Jahrtausend-Gebet

Cliff Richards “Jahrtausend-Gebet” schoss Ende 1999 in die britischen Charts und bescherte ihm eine weitere Nummer Eins. Dabei war die Single eigentlich boykottiert worden - sowohl von Radiostationen als auch seiner damaligen Plattenfirma (EMI). Der Grund dürfte wohl der Liedinhalt gewesen sein: Das Vaterunser-Gebet aus dem Matthäus-Evangelium. Der Song ging trotzdem auf die Eins, nicht nur wegen dem populären Interpreten und dem weltbekannten Text, sondern sicher auch wegen der Melodie von “Auld Lang Syne”. Dieses schottische Traditional ist sowas wie die offizielle Silvester- und Neujahrshymne der englischsprachigen Hemisphäre und schon dadurch extrem bekannt und populär. Die Radiosender und die Plattenfirma haben sich also klassischerweise ins eigene Knie geschossen, nur um Ende mit ansehen zu müssen, wie der Sir des Mainstream-Pop doch auf zahlreichen britischen und europäischen Fernsehkanälen seinen Hit darbot. In Deutschland gab es teilweise auch einen Bann, doch durch die beherzte Verteilaktion der Evangelischen Kirche erfuhr die Maxi-Single auch hier eine große Verbreitung.

Wie auch immer, “The Millennium Prayer” reißt mit und inspiriert, es ist ein “Gemeinschafts-Ding”, dieser Song! Sicher, dadurch gerät der Gebetstext etwas in den Hintergrund, doch vielleicht dringen immer noch viele zur wahren Bedeutung durch. Bei aller Silvester- und Neujahrsfeierei ist es doch wichtig, zu bedenken, wer über allem der Herr ist und wem wir verantwortlich sind.

Der Videolink (YouTube)
(Musikvideo; TV Live-Version; Live-Countdown 1999/2000)

 
Übrigens, von Michael W. Smith gibt es auch eine höchst gelungene Vertonung des Vaterunser, “As It Is In Heaven”, von seinem 1995er Album “I’ll Lead You Home”. Dazu ein schönes Uservideo

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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