Carolyn Arends - Christmas An Irrational Season

Carolyn Arends - Christmas: An Irrational Season (2004)

Carolyn Arends - Christmas: An Irrational Season (2004)


»Nun, das ist Weihnachten,
eine Hand legt sich einem auf die Schulter.
Weihnachten.
Ein kleines bißchen Himmel auf Erden,
das ist Weihnachten.
Die liebliche Liebe Jesu
nun als Mensch erscheinend, yeah!«

~ Carolyn Arends, Refrain von “Now In Flesh Appearing”

Carolyn Arends’ erste Weihnachtsplatte ist etwas Besonderes. Schon die Hülle im niedlichen Pappschuber zeigt das auf. Der CD-Titel reißt aus dem alljährlichen Trott: “Weihnachten, eine absurde Saison”. Mmmh, komisch, oder? Naja, wir werden sehen!

Carolyns “Boygroup” spielt frohgemut und herzlich auf. Besonders gelungen sind die Background-Vocals, unter anderem vom langjährigen Bandmitglied & Solokünstler Spencer Capier. Der Akustik-Pop kommt zudem in hervorragender Klangqualität daher. Beisweilen darf auch gerockt werden, wie die wunderbaren Versionen von “Angels We Have Heard On High” oder “Go Tell It On The Mountain” zeigen. Musikalisch ist diese CD vom Feinsten: exzellente, abwechslungsreiche Arrangements und stimmlich kommt die Kanadierin ähnlich elegant rüber wie auf ihren ersten beiden ‘Reunion’-Alben. Zu allem Überfluß hat sie ihr Werk auch gleich noch selber produziert!

Man hört hier keine süßlich hingehauchten frommen Radioballaden, sondern authentische, bodenständige Songs. Carolyns Songwriting ist erstklassig - das Album besteht mehrheitlich aus ihren eigenen, neuen Weihnachtsliedern. Sie hat die Angewohnheit für ihre Gemeinde jedes Jahr ein neues Weihnachtslied zu schreiben, welches dann am 24. Dezember im abendlichen Gottesdienst aufgeführt wird. Sieben davon - aus den Jahren zwischen 1995 bis 2004 - sind hier dabei. Die Lyrics greifen verschiedene Aspekte der Weihnachtsbotschaft auf und versuchen das ganze im Heute verständlich zu machen. Als “Zugaben” gibt es ein zur Melodie von “What Child Is This?” gesungenes Gedicht von Madeleine L’Engle als Vor- und Nachspiel. Weiterhin erklingen: ein starkes Cover von Robbie Robertson, “Christmas Must Be Tonight”, eine neue Version des Charles Wesley-Chorals “Come Thou Long-Expected Jesus”, plus die oben genannten Traditionals natürlich. Man begreift freudig: ‘Es geht auch völlig ohne Kitschfaktor!’

Und was ist an alledem nun absurd? Rein gar nichts, eigentlich. Dennoch, wenn die musikalische und zweifache Mutter von dieser “Sklavin des Herrn” (Lord’s servant) singt, dann wird deutlich, Weihnachten birgt ein Geheimnis. Etwas, was mit dem menschlichen Verstand nicht völlig erklärbar ist, irgendwie ein klein wenig auch “absurd”. Das Vorspiel “The Irrational Season” merkt an: »Dies ist eine absurde Saison / wenn die Liebe hell und wild erblüht / denn wäre Maria mit dem ganzen Sinn erfüllt gewesen / so hätte es keinen Platz für das Kind gegeben / so hätte es keinen Platz für das Kind gegeben.« In der Tat! Durch “The Lord’s Servant” wird dieser Glauben von Maria und Joseph noch einmal in poetischer Form herausgestellt. Beide ließen sich von Gottes Geist gebrauchen - zu Seiner Ehre und Herrlichkeit und den Menschen zur Rettung. Wunderbar, auch wenn es uns absurd erscheinen mag.

Fazit: Es ist mit Abstand die fröhlichste Carolyn Arends (plus Mannschaft!), die man bis dato “auf CD” erleben kann. Dieses Album ist eine echte Ohrenweide und macht die Advents- und Weihnachtszeit mal ganz anders und neu hörbar!

—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2005

Daten: 13 Titel / 47 Min.
Musikstil: Singer/Songwriter, Folk - Weihnachten
Label(s): 2004 2B Records, Signpost Music, Kanada / musicfreaks.biz
Im Web: offizielle Seite / bei MySpace

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

Eine Reaktion zu “ Carolyn Arends - Christmas An Irrational Season ”

  1. [...] in ihrer Gemeinde. Einige davon erschienen vor ein paar Jahren erstmals auf ihrer Weihnachts-CD. Seitdem wurde die Tradition natürlich fortgesetzt, so auch 2007. Da entstand “It Was A [...]

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