Playlist Oktober 2008
Goldener Oktober? Raum und Zeit für goldene Musik? Vielleicht. Einfach reinhören.
- Neal Morse - “Children Of The Chosen”
Eines der kürzeren - und ruhigeren - Stücke vom neuen Album. Hier zeigt der fleißige Progrocker, dass er emotionale Popsongs ebenso draufhat wie progressive Sachen. Das Lied dreht sich inhaltlich um die Erwählung der Kinder Gottes durch den einen lebendigen Herrn. — Neal Morse ist ein wahrhaft kraftvoller Zeuge des Evangeliums geworden!
CD: “Lifeline”, 2008 / Web - Manfred Siebald - “Dann will ich schon zufrieden sein”
Ein gesungener Aufbruch zur Gelassenheit. Und Zufriedenheit. Oder anders gesagt: weniger ist wieder einmal mehr. Das Lied gehört wohl zu den leiseren, unauffälligeren Stücken des neuen Albums, ist jedoch keinesfalls weniger gut. Es darf Raum für Nicht-Wissen und Fehler sein, es muss auch nicht immer alles geregelt sein und werden. Siebald singt von Herzensfreude, Herzensliebe und einer seligen Geruhsamkeit – er tut das wie und eh je auf hohem Niveau.
CD: “Aber sicher”, 2008 / Web - Newsboys - “Entertaining Angels (Live in Houston)”
Erstmals bringen die Newsboys eine live-Aufnahme nicht nur auf Video, sondern auch auf CD! Endlich, nach all den Jahren famoser Rockshows! Heuer gibt es nun beides, und eine Premiere: Peter Furler singt auf einem Tonträger erstmals “Entertaining Angels”. Seit dem Ausstieg von Phil Joel muss er das auch. Der Klassiker kommt hier gut an und die Band macht eine tolle Figur.
CD: “newsboys live - Houston We Are Go”, 2008 / Web - Newsboys - “Something Beautiful (Live in Houston)”
Und weil es so schön ist, stampfen sie etwas Wunderbares gleich mit! Eines der besten Stücke auf dem neuen live-Projekt, einfach weil es hier so schön abgeht und alles aufs i-Tüpfelchen paßt.
CD: “newsboys live - Houston We Are Go”, 2008 / Web - Samuel Harfst - “Wege vor mir”
Fast wie durch die Hintertür wurde “Wege vor mir” seit dem Christivial 2008 ein neuer Hit in (frommen) Deutschen Landen. Und was für einer. Liest man den Text im Booklet, denkt man: ‘Ist nichts besonderes.’ Doch hört man den Song von seinem Schreiber vorgetragen, entfaltet sich ein Stück Leidenschaft. Es ist diese konsequente Entscheidung, die Wege Gottes zu gehen, während sie sich erst beim Gehen entfalten. Das ist gesungenes Vertrauen, zugerufene Ermutigung. Weiter so, Samuel!
CD: “Audiotagebuch”, 2007 / Web - Newsound - aus “Unique”, neues Album 2008:
» “Ein Überwinder”
Überwinder sein im Glauben, welcher Christ will das nicht? Dieses Lied handelt davon, wie es durch den einzigartigen Herrn möglich wird. Und dabei ist es richtig schön eingängig – da muß man einfach mit…
» “Heilig ist der Herr”
Hier wird die Heiligkeit und Macht des Herrn Jesus besungen, der in der Schöpfung erkennbar ist und indem er das Opferlamm am Kreuz wurde. — Mir gefällt das Arrangement und der Aufbau des Liedes sehr und besonders auch die Stimme von Sabrina Hanheiser.
» “I Love Yah”
Hier kommt ein pfiffiger Rocker vom neuen live-Album der Frankfurter Formation. Es ist ein Party-Stück, einfach und schnell, hat fast schon einen Rock’n'Roll-Beat. Als Gläubiger brauche ich Gott mehr alles andere, noch mehr als die Luft zum Atmen, das ist die Botschaft.
