Orissa brennt - Christenverfolgung in Indien

Was gerade im Bundesstaat Orissa und darüber hinaus in Indien passiert, ist sehr heftig. Seit einigen Wochen herrscht dort wieder Christenverfolgung, in schwersten Ausmaßen, so werden sogar Menschen verbrannt. Bereits Ende 2007 gab es ähnliche Zustände, die nun wieder aufflammen. Es trifft insbesondere die Daliths, die nach indischem System “Unberührbaren” (= kastenlose Menschen), d.h. diejenigen die ganz unten sind - und noch dazu Christen. So zählen sie für viele andere dort als doppelt verachtenswert.

Der Vorwurf an die Christen bzw. Missionare: die Missionare würden Massen bekehren und die Missionare würden (dafür) Geld aus dem Ausland bekommen. Dafür mußten bereits viele Leute mit ihrem Leben bezahlen und viele Gemeindehäuser wurden zerstört oder randaliert.

Christenverfolgung in Orissa, Indien

Christenverfolgung in Orissa, Indien

(Quelle beider Bilder: Orissa Burning)

 
Ohne Frage, diese Bilder sind schrecklich! Ich habe mich entschieden, sie dennoch hier zu veröffentlichen. Vielleicht treffen sie uns, damit wir ins Gebet kommen und unsere Geschwister auf einem anderen Teil der Welt beistehen. Wir haben doch denselben Herrn und sind im selben Geist verbunden. Laßt uns wirklich beten und ANTEIL NEHMEN. — Doch nicht nur in dieser Zeit, wo wir diese Nachrichten erfahren, sondern generell, damit dieses Kastensystem aufhört, und auch die Daliths in der Gesellschaft voll respektiert, ja “berührbar” werden. Und dafür, dass in Indien Religionsfreiheit zur Gesellschaftspraxis wird und von allen respektiert wird.

 
Ein Video als Kurz-Doku:

(Videolink)

 
… und weitere Quellen:

 
Gebetsanliegen:

  • Ende der Christenverfolgung
  • Stärkung, Ermutigung, Schutz und neue Hoffnung für die Gemeinde Jesu in Indien
  • praktizierte Religionsfreiheit in Indien
  • Freiheit für die Daliths und Ende des Kastensystems

 
Ich möchte in aller meiner Schwachheit einige Bibelworte als Ermutigung anfügen:

Johannes 15,18-21:

18 “Wenn die Welt euch hasst, denkt daran, dass sie mich vor euch gehasst hat. 19 Wenn ihr zur Welt gehören würdet, würde sie euch als ihre Kinder lieben. Doch ihr gehört nicht zur Welt, denn ich habe euch ja aus der Welt heraus erwählt. Das ist der Grund, warum sie euch hasst. 20 Denkt an das, was ich euch gesagt habe: ‘Ein Sklave ist nicht größer als sein Herr.’ Wenn sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen. Wenn sie auf mein Wort gehört haben, werden sie auch auf das eure hören. 21 Aber alles, was sie euch antun, ist gegen meinen Namen gerichtet, denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

2. Korinther 4,7-18:

7 Diesen Schatz tragen wir aber in zerbrechlichen Tongefäßen, wie wir es sind, damit deutlich wird, dass die alles überragende Kraft von Gott stammt und nicht von uns. 8 Von allen Seiten werden wir bedrängt, sind aber nicht erdrückt; wir sind oft ratlos, aber nicht verzweifelt, 9 wir werden verfolgt, sind aber nicht verlassen, wir werden niedergestreckt, gehen aber nicht zugrunde. 10 Immer und überall tragen wir das Sterben von Jesus an unserem Körper herum, damit auch sein Leben an uns deutlich sichtbar wird. 11 Weil wir zu Jesus gehören, werden wir als Lebende ständig dem Tod ausgeliefert, damit sein Leben auch an unserem sterblichen Körper offenbar wird. 12 So wirkt nun also der Tod in uns, das Leben aber in euch. 13 Doch weil wir denselben Geist des Glaubens besitzen, von dem es in der Schrift heißt: “Ich vertraute auf Gott, darum habe ich geredet”, so glauben auch wir und darum reden wir auch. 14 Denn wir wissen, dass der, der den Herrn Jesus auferweckt hat, auch uns mit Jesus auferwecken und zusammen mit euch vor sich hintreten lassen wird. 15 Das alles geschieht für euch, damit immer mehr Menschen von der Gnade Gottes erreicht werden und den Dank zur Ehre Gottes vervielfachen.
16 Deshalb verlieren wir nicht den Mut. Denn wenn wir auch äußerlich aufgerieben werden, so werden wir doch innerlich jeden Tag erneuert. 17 Denn die kleine Last unserer gegenwärtigen Not schafft uns ein überaus großes ewiges Gewicht an Herrlichkeit - 18 uns, die nicht auf das Sichtbare starren, sondern nach dem Unsichtbaren Ausschau halten. Denn alles, was wir jetzt sehen, vergeht nach kurzer Zeit. Das Unsichtbare aber hat ewig Bestand.

