Emergente Initiativen dringen in die Praxis (Tag 3)

Emergente Initiativen vernetzen sich

Emergente Initiativen vernetzen sich

Erfahrungen des letzten Tages

Den Abschlußtag des Forums könnte man auch als Initiativtag bezeichnen, denn hier ging es sozusagen um ein paar Sätze und Vorhaben in eigener Sache und dann natürlich die Initiativen, welche eigentlich Emergent Deutschland ausmachen. Tobias Faix hat den Bereich Veröffentlichungen und Bücher vorgestellt: beim Francke-Verlag (Marburg) erscheint seit 2008 in loser Form eine Art Reihe von Emergent Deutschland. Geplant sind pro Jahr zwei Bände. So ist gerade das neueste Buch von Brian McLaren („Höchste Zeit, umzudenken!“) auf Deutsch erschienen. Für 2009 ist unter anderem der Nachfolger des 2007er ‚ZeitGeist‘-Buches geplant; dies wird wieder verschiedene Perspektiven aufweisen, doch qualitätsmäßig wohl ein klein wenig anders aufbereitet werden, wie ich das verstanden habe. Der Titel wurde schon gelüftet, aber den verrate ich hier jetzt nicht – er wird ein Hammer aus meiner Sicht :-)

Weitere Initiativen stellten sich vor, so unter anderem „Gleichberechtigung“ und die „Theologie“. Später gab es eine interaktive Vernetzungsphase, wo sich bestehende Initiativen vorstellen und erweitern konnten sowie ganz neue Projekte aus der Taufe gehoben wurden. So gibt es nun mehrere Stammtische (u.a. Franken/ Erlangen und Südwestdeutschland) sowie eine Initiative rund um Kunst und Anbetung. Ich hätte eigentlich auch Interesse habt, irgendwo mitzuarbeiten, doch schon jetzt ist klar, dass für mich das (Wahl-) Jahr 2009 fast komplett ausgebucht ist. So wird sich das ganze für mich wohl oder übel auf das nächste Forum verschieben …

Nach dem vernetzten Vormittag, rückte die Stunde des Abschieds näher. In Rekordzeit wurden unter Peters Anleitung alle Tische und Stühle weggeräumt und die ersten Teilnehmer flogen aus. Damit war auch für mich das erste Forum gelaufen, zumindest „live“. Gedanklich und online wird es mich auf jeden Fall weiter beschäftigen.

 
Positiv überrascht – mein Fazit vom Forum

Die Hauptfrage lautet ja, ob sich die vielen Bahnkilometer und der ganze „Aufwand“ für mich gelohnt haben? – Ganz klar: JA! Ich würde sofort wieder hinfahren! Auf dem Forum wurde ich positiv überrascht von der (barcampigen) Atmosphäre, den Leuten und den Themen. Das hatte ich so nicht erwartet. Zwar bleiben viele meiner Anfragen nach wie vor bestehen, auch wenn einige Sachen in einem anderen (verständlicheren) Licht erscheinen, doch die Formen des Dialogs haben mir sehr gut gefallen. Man ist offen füreinander, es herrscht eine große Freiheit und vor allem: gegenseitiger Respekt! Dies war sehr wohltuend zu erleben: da treffen sich ganz unterschiedliche Menschen, fast wie eine große Familie, und werden verbunden, durch „das auf dem Weg sein“. Man hat drängende Fragen, viele Erfahrungen, vielleicht manchen Frust, doch auch jede Menge neue Ideen. Ein live-Austausch ist da fast zwingend erforderlich.

Depone sagte in Erlangen sinngemäß in einem Satz, dass hier der „emergente Dialog ermöglicht wird“. Genau so war es. In Erlangen ging man völlig unkompliziert miteinander um! Sachlich, doch nicht unkritisch. Erst so wurden weiterbringende Diskussionen möglich. Dabei wurde ja nicht nur „diskutiert“, sondern auch referiert und damit Impulse vermittelt, wo das ganze Forum nun „dran zu tragen hat“…

Ich bin sehr dankbar für die vielfältigen Erfahrungen und dass es möglich war, dass ich vor Ort sein konnte. So konnte ich mal einige BloggerInnen hinter den Pixeln kennenlernen bzw. mit Referenten quatschen. Und so habe ich auch verstanden, wie weit viele der derzeitigen erbarmungslosen Kritiker von der Realität der emergenten Bewegung entfernt sind. Unter diesem Eindruck wird vieles von der Kritik zu einer völlig absurden „Diskussionsmasse“. Wenn man nicht einmal den direkten Austausch sucht; nur irgendwelche aufpoppende Zitate und Zitätchen rausschnippelt, dann muss es zwangsläufig in einem Jonglieren mit Versatzstücken enden. Das ist sehr schade, denn damit wird bislang zunichte gemacht, was beide Seiten voneinander lernen können: verschiedene Sichtweisen, einmal etwas stehen lassen. Und vor allem die Einsicht, dass auch die Christenheit in Deutschland an viele unbequeme Fragen heran muss, will sie eines, und zwar: relevant bleiben.

Insofern ist es für mich keine Frage, dass der Termin für das 2009er Forum (27.-29.11.2009 in Erlangen) natürlich vorgemerkt ist. Solch einen Austausch über Mission, Glaube und Gemeinde sowie den Zustand der (deutschen) Christenheit und Gesellschaft will ich mir einfach nicht entgehen lassen! Ich werde, wie viele andere, auf der Suche nach Antworten verharren :-)

P.S. Ein herzlicher Gruß geht nachträglich an die Erlanger Gastgeber, inklusive Getränkebereitsteller, Essenholer, Aufwascher usw. Ihr wart echt gute Gastgeber und alle haben sich wohlgefühlt. Der W-LAN-Empfang hat in seiner Stärke so manches BarCamp in den Schatten gestellt, auch dafür danke! Kaffee und Bier haben geschmeckt, ebenso die Sounds.

 
Weiterführende Informationen zum 3. Tag:

 

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Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

3 Reaktionen zu “ Emergente Initiativen dringen in die Praxis (Tag 3) ”

  1. [...] Emergente Initiativen dringen in die Praxis (Tag 3) (TIPP! - super Fazit) [...]

  2. freue mich deine berichte und das fazit des forums zu lesen.
    viele grüße.

  3. Hat mich gefreut, dich wenigstens mal kurz kennengelernt zu haben. Können wir nächstes Jahr gerne vertiefen. Und dein positives Feedback finde ich sehr ermutigend, danke!

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