hofschranzen, all das kann man erleben.
Die Ursache dafür ist Menschenfurcht. Angst davor, wie der andere reagieren könnte. Angst vor angeblichen Nachteilen, einfach vor Gesichtsverlust und allem Unangenehmen. Dabei hat Jörg vollkommen Recht, wenn er das Bild mit dem Glatteis bei Nacht besingt. Das ganze geschauspielerte Verhalten bringt rein gar nichts, weil man immer gegen die Wand fährt. Es ist besser, einmal den Kürzeren zu ziehen und dafür bei der Wahrheit zu bleiben, auch mal anzuecken oder eben nicht zu kriechen.
Gott will uns helfen, da einen geraden Weg zu gehen. Nirgendwo steht, dass man in der Gemeinde nicht offen seine Meinung sagen dürfte. Den Druck legen wir uns selbst auf. Gott will das nicht. Er will mündige Christen, die gereift sind und in Liebe zur Wahrheit stehen können. Menschenfurcht macht Beziehungen kaputt, läßt Spaltpilze keimen und am Ende Bitterkeit zurück. Es bleibt Zynismus an der Oberfläche, doch verletzte Herzen darunter.
Wer sich Gott ausliefert, wenn er mal vermeintlich den Kürzeren zieht, wird auch Gottes Schutz erfahren! Gott ist treu und gerecht, er steht zu seinen Zusagen. Wer sich so verhält, lebt auf Dauer ruhiger und wird Freude in der Beziehung zu Gott und Mitmenschen erfahren. Was auf den ersten Blick nach konfliktreichem Verhalten aussehen mag (”riskier ein offenes Wort…”), ist in Wirklichkeit ein Durchdringen zu einem authentischen und gesegneten Leben in der Nachfolge Jesu.






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