Was mir an der Emerging Church nicht gefällt

Meine Anfragen an die Emerging Church (Bild: SXC.hu, lusi / Montage & Bearbeitung: ekkaleo.de)

Meine Anfragen an die Emerging Church (Bild: SXC.hu, lusi / Montage & Bearbeitung: ekkaleo.de)

Einige Leser werden nun wahrscheinlich stutzig werden und eventuell auch das Kriegsbeil ausgraben. Dieses Risiko gehe ich gerne ein, denn meine Motivation für diesen ersten Artikel ist Glaubwürdigkeit. Persönliche Glaubwürdigkeit und auch in der theologischen bzw. gemeindlichen Diskussion. Ziel von ekkaleo ist Ermutigung, allerdings ist das bei einem komplexen Thema wie „Emerging Church“ nicht möglich, ohne auch kritische Punkte zu nennen. Lange Rede, kurzer Sinn: neben diesem kritischen Beitrag, wird ein nächster Artikel folgen, mit den Dingen, die ich an der Emerging Church liebe und absolut nachahmenswert finde! – D.h. erst die Anfragen und Bedenken, dann aber notwendigerweise auch die Begeisterung und die Ermutigung. Ich hoffe diese ausgleichende Vorgehensweise wird anerkannt werden. Dafür Danke im Voraus!

Doch nun frisch ans Werk:

