Umkehren und beten

Umkehren und beten

Umkehren und beten (Bild: SXC.hu, nighthawk7 & woodsy / Montage & Bearbeitung: ekkaleo.de)

Heute ist Buß- und Bettag. Im Freistaat Sachsen ist das erfreulicherweise ein Feiertag - immer noch, bzw. immer wieder.

Richtig, es geht hier um Buße mit Esszett, was von büßen kommt. Und es geht auch nicht um das Bett, sondern um den Bet-Tag, also von beten. — Ich stelle das hier mal richtig, auch wenn dies einen Hauch von Komik haben mag. Doch wie die Erfahrung so zeigt, ist die Bedeutung und Aussprache dieses Tages leider vielen abhanden gekommen. Ein klein wenig Sprachgefühl, Wortakrobatik und ein Blick auf die Bedeutung kann also nicht schaden.

Beim Wort Buße und dem zugehörigen Tätigkeitswort büßen schwingen zwei Bedeutungen mit:

  • Alltagsbegriff: büßen für begangene Vergehen, im Sinne von bestraft werden
    Verwaltungsrechtlicher Begriff: Sanktion bei Ordnungwidrigkeiten - Buße, z.B. Bußgeld
  • Fachbegriff im Christentum: Buße ist eine Umkehr des Menschen zu Gott, der sich durch die Sünde von Ihm entfernt hat

 
Beim Buß- und Bettag geht es selbstverständlich um den “christlichen Fachbegriff”, den wir natürlich auch häufiger in der Bibel finden. Heutzutage ist es aber fast unverständlich geworden, denn er bedeutet im Christentum fast das Gegenteil des Alltags- bzw. Rechtsbegriffes.

“Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Nicht die Gesunden brauchen einen Arzt, sondern die Kranken; ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder zur Buße.”
~Die Bibel, Lukasevangelium 5,31+32 (Revidierte Elberfelder Übersetzung)

Buße nach der biblisch-christlichen Auffassung bedeutet eine Sinnesänderung: Denken und Handeln ändern, nun in eine andere Richtung marschieren. Beim Militär würde es in Befehlsform heißen: ‘Halt! Kehrt! Marsch!’ Das Ziel der Buße ist Gott. Es geht also um eine Umkehr des eigenen Denkens, Handelns, ja des ganzen Lebens, hin zu Gott. Dazu soll ein Bußtag besonders einladen und Anlaß geben. Dass dies notwendig ist, bezweifle ich überhaupt nicht, denn wie oft im Leben entfernt man sich im Denken und Handeln von Gott? Richtig, jeden Tag. Daher tut Buße Not.

Und das Beten? Buße ohne Gebet kann ich mir ehrlich gesagt nur schwer vorstellen. Sicher, ohne die Umkehr in der Tat gibt es keine Buße. Doch eine Hinwendung zu Gott erfolgt auch gerade durch das Reden mit Ihm, im Gebet. Ich höre neu auf Gott und rede mit Ihm, schütte mein Herz bei Ihm aus.

Traurig wäre es, all das nur auf einen Tag im Jahr zu beschränken. Umkehren und beten muss immer wieder geschehen, wir brauchen es in einer lebendigen Beziehung zu Gott. Ein Feiertag wie der Buß- und Bettag macht uns aber bewußt, dass diese Einkehr - persönlich, gemeinschaftlich, gesellschaftlich - Zeit braucht und den Willen dazu.

In diesem Sinne:
Nicht nur beten und arbeiten, sondern auch umkehren und beten :-)

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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