CD: “Unique”, 2008 / Web - Lutz Scheufler - “Gegen die Flut”
Ich wurde aufmerksam auf diesen “Hit” des sächsischen Barden, als ich nachdachte über die aktuelle Finanz- und Wirtschaftskrise. Das ist auch wie eine Flut, und von Fluten und weggespülten Werten handelt diese Blues-Hymne. Sie wurde einst inspiriert von der Elbe-Jahrhundertflut 2002, hat jedoch eine allgemeingültige Aussage. Lutz Scheufler hat eine simple, doch sehr aussagekräftige und tiefe Art zu Texten. Dieses Lied rockt ordentlich – nicht nur musikalisch!
CD: “irgendwie und irgendwann”, 2003 / Web - Phil Joel - “Go Home”
Dieses Lied hat eine simple Botschaft: ‘Wenn du die Welt retten willst, rette zuerst deine Familie!’. Geh nach Hause und mach zuerst die Hausaufgaben, möchte man beipflichten. Und das ganze hat auch was mit dem Glauben und Gottes Reich zu tun, doch das kommt hier nur zwischen den Zeilen raus. Ist sicherlich besser so. — Phil & Heather Joel haben hier ein schönes kleines Liedlein geschrieben, dass der ex-Newsboy wieder einmal auf seine unnachamliche Art modern verpoppt hat.
CD: “The New Normal”, 2008 / Web - Robbie Seay Band - “New Day”
Was machen mit einem neuen Tag auf der Pilgerreise des Lebens? Die Robby Seay Band feiert in diesem Lied den neuen Tag als einen Teil von Gottes Schöpfung. Er bietet so viele Möglichkeiten! Und dieses Lied? Es ist ein süßer kleiner rauher Indie-Hit. Wie ein rauher Herbststag mit einem Sonnenstrahl ein rührendes Ereignis wird, so in etwa entwickelt sich dieses Lied. — Die Band meinte übrigens, dies sei einer ihrer live-Klassiker. Mmh, ich kann mir denken, warum.
CD: “Give Yourself Away”, 2007 / Web - Until June - “You Do”
Für mich sind Until June eine Neuentdeckung, auch wenn das Debüt schon im Vorjahr erschien. Die Stimme des Sängers klingt für den Moment etwas schrill, dennoch irgendwie geschmeidig. Diese anwachsende Indie-Ballade begeistert durch die Background-Flächen und wird damit zum wunderschönen Herbstlied.
CD: “Until June”, 2007 / Web - Until June - “Sleepless”
Hier geht es um die schlaflosen Nächte, wenn man verliebt ist. Was anderes ist dann “Sleepless” als eine freudige Mitgröl-Hymne? Eben. Kein hoher Anspruch, dieser Song; er feiert einfach das Leben und wurde eben musikalisch so richtig schnuckelig herausgearbeitet.
CD: “Until June”, 2007 / Web - Sarah Macintosh - “Where You’ll Find Him”
Einst sang sie bei den Chasing Furies, seit einigen Jahren ist sie solo unterwegs. Ihr zweites Album erschien 2008 und dieser Opener ist ein kantig-anhänglicher Indie-Popsong: mit Sarahs kraftvoller, außergewöhnliche Stimme, einem fetzigen Arrangement und poetischen Lyrics.
CD: “The Waiters, The Watchers, The Listeners, The Keepers & Me”, 2008 / Web - Bart Millard - “Brethren We Have Met To Worship”
Wenn sich die Brüder zur Anbetung versammeln, darf der Bart nicht fehlen, oder was?! Seit er 2005 erstmals alte Gesangbuch-Hymnnen leicht mit Südstaaten-Poprock versetzte, ist er ein bißchen drauf festgelegt. Und das neue Album bleibt jenem Stil treu. Diese alte Hymne von 1819/25 gefällt mir bisher am besten auf seinem Zweitling. Und so, wie unsere Brüder vor knapp 200 Jahren zur Anbetung Gottes dichteten, das hat noch immer was: eine evangelistische Kante, ebenso einen ganz leicht augenzwinkernden Humor :-) Vielleicht sollten wir uns öfter mal mit dem Erbe unserer Väter beschäftigen? Dieses Lied jedenfalls ist mir Einladung genug.