  • Mir kommt die gesamte „Emerging Conversation“ wie ein großer Theologenclub vor. Ich vermisse einfach mal das Fußvolk und auch die sogenannte „Mittlere Ebene“. Mir kommt die ganze Diskussion oft viel zu einseitig vor. Einseitig intellektuell. Obwohl Vielstimmigkeit propagiert wird, ist vieles letztlich nur immer „dasselbe in Grün“. Ich lese und höre eine Schar Männer in den ausgehenden 20ern bis mittleren 50ern. Fast durch die Bank Theologen. Das ist gut, mir aber zu wenig und zuviel Einerlei. Wo sind „einfachen Leute“? Außerdem vermisse ich die ganzen Frauen? Und ich vermisse die „jungen Alten“. Ich vermisse Emergente Handwerker, Bauern, Schüler, Arbeitslose usw. Es mag jetzt platt klingen, aber bitte erhöht in der Konversation die Bandbreite.
  • Obwohl sie sie vorgebenermaßen nicht liebt, bietet auch die Emerging Church zahlreiche Engführungen, etwa in der Behauptung, es gäbe keine absolute Wahrheit(en) mehr. Weiterhin wird es deutlich in der Eingrenzung des Begriffes „evangelikal“ bzw. „die Evangelikalen“ und in der Einschätzung deren Vertreter; ferner in Kategorien wie „Rechtgläubigkeit“. Im Eifer des Gefechts und der beflügelnden Begeisterung geht offenbar manchmal das Temperament mit durch…
  • Obwohl die Emerging Church vehement Dualismen ablehnt, ist die scharfe Trennung zwischen dem Zeitalter der Moderne und der Postmoderne letztlich auch so ein Dualismus. Ebenso zähle ich die Einteilung der Diskutanten/ Diskussion (mit Leuten außerhalb der EC) in „offen“ bzw. „rechtgläubig“ dazu, ebenso das ganze Diskussions- und Abgrenzungswirrwarr um den Evangelikalismus. – Denn wie bereits das Beispiel der spätantiken Sekte des Manichäismus lehrt, kann praktisch alles zu einem Dualismus werden.
  • Außerdem ist mir die Trennung zwischen Moderne und Postmoderne viel zu scharf und endgültig. Ich vertrete die Ansicht, dass beide Zeitalter parallel existieren. Außerdem habe ich Probleme von einer „Übergangszeit“ zu sprechen. Vielmehr würde ich von regional entkoppelbaren Gleichzeitigkeiten sprechen, natürlich global gedacht (wie es die EC richtigerweise einschlägt!).
  • Die Emerging Church legt mir den Fokus in ihren Analysen neben vielen wichtigen, neuen und innovativen Gedanken doch zu sehr auf das, was in 2000 Jahren Heils- und Kirchengeschichte schlecht lief. Innovative Gedanken und Gemeinschaften usw. werden ausgeblendet, auch wenn es kleine Bewegungen, kurzlebige Gedanken oder vielleicht nicht ganz so prominente Personen waren. Viele Gedanken und Ansätze sind wirklich nicht neu, sondern werden lediglich mit neuer Begrifflichkeit und angeliefert mit einem perfekt präparierten Umfeld „platziert“. Innovative Ansätze, zum Beispiel aus dem Brüdertum vermisse ich völlig. Doch bis heute gibt es in jenen (höchst heterogenen!) Kreisen dialogische Foren und ein „Ringen um den besten Weg“ – inklusive Praxis. D.h. etwa eine „Orthopraxie“ ist nicht neu. Alles schon mal dagewesen.
  • Die Emerging Church sähe es gerne, nicht als weitere „Welle aus Amerika“ wahrgenommen zu werden, wenngleich genau dies (bewußt und unbewußt) geschieht. Man müßte präzisieren: eine Welle aus der englischsprachigen Hemisphäre, d.h. USA, GB, NZ, Australien, Kanada. Nichts gegen diese Länder und Leute, dennoch ist das ganze Thema für mich eine „Welle“ bzw. „Bewegung“. Was soll mit einem Leugnen bezweckt werden? Die Richtung der „Welle“ ist auch eindeutig. Die Frage bleibt, warum z.B. der deutsche Zweig der Bewegung bisher nur durch Variationen der bestehenden EC-Ideen auffiel, jedoch nicht mit wirklich eigenen urdeutschen Ansätzen?
  • Ob sie es will oder nicht: die Emerging Church wird in erster Linie als eine Bewegung/ ein Konzept/ ein Diskurs wahrgenommen, der in urbanen (Sub-) Kulturen funktionieren sollte – und wohl nur dort, oder? Mit einer großen kulturellen Gleichförmigkeit bzw. nicht-westlichen sozioökonomischen Bedingungen könnten/ würden/ dürften/ sollten die EC-Ansätze nicht funktionieren?!? Dies wäre für mich aber ein Hinweis auf die Fragwürdigkeit der EC bzw. für die Frage nach der Wahrheit. Anders gesagt: ich glaube nicht, dass die EC in irgendeinem „Kahlschlag-Dorf mit Hartz IV“ funktioniert. Warum? Einfach nachfragen!
  • Die EC geht über viele Erweckungen der Heils- und Kirchengeschichte relativ schnell und oberflächlich hinweg. Die Frage ist: sind viele EC-Gedanken nicht schon schrecklich alt und praxiserprobt? D.h. wie sind alle bisherigen Erweckungen zu erklären, wenn ein Großteil der bisherigen Kirchengeschichte kritisch beäugt wird? – Es wäre sträflich die Erweckungen als Highlights rauszufiltern und alles andere, was war, als „mangelhaft“ zu disqualifizieren – aus welchen Gründen auch immer.
  • Ron Kubsch bringt es während einer Buchrezension [PDF] auf den Punkt: die EC ist leider zu oft auch eine Sammelbewegung von Enttäuschten, Frustrierten und zu-kurz-Gekommenen der weiten evangelikalen/ evangelischen Welt; in Deutschland wohl ganz besonders?
  • Die EC scheint mir von der Mentalität her das zu sein, was man in der Politik mit „links“ bzw. „linksliberal“ bezeichnet. Dabei hätte ich gerne gewußt, um beim Bild der Politik zu bleiben, was dann ein „mitfühlender Konservatismus“ in EC wäre?
  • Vermutlich wird in der nun folgenden Diskussion auf diesen Beitrag alles Kritische abgestritten oder entsprechend seziert, um es richtig zu stellen. Genau das wäre eine weitere Kritik: alles lässt sich mit dem EC-Konzept „passend machen“, weil dem Puzzle so oft die Teile mit den Außenkanten fehlen… Anders gesagt: man kann sich auch wunderbar herauswinden und kriegt den Pudding einfach nicht mehr an die Wand genagelt.

