Macht die Tore auf

Die Tore weit aufmachen

Die Tore weit aufmachen


Macht die Tore auf

Macht die Tore auf, öffnet eure Herzen,
denn der König kommt und zieht bei uns ein.
Macht die Tore auf, öffnet eure Herzen,
Gott will mit uns sein.

Er kommt, als ob es selbstverständlich wäre,
dass Mächtige so menschenfreundlich sind.
Er macht sich nichts aus Reichtum, Ruhm und Ehre.
Der König kommt im Stall zur Welt als Kind.

Macht die Tore auf …

Er kommt, obwohl er das nicht nötig hätte,
weil er uns liebevoll die Treue hält.
Er stört sich nicht an Brauch und Etikette.
Er kommt hinein in unsre kleine Welt.

Macht die Tore auf …

Er kommt, und wer ihn einlässt, kann gewinnen,
kann spüren: Er ist Liebe in Person.
Er kommt, um neue Freundschaft zu beginnen:
Gott möchte mit uns sein in seinem Sohn!

Macht die Tore auf, öffnet eure Herzen,
denn der König kommt und zieht bei uns ein.
Macht die Tore auf, öffnet eure Herzen,
Gott will mit uns sein.

Text: Christoph Zehendner / Musik: Manfred Staiger
© 2006 Auf den Punkt, Siegen

Advent heißt Ankunft und Erwartung. Das ist den meisten Menschen bekannt. Doch ist es heutzutage überhaupt noch sinnvoll eine Ankunft zu erwarten, wenn man doch alles gleich und sofort haben könnte? Warum denn warten? Es wäre jetzt schön einfach, auf die Supermärkte zu verweisen, die jedes Jahr Anfang September die Paletten mit den Weihnachts-Süßigkeiten in die Verkaufsräume schieben oder die frommen Buchläden, die schon im August mit den Kalendern fürs Folgejahr bestückt werden. Ich meine, was man einmal wo gekauft hat, kauft man nicht ein zweites Mal woanders. Ich finde es unaufrichtig, alles mit dem Schimpfwort “Kommerz” zu belegen. Das greift zu kurz. Denn: sind wir nicht alle so? Können nicht mehr warten, wollen gerne mal im September ein Dominosteinchen naschen … Viele Weihnachtsmärkte in Deutschland öffnen bereits vor dem Totensonntag. Aufgeregt wird sich feste drüber, doch die meisten gehen trotzdem hin.

Kann es sein, dass das Problem tiefer liegt? Wir wