Was leistet Musik in der Gemeinde?

Zwischen Lehre und Anbetung ...und noch mehr ´Funktionen´ — Musik in der Gemeinde.
Was man so landauf landab mitbekommt, hat Musik inzwischen eine ganze Menge im Gottesdienst bzw. in der Gemeinde zu leisten. Die Frage ist, kann sie das wirklich? Muss sie das wirklich? Und wie sieht es mit den Beteiligten Musikern, und ebenso wichtig, mit den Zuhörern, aus?
Hier nun einige Beobachtungen, Feststellungen, Behauptungen, Fragen, Thesen sowie eine Brise Ironie:
- Musik führt in die Anbetung
- Musik schafft Atmosphäre und sorgt damit für das Wohlbefinden der Gläubigen
- Musik ist authentisch und glaubwürdig – und schafft damit gleich für die ganze Gemeinde Glaubwürdigkeit, Echtheit, Authentizität
- Musik drückt Lob, Freude aus – weil das nur mit der richtigen Musik richtig geht
- Musik drück Trauer aus – weil auch das nur mit der richtigen Musik richtig geht
- Musik steht symptomatisch für die Modernität der Kirche/ Gemeinde: eine junge Band, mit Schlagzeug, E-Gitarre und allem pi-pa-pou = moderne Gemeinde [dagegen: Gemeinde mit Orgel = alt?]
- Musik ist ein großer Teil des missionarischen Konzepts der Gemeinde, insbesondere durch Konzerte bzw. „Worship-Abende“
- Moderne Musik sorgt in Form von Mund-zu-Mund-Propaganda für ein gutes Image der Kirche/ Gemeinde
- Musik transportiert das Lebensgefühl der Gemeinde, da die Gläubigen die Lieder leben – bzw. „in“ den Liedern leben
- Musik transportiert einen Großteil Lehre durch die Liedinhalte
- Musik ist Ursache für den „Transfer der Heiligen“, denn die gehen immer dorthin, wo ihnen die Musik am besten gefällt, bzw. werden Gemeindewechsel zuvorderst aufgrund der vorherrschenden Musik entschieden
- Musik ist Ursache für den Generationenkonflikt: Liedgut und musikstilistische Fragen bringen Gläubige mehr gegeneinander an, als viele andere Themen
- Musik sorgt für „Karrieren“ in der Gemeinde bzw. aus der Gemeinde heraus: Musiker können lernen, sich ausprobieren und haben ein Publikum, welches oft milder ist als vor der Bühne in der Dorfkneipe – Musik in der Kirche/ Gemeinde stärkt das Selbstbewusstsein der Musiker
- Musik bringt die „Kaste“ der Lobpreisleiter hervor, die bisweilen auch ganz ohne Lobpreis Leiter der jeweiligen Gemeinschaft sind – d.h. Musik lässt natürliche Autoritäten entstehen?!?
- Musik sorgt für liebe und unliebsame Traditionen in der Gemeinde, denn das angesammelte Liedgut will gepflegt werden
- Musik beeinflusst die „Richtung“ und das Image einer Kirche/ Gemeinde oft mehr als ihre (gepredigte) Lehre
- Musik hilft zur Verbreitung der Lehre bzw. des Glaubens, weil die Gläubigen die Melodien und Verse weitaus besser erinnern können als Predigtpassagen oder Bibelverse (altes Beispiel: Lieder der Reformation…)
- Eine auf reine „Lobpreisleiterei“ verengte Rolle der Musik führt zu einem unausgewogenenen Verhältnis in der Gemeinschaft: ein kleines (Experten-) Team auf der Bühne vor einem zahlreichen (namenlosen) Publikum. Idol- und Fanbildung nicht ausgeschlossen.
Was meinst DU?
Legen wir zu viel in die Musik hinein?
Haben wir zu hohe Erwartungen an die Musik in Gemeinden oder entsteht dieser Erwartungsdruck auch unbewusst in der Praxis?
Was könnte man tun, um einen freieren, unbefangeren, „leichteren“ Umgang mit Musik in der Gemeinde zu erreichen?
Die Kommentare sind nun frei:





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