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

18 Reaktionen zu “ Was mir an der Emerging Church nicht gefällt ”

  1. Wollte eigentlich zu ein paar Punkten etwas schreiben, aber irgendwie habe ich nach deinem letzten Punkt darauf keine Lust mehr.

  2. [...] Was mir an der Emerging Church nicht gefällt Meine Anfragen an die EC-Bewegung und einige ihrer Inhalte [...]

  3. @Hufi:
    Erst einmal herzlich willkommen hier! Vielleicht magst du ja trotzdem noch? Mich würd’s interessieren! Oder schreib mir eine Mail (Kontakt s.o.)?

  4. [...] Decker hat auf ekkaleo.de einen ganz hervorragenden Beitrag zur gleichen Überschrift veröffentlicht, dessen einzelne Punkte ich im großen und ganzen unterschreiben möchte - auch, [...]

  5. @Hufi:

    Also, ich würde das auch gerne lesen - vielleicht kannst Du hier ja doch noch etwas dazu schreiben!?

    Gruß, Tobias :-)

  6. Hallo David,

    meinen Respekt für diese klaren und deutlichen Worte. Ich bin gespannt auf Teil 2!

    Viele Grüße, Johannes

  7. … aber das Bildchen (links) habe ich mir nicht ausgesucht … !

  8. Mal schauen, ob ich noch dazu komme etwas ausführlichere zu antworten.
    Ich denke auf jeden Fall, dass du in einigen Punkten wirklich Recht hast, bei anderen finde ich, dass du es zu eng siehst. Teilweise fallen mir direkt Gegenbeispiele innerhalb von Emergent Deutschland ein.

  9. …würde mich auch freuen, wenn sich hier eine differenzierte Diskussion ergibt. Auf den ersten Blick kann ich die Anfragen gut nachvollziehen. Gleichzeitig würde ich sagen: Es gibt halt etliche “allgemein-menschliche” Schwächen, die sich auch, aber eben nicht nur innerhalb der “EC” (doppeldeutige Abkürzung!) bemerkbar machen (dort aber vielleicht besonders offensichtlich werden).

  10. Hm. Mir geht es ähnlich wie Hufi - ich empfinde dein Feature als wesentlich ausgewogener als diesen Beitrag hier. Man kann auch vieles nicht so eingehen, ohne Deine Wahrnehmung auf diesen Gebieten in Frage zu stellen. Bist Du offen dafür, dass deine Wahrnehmung in Frage gestellt wird?
    Ich setze es einmal voraus und versuche ein paar Gedanken bei zu steuern.

    Zu 1 - es ist eine Theologische Diskussion und gefragt sind Schreiberlinge - vielleicht einer der wenigen Tummelplätze, wo Theologen mal Ruhm und Beachtung ernten können. Theologen werden z.B. auf dem Greenbelt Festival wie Rockstars gefeiert. Von daher ist es nicht verwunderlich. Um Rollins zu lesen muss man einfach auch studiert haben. Gute Beobachtung und berechtigter Einwand. Nur: Ist es dadurch weniger richtig? Sind die Fragen falsch? Welche Wege müsste man noch einschlagen?

    Zu 2+3 Ich bin mir nicht sicher, ob es diesen scharfen Dualismus wirklich gibt. Die Leute, die ich kenne reden alle von einer Übergangszeit in der sogar die Vormoderne noch eine Rolle spielt. Brian McLaren hat das auf dem letzten Forum auch stark betont. Postmoderne und Emerging Church scheint zwar untrennbar, letztlich ist hier aber zu viel noch im Fluss, als das die mir bekannten Leute hier einen Dualismus aufstellen würden. Wir leben in einer Parallelwelt, ganz klar.