CD: “Hymned Again”, 2008 / Web - Jörg Swoboda feat. Ronny Neumann - “Es gibt Tage (live)”
Wer ist Jesus Christus für mich, wer ist Er für Dich? Das ist die entscheidende Lebensfrage. Jörg Swoboda sang das gospelig-intensiv zu “ProChrist 2006″. Die Aufnahme bewegt mich seit diesem Abend. — Bin ich soweit, dass ich mein Leben an den Herrn hänge? Bin ich eine Persönlichkeit, die ich erst in Christus völlig sein kann, oder will ich weiter in der Enge der Selbstbestimmtheit leben? — Für mich ist “Es gibt Tage” ein Lebenslied geworden!
Aufnahme: live bei ProChrist 2006, in München / Web - Casting Crowns - “While You Were Sleeping (Original Christmas Version)”
Eine schöne Modern-Rock-Ballade, die eigentlich schon auf dem 2005er Album “Lifesong” erschien. Das Lied wurde inspiriert vom Weihnachtslied “Oh Little Town Of Bethlehem”, geht aber inhaltlich ein ganzes Stück weiter. Diese neue Version ist ruhiger und weihnachtlicher und nähert sich der originalen Weihnachts-live-Version der US-Formation. Mir gefällt das Lied sowohl musikalisch, bin gleich dran hängengeblieben, als auch inhaltlich. Da komm ich ins Nachdenken, ob es mir/ uns nicht so gehen könnte, wie den Amerikanern in den Lyriks hier? Aufgehalten zwischen Philosophien, die Bäume retten, aber Kinder töten lassen, und nebenbei die Wiederkunft des Königs verpassent? Wäre schlimm! Dieses Lied erinnert eindrücklich, dass die Weihnachtsbotschaft das ganze Jahr hochaktuell ist!
CD: “Peace On Earth”, 2008 / Web - Rush Of Fools - “Freedom Begins Here”
Eine engagierte Hymne mit einer starken Stimme und herrlicher Hookline, wobei davor noch das exzellente Riff & Intro gesetzt wurde. Rush Of Fools klingen für mich einen Tick mehr “Indie” als ihre Kollegen MercyMe, Chris Tomlin & Co., dennoch bieten auch sie Eingängigkeit. Dieser Track hier handelt davon, eine Persönlichkeit zu werden, indem man offen und ehrlich wird. “Freedom Begins Here” ist ein echt schönes Lied, muss ich sagen - genau wie das ganze neue Album.
CD: “Wonder Of The World”, 2008 / Web - Fighter - “Look Me In The Eye”
Fighter klingt ähnlich cool wie The Brave auf “Battle Cries” – beide Alben erschienen übrigens im selben Jahr! Wichtigster Unterschied: bei Fighter singt mit Amy Wolter eine echte Powerfrau, diese Stimme ist schon ein Hammer! Schöne Gesangsarrangements mit mehrstimmigen Passagen gibt es hier und klasse Background-Vocals. Das war seinerzeit einfach ein Muß, doch es klingt bis heute fabelhaft. Anonsten ist das Album wie dieser Song: ROCKIG, melodisch, fetzig, begeisternd und inhaltlich, wie immer beim frommen Hard-Rock, absolut top!
CD: “The Waiting”, 1991 / Web
P.S. Ich glaub, in diesem Monat dominierten die Männerstimmen, doch ich vermute, das könnte sich auch ganz schnell mal wieder ändern :-) — Wie sieht eigentlich Deine aktuelle Playlist aus? (Besser: Wie klingt sie?) Die Kommentare bieten Platz genug!





Wie auch immer meine playlist klingt, es ist mit Sicherheit kein “christlicher” Künstler drauf…
Willkommen, Onkel Toby! - Mir geht es im Prinzip genau andersrum, aber nicht wegen irgendeinem “Label” oder so, sondern einfach weils mir gefällt, es sozusagen Teil meines Hobbys ist. So unterschiedlich sind halt die Playlisten, ähem Geschmäcker :-)
Hallo David,
ich hinterlass auch hier gerne einen Kommentar. Ich komme gerade nur sporadisch zum Musikhören und ein Großteil ist sozusagen “dienstlich” als Rezensent von Charisma und Sound7. Um so erfreulicher, wenn man auf diese Weise mal Entdeckungen macht. Einzelne Songtitel habe ich gerade nicht parat, ich nenn die Alben:
Newsong - Unique : fand ich zwar als Platte nicht soo prickelnd, aber die Gemeinde, die diese Band als Lobpreisteam im GD hat, ist auf jeden Fall zu beglückwünschen. Eigenständig, stimmungsmäßig ausgewogen, geistlich fundiert.
Samuel Anthes - Nachtschwärmer : hat mich wirklich “berührt”. Musikalische Details zeigen mir, dass da musikalisches Feeling vorhanden ist. Das Songwriting ist ungewöhnlich und hat eine eigene persönliche Handschrift.
Captain Thomas Projekt - Overcome The Blues. Die Platte hat viel vom musikalischen Spirit der 60er und 70er und klingt einfach erfrischend anders als die modernen Produktionen. Macht vielen Leuten in meiner Umgebung Spaß. (
Randy Travis - Around The Band : hätte nach dem Gesetz der Serie ein ziemlich durchschnittliches Countryalbum sein müssen, ist aber wieder eine Top-Produktion mit allem, was Countrymusik schön macht:
tolles “Saitenspiel”, gefühlvoller Gesang, markante Songs.
Sarah Brendel - Early Morning Hour. Hat einige Top-Songs und durch die Duette mit Larry Norman einen “link” zu der Musik, die für Leute meiner Generation stets bleibend sein wird und fast jeden tiefer an Musik Interessierten mal irgendwo einholen wird (Beatles, Dylan, Cash und im christlichen Lager eben Larry Norman)
Manfred Siebald - Aber sicher. gefällt mir zwar nicht durchweg, aber enthält wieder richtig großartige Songs, die eine lange Predigt ersetzen können.
Bob Dylan - alles querbeet. Der Mann klingt fast auf jedem Album anders. Entgegen landläufiger Meinung ein ganz großartiger Sänger, vielleicht nicht schön, aber mit der Gabe, viele verschiedene Stimmungen auszudrücken.
Nico - Marble Index/The End. Pop-Ikone, die ich fast vergessen hatte. Singt eindrucksvoll mit deutscher Aussprache auf dem ersten Velvet Underground Album mit. Patin der Gothik-Bewegung. Leider ein durch Drogen zerstörtes Leben. Ihre traurigen Lieder, die sie oft mit Harmonium begleitet, enthalten viel dunkle Schönheit und Romantik. The End (von 1974) enthält außer Eigenkompositionen am Ende eine Version dieses Doors-Songs und dazu das “Lied der Deutschen” mit allen drei Strophen (aber nicht auf eine Art dargeboten, dass sich Rechtsradikale daran aufgeilen könnten).
Lee Hazlewood - MCM Recordings: die alten LH-Sachen klingen wie eine Mischung aus Cash, Neil Diamond und Frank Sinatra im Stil von Phil Spector produziert. (Spector hat einiges bei Hazlewood abgeguckt).
Kino für die Ohren.
Oasis - Neues Album. Wie schon das letzte Album fast so gut wie das legendäre “Morning Glory”-Album. Die Gallagher-Rüpel sind die würdigsten Erbverwalter sämtlicher 60er-Jahre Britbands. Sie dürfen gerne noch eine Weile weitermachen …
The Tremeloes - querbeet. Recht uncoole Band, die heute auf Oldiefestivals spielt. Spielten 1962 gleichzeitig mit den Beatles bei der Plattenfirma DECCA vor und wurden vorgezogen. Blieben aber eine reine Single-Band, hingen kreativ immer etwas hinter der Avantgarde zurück und mußten viele Geistesblitze und lustige Einfälle auf B-Seiten verbraten. Gaben Mitte der 70er den Kampf um
kreative Herausforderungen auf, haben aber eine schöne Mischung aus eingängigen Gute-Laune-Popnummern und ernsthaften Rock und Beatsongs hinterlassen.
Okay, das wars von mir.