Toten- oder Ewigkeitssonntag?

Tal des Todesschattens?

Tal des Todesschattens?

Heute ist der sogenannte “Totensonntag”, der Sonntag vor dem ersten Advent. Es ist ein Gedenktag, der von der evangelischen Kirche ausging. Dieser besondere Tag im sogenannten Kirchenjahr ist auch als “Ewigkeitssonntag” bekannt. Näheres dazu weiß Wikipedia.

Der Tod ist eines der öffentlichen Tabuthemen unserer Zeit. Dabei bewegt er viele Menschen. Oder besser müßte man sagen: die Angst vor dem Tod bzw. Sterben; viele empfinden da Unsicherheit und Verzweiflung. Umkämpft ist das Thema noch dazu, Stichwort “Sterbehilfe”. Und dann erzählen die frommen Leute was von Ewigkeit? — Die Bibel spricht unter anderem im Psalm 90 davon. Diese Verse hat Mose, Führer des Volkes Israel beim Exodus aus Ägypten, vor einigen Tausend Jahren geschrieben. Da heißt es:

“Unser Leben dauert nur siebzig Jahre, achtzig, wenn es voll Kraft war. Und das meiste davon war nur Mühe und Last. Schnell geht es vorbei, und schon fliegt es davon.
[...]
So lehre uns doch, unsere Tage zu zählen, dass Weisheit in unser Herz einzieht.”

~Die Bibel, Psalm 90,10+12 (Neue evangelistische Übersetzung)

Zunächst eine Bestandsaufnahme, wie Gott das Leben eines Menschen in Seiner Schöpfung eingeordnet hat, welche Länge Er ihm gesetzt hat. Und wieviel Weisheit in diesen wenigen Worten steckt: Mühsal und Last. Oder heute sagt man auch “Stress”. ‘Die Zeit rennt’, auch ein stehender Begriff, den jeder kennt, spätenstens, wenn er oder sie der Jugendzeit entwachsen ist. Die Tage und Jahre gehen dahin, sie fliegen förmlich davon und man fragt sich wirklich, wo sie geblieben sind. Wozu das alles? Was ist der Sinn dahinter, wenn man am Ende doch sterben muss?!? Und was kommt dann? Das große schwarze Loch oder beginnt ein neues Kapitel?

Die Bibel hat dazu viele Aussagen in ihrer Gesamtheit; Altes und Neues Testament sprechen da eine Sprache. Hier ein weiterer Vers, jetzt aus dem Buch des Prediger; wohl das weiseste und interessanteste biblische Buch im Bezug auf das Alltagsleben und die Sinnfragen des Lebens - nicht nur für fromme Menschen. Da heißt es:

“Alles hat er so eingerichtet, dass es schön ist zu seiner Zeit. Auch die Ewigkeit hat er den Menschen ins Herz gelegt. Aber begreifen kann der Mensch das Werk Gottes nicht von Anfang bis Ende.”

~Die Bibel, Buch des Prediger 3,11 (Neue evangelistische Übersetzung)

Bei diesen Aussagen bleibt mir erstmal die Spucke weg! Wieder so viel Weisheit und Wahrheit, die ich mit jeder Faser meines Seins bestätigen kann. Ja, Gottes Wort ist Wahrheit, es stimmt. Es sagt mir die Wahrheit über mein Leben. Schon beim ersten Satz bleibe ich hängen, denn Gott macht alles schön auf seine Weise und zu seiner Zeit. Dazu gehören auch Sachen, die ich (zunächst) gar nicht als “schön” deklariere. — So komme ich zur Besinnung, weil in meinem Herzen ja schon “Ewigkeit” hineingelegt wurde. Dies klingt nicht nur spannend, es ist so! Das macht mich einerseits sehr dankbar und zufrieden, andererseits versetzt es mich in eine Art “heilige Unruhe”, denn ich kann es ja nicht ergründen bis zum Schluß, wie das alles zu erklären ist.

Der Mensch lebt in der Schöpfung Gottes.

Der Mensch lebt in der Schöpfung Gottes.

Dennoch, auch und gerade an einem Sonntag, wie dem Toten- oder Ewigkeitssonntag, denke ich besonders an solche Fragen und Themen, die mir und uns allen das Leben stellt. Letztlich ist es egal, mit welchem der beiden Worte man diesen Tag betitelt: beide Ansätze führen beim Nachdenken darüber unter biblischer Perspektive zur Weisheit Gottes. Das ist das Entscheidende: klug werden über das eigene Leben. Denn wirklich klug ist derjenige Mensch, der Tod und Ewigkeit zu Lebzeiten bedacht hat.

 
(Beide Fotos: © 2008 DECKERWEB)

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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