 
Die Band Caedmon’s Call brachte 2004 ihr Album “Share The Well” heraus, welches zur Hälfte von ihrem Indienaufenthalt und den Erlebnissen dort - Kastensystem, Daliths und Christen mittendrin - inspiriert wurde: Sie haben einen Song gemacht, “Dalit Hymn”, mit einer starken politischen Botschaft:

“Sing from the village, sing from the town
(sub kooch ho sak-ee dey)
Sing everyone
Who has been cast down (sub kooch ho sak-ee dey)
Emancipate, emancipate, prime minister, emancipate
Emancipate, emancipate, prime minister, emancipate
[...]
God made every man forward and free (sub kooch ho sak-ee dey)
Rich man, poor man, every man free (sub kooch ho sak-ee dey)
Politically, socially, everybody free (sub kooch ho sak-ee dey)
Rich man, poor man, everybody free (sub kooch ho sak-ee dey)
Caste is a lie, caste is a lie, prime minister, caste is a lie
Caste is a lie, caste is a lie, prime minister, caste is a lie”

(Caedmon’s Call, Auszüge aus “Dalit Hymn”)

 
Auch die Sängerin Sara Groves hat etwas zur generellen Situation und zum Status von Christen geschrieben - zumindest als kleine Ermutigung:

“We are pressed but not crushed, perplexed but don’t despair
We are persecuted but never abandoned
We are no longer slaves, we are daughters and sons
And when we are weak, we are very strong
And neither death, nor life, nor present, nor future, nor depth, nor height
Can keep us from the love of Christ”

(Sara Groves, “The Word”)

 
Hinweis: dieser Beitrag ist nicht fertig, sondern wartet auf Ergänzungen, Links, Kommentare usw. Bitte helft mit. Danke!

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

3 Reaktionen zu “ Orissa brennt - Christenverfolgung in Indien ”

  1. [...] Verbrannte Christen in Orissa (vorsicht, nichts für schwache Nerven) [...]

  2. [...] meinem letzten Bericht habe ich nun erneut Informationen erhalten und werde einige weitere Hintergründe zu den [...]

  3. Ja, ich habe die Christenverfolgung in orissa selbst miterlebt. Von Nov 07 bis Nov 08 habe ich in einer NGO im district mayurbhanj als sozialarbeiterin gearbeitet. Im sommer diesen jahres erreichten uns die schrecklichen nachrichten und bilder. wir fuhren mit einigen mitarbeitern der ngo ins krisengebiet und richteten flüchtlingscamps in bhubaneshwar ein. mein damaliger chef organisierte treffen mit allen beteiligten und religionsführern, um gemeinsam friedliche lösungen zu finden. bis heute konnte kaum etwas erreicht werden, da das kastensystem in den köpfen mehr platz einnimmt als jede friedliche krisenintervention. viele hundus befürchten ein erstarken der dalits aufgrund ihrer konvertierung zum christentum. die dalits bekommen dann fürsprecher, unterstützer und eine schulbildung. sie sind dann nicht mehr die ausgebeuteten! viele angehörigen der höheren kasten haben angst davor. die reliogion ist nur der deckmantel für gewalt. politische und ökonomische gründe sind der wahre hintergrund für solche furchtbaren ausschreitungen. und der regierungschef von orissa Naveen patnaik unternimmt nichts dagegen, lässt sich nur am unglücksort fotografieren. die meisten hindus sind seine wähler. soll er diese durch gezieltes sanktionieren der anstifter verärgern und somit verlieren? er kratzt nur an der oberfläche und warten bis ein andere katastrophe auftritt (flut Juni 08)

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