    Zu 4 Bist Du Dir da wirklich sicher? Woran machst Du eine Engführung des Geschichtsverständnisses der EC BEwegung fest? An der Sicht der Konstantinischen Wende? Wir erleben im Bereich der Kommunitäten und der monastischen Bewegung eine Rückbesinnung, die Regula Benedicti wird wieder gelesen, das Mittelalter mit Meister Eckhard und der Summa Theologica und dergleichen ist wieder auf dem Plan. Das sind zwar vielfach auch Geschichtsbereiche, die in der evangelikalen Welt eher kritisch beäugt werden, aber das ist Kirchengeschichte. Kritisch ist die EC meiner Meinung nach bei den Entwicklungen des Pietismus und der Neuzeit (Mit Ausnahme der vielfach rezipierten Befreiungstheologie)

    Zu 5. Du sprichst von einer Welle: “Man müßte präzisieren: eine Welle aus der englischsprachigen Hemisphäre, d.h. USA, GB, NZ, Australien, Kanada.” Das sind deutlich unterschiedliche Kulturkreise, die Du da nennst. Ich weiß von Initiativen in Indien, Beirut, Südamerika, Spanien, Tschechien, Rußland. Es ist Allgemeingut, dass die Amerikaner schnell im Adaptieren sind und eine wahnsinnig effektive Publikationsmaschine haben. Eine Weltweite Bewegung mit ihren jeweiligen Kulturellen Ausprägungen, die größtenteils unabhängig von einander entstand ist nicht so leicht in einen westlichen Topf zu werfen - aber die Frage nach dem “urdeutschen” Beitrag stellst nicht nur Du, sondern auch andere. Wir stehen da meiner Meinung nach mit Taten deutlich hinter unseren Worten hinterher.

    Zu 6 Teils schon vorher gezeigt ist die EC im Besten Sinne eine Kontextualisierungsbewegung und als solche von vorne herein darauf ausgelegt überall zu “funktionieren”. Was nie funktioniert ist: Nur reden und Café Latte trinken. Da steckt eine große Gefahr drin, denn ich sehe noch keine große missional geprägte Bewegung in Deutschland, die sich für die Nöte der Armen einsetzt und das Evangelium wahrnehmbar und kulturrelevant öffentlich macht. Da sind wir im Moment noch auf gleicher Höhe wie die großen, alten Kirchen: Diese Aufgabe hat auf großer Ebene bis jetzt noch keiner geschafft. Um so mehr Grund einen neuen Ansatz zu fördern - der Freikirchenansatz hat seit dem 2. Weltkrieg unter Beweis gestellt, dass er seinen eigenen Ansprüchen und dem biblischen Auftrag nicht gerecht wird. Dem “New Kid on the block” sollte man einfach mal 10 Jahre geben oder noch mehr….

    Zu 7 Bingo: Hier wird das Kind häufig mit dem Bade ausgeschüttet und mit der evangelikalen Kultur, die tatsächlich am heftigsten in der Kritik steht, wird häufig auch dieser Bereich der neueren Kirchengeschichte mit Nichtachtung gestraft. Schade und ein blinder Fleck. Einer von vielen - aber ich erwarte, dass man in kurzer Zeit versuchen wird blinde Flecken zu erkennen und sich damit auseinander zu setzen.
    Du schreibst: “wenn ein Großteil der bisherigen Kirchengeschichte kritisch beäugt wird? – Es wäre sträflich die Erweckungen als Highlights rauszufiltern und alles andere, was war, als „mangelhaft“ zu disqualifizieren – aus welchen Gründen auch immer.” das verstehe ich nicht. Meine Wahrnehmung ist da eine ganz andere, wie auch schon oben beschrieben. Peter Aschoff untersucht die irische Mönchsbewegung und Spiritualität und hat über Luther promoviert. Meine Wenigkeit hat im Bereich Ordensentstehung und manches andere gearbeitet. Nicht immer ist alles so sichtbar, aber eine allgemein kritische Geschichtshaltung kann man den Deutschen EC’lern nicht vorwerfen. Im Gegenteil - Zinzendorf ist ein Held, der Mission Dei Gedanke, ein zentraler Gedanke der EC Bewegung (http://de.wikipedia.org/wiki/Missio_Dei) kommt von Deutschem Boden und das 1952. Hier gäbe es sicherlich noch mehr zu sagen, aber du merkst da geht einiges…

    Ron Kubsch hat recht. Aber kann man nicht auch einfach enttäuscht sein von Gemeinde, wenn sie sich verkriecht und sich weigert mit der Kultur und Welt in der sie lebt in Kontakt zu kommen? Beispiel: Ich habe in einer WG gewohnt auf dem Boden einer Baptistengemeinde - jeden Tag kamen Jugendlichen zum Basketballspielen auf unsere Hof. Mein Schreibtisch, mein Bett, alles hat gewackelt, wenn sie gespielt haben. Trotzdem war ich dafür bessere Spielmöglichkeiten zu bauen. Aber: Die Gemeindeleitung hatte Angst vor den “Gefahren” wie verschmutzte Wände. Also hat man die Türen einfach dicht gemacht und die Zäune höher gebaut. Das hat mich frustriert. Und es war heilsam, denn ich habe die Evangelien gelesen und einen Jesus gefunden, der anders ist als das. Das war mein Anfang mit der EC Bewegung 1998 - mit den Gedanken zumindest. Lausanne 2, David Bosch, Newbiggin - hier sind die theologischen Väter der EC zu suchen. Was ist also schlecht an Frustration, wenn sie zur Neubesinnung und Handlung statt zur Überkritik und Passivität führt?

    zu 10. Hm. Politisch könnte das hinkommen. Das ist nicht mein Thema, ich erlebe mich selbst Voruteilsbeladen. Andere mögen zu diesem Punkt Stellung nehmen. Richtig ist, dass jede Gesellschaftsverändernde Nachricht ihren Wiederhall in der Politik finden muss. Das Verhältnis Kirche und Staat muss geklärt werden.

    Zu 11. Wie schon gesagt - ich habe dein Feature ausgewogener erlebt als diese Punkte, die aus einer nicht persönlichen Auseinandersetzung mit dem Thema resultieren. Mit wem hast Du persönlich gesprochen? Hast Interesse an einem Gespräch auf persönlicher Ebene? Da lässt sich bestimmt was machen…bei einem Bier? Ich weiß nicht, ob das jetzt die von dir Erwartete Pudding an die Wand nageln Geschichte ist. Die hat mich übrigens auch zuerst entmutigt, ich habe dann aber trotzdem etwas geschrieben, weil nicht schreiben auch keine Lösung ist. Aber die Frage bleibt: Was hast Du erwartet?

  11. Ich bin sehr interessiert an neuen Formen von Kirche (ich mag das Wort EC nicht mehr so) und sehe grosse Chancen darin, endlich (wieder) relevant zu werden für unsere Gesellschaft und die Dinge zu tun, die Jesus predigt (Liebe deinen Nächsten)… allerdings:

    “ich sehe noch keine große missional geprägte Bewegung in Deutschland, die sich für die Nöte der Armen einsetzt und das Evangelium wahrnehmbar und kulturrelevant öffentlich macht.”
    (Zitat Björn)

    Mir geht es auf den Keks, dass man hier in Europa so viel bloggt über EC und mind. 90% davon ist Theorie. Deshalb habe ich grössenteils aufgehört, das Thema zu verbloggen.

    Ich möchte Berichte lesen aus der Praxis, wirkliche Umsetzung. Konkrete Ideen kriegen, wie ich selbst (als nichtleitender Teil einer Gemeinde) aktiv einen solchen Weg gehen kann - ich will lesen, ob eine Kirche es in Europa geschafft hat, sich in Richtung Gesellschaft zu ändern oder ob es immer neue Gruppen braucht dafür - usw… Das sind die Fragen, die wohl einige innerlich stellen - und die fehlenden Antworten kratzen schon an der Glaubwürdigkeit.

    Ein (halber) Postmoderner, der mit klassischen Kirchen, die sich um sich selbst, ihr professionelles Programm und die Anzahl Frischbekehrter/Alphalive-Besucher drehen gänzlich unzufrieden ist :-)

  12. @Björn: Herzlich willkommen hier!
    Ich habe bewußt diese Punkte hier veröffentlicht, weil ich offen sein will. Es sind eigene Anfragen, Unverständnis, Zweifel, was aber nicht heißt, dass ich vieles von EC ablehnen würde oder so. Mein “pro-Beitrag” kommt ja in Kürze :-) Das ist praktisch mein Weg mit EC, völlig subjektive Erfahrungen.

