Im kalten Hochwinter
Corrinne May - nicht zu verwechseln mit der Deutschen Corinna May (Grand Prix…) - wurde geboren in Singapur und lebt in Los Angeles. Die Musikkarriere der Singer/Songwriterin und Instrumentalistin (Piano, Gitarre) ist seit 2001 am Laufen. Ihre Version der populären Weihnachtsballade “In The Bleak Midwinter” hat zunächst kaum etwas Weihnachtliches an sich, dennoch fasziniert ihr simples Piano-Arrangement. Dazu kommt eine für den ersten Moment unerwartete - schöne! - Stimme. Das Video zeigt sie live in einer Bar.
“Im kalten Hochwinter”, so könnte man das Lied auf deutsch übersetzen, beschäftigt sich mit einer “nordischen” Perspektive auf Weihnachten: frostig-kalt, grau und eisig, irgendwie melancholisch, doch von eigenartiger Schönheit. Sanft, aber bestimmt, wie eine Eisblume, wächst die Melodie empor. Die Weihnachtsgeschichte scheint in entfernte Vorzeiten verlegt zu sein, nur, um in der zweiten Strophe ein zärtliches Kontrastprogramm zu bringen: die wärmende Heiligkeit der Himmelsengel und die liebende Fürsorge der jungfräulichen Mutter. Im dritten Akt enden die Lyriks mit der Frage, was “ich” Ihm, also dem menschgewordenen König und Gottessohn, bringen kann als Geschenk der Anbetung? Über die Hirten und die Weisen geht der Fokus auf das Erzähler-Ich bzw. den Leser/ Zuhörer über. — Geschrieben hat den Text im 19. Jahrhundert Christina Rossettti (1830-1894), doch bei der Musik gehen die Quellen auseinander. Gleich drei Komponisten habe ich gefunden: Robert O. Morris, Harold Darke sowie Gustav Holst. Oder gibt es einfach nur verschiedene Versionen/ Spielweisen? Vielleicht hat jemand genauere Angaben dazu, die Kommentare bieten Platz dafür :-)
Auf Corrinne Mays Weihnachtsalbum “The Gift” (2006) ist leider keine Studioaufnahme des Liedes enthalten. Dafür gibt es vom Paul Colman Trio (auf: “City On A Hill: It’s Christmas Time”), Ralph van Manen (”Angels On The Wing”) und Moya Brennan (auf “An Irish Christmas”) sehr hörenswerte Versionen, ebenso wie von unzähligen anderen Interpreten.
P.S. Weitere Videos des Stückes gibt es von Celtic Woman (Instrumental, gefolgt von “The First Noel”), von Loreena McKennitt und ferner als Uservideo (mit Akustikgitarre).





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