    Zu einzelnen Punkten deines Kommentars werde ich noch ausführlicher antworten!

    Eine Frage schon jetzt: wie meinst du das mit dem Feature? - Also das “Feature” ist praktisch nur eine Sammlung meiner Beiträge rund um EC aus der letzten Zeit. Der “kontra-Beitrag” als nur ein Teil davon, der “pro-Eintrag” wird dann noch ergänzt.

  13. @Sam: Ebenfalls herzlich willkommen hier!
    Du stellst berechtigte Anfragen, ob es nur um Theorie, Diskussion und “Verbloggen” geht. Das sehe ich teilweise genauso! Auf der einen Seite ist mir ein Diskurs wichtig, in der Form, dass um den besten Weg gerungen wird. Andererseits ist es oft besser, den Mund zu halten und vor Ort etwas zu tun. — Das Thema “Emerging Church” ist daher auch nur eines von vielen Themen bei ekkaleo, und auch nur als Unterpunkt von Gemeinde (Ekklesia) eingebaut. Ich verarbeite hier meine eigenen Erfahrungen mit Gemeinde vor Ort und meinen Weg mit EC. Diese Selbstreflexion hilft, Dinge zu klären und zu verarbeiten und vielleicht auch hier und da andere zu ermutigen.

    Mich fasziniert besonders der praktische Ansatz den Johannes Reimer vertritt, das hat mich sehr inspiriert und auch bei uns in der Gemeinde. Daraus ist vieles in die Praxis gegangen, ohne aber zu kopieren. Ob es immer neue “Gruppen” braucht, weiß ich nicht, wichtiger scheint mir, das zu tun, wo man vor Ort ist. Ein Diskurs ist aber wichtig, um die Vision zu schärfen und auch immer wieder zu hinterfragen, warum und wie man was tut.

  14. “Vermutlich müssen wir die Geschichten, die wir lesen wollen, selbst schreiben” C.S. Lewis zu J.R.R. Tolkien, bevor sie Narnia und Herr der Ringe geschrieben haben. Ich würde mir für mich selbst und für so viele andere wünschen, dass wir wirklich berichten können was der Weg sein könnte auf einer großen Ebene. Vermutlich sind wir zum Arbeiten und Beten verurteilt und ausprobieren…

  15. [...] für das, was entsteht(Bild: SXC.hu, somadjinn / Bearbeitung: ekkaleo.de)Hier nach meinen Anfragen nun der angekündigte Mutmacher zur Emerging Church. Es gibt ein paar Dinge, die kann man nicht [...]

  16. Hallo David,
    hab jetzt einfach mal deine Pro’s und Contra’s zur Emerging Church gelesen und bin noch gespannter auf das Wochenende in Erlangen, wo ich die Gelegenheit habe, EC zum ersten Mal “inkarniert” und nicht nur virtuell zu erleben. Auf zwei Dinge werde ich mit Sicherheit besonders achten - weil ich eine Frau und keine Theologin bin:
    - Wo und wie sind die Frauen unterwegs? Da bin ich vor allem auf Stinis Vortrag gespannt.
    - Wo gibt es praxisorientierte Ansätze, die auch in einer eher ländlichen traditionell kirchlich geprägten Gemeinde umgesetzt werden können? Da ist ja Johannes Reimer offensichtlich auch der richtige Referent für.
    Und natürlich freue ich mich auf die - hoffentlich - fruchtbaren, konstruktiv-kritischen Diskussionen.
    Wir seh’n uns!
    Ute
    PS: Ich stelle übrigens fest, dass EC-bewegt offensichtlich auch heißt: ich brauche einen eigenen Blog. Da bin ich wohl eine der wenigen, die noch keinen hat, mich aber fleißig durch die zahlreichen originellen Blogs lese!

  17. @Björn:
    Danke, du hast mir viel Tipp-Arbeit erspart. :)

  18. [...] den Leuten und den Themen. Das hatte ich so nicht erwartet. Zwar bleiben viele meiner Anfragen nach wie vor bestehen, auch wenn einige Sachen in einem anderen (verständlicheren) Licht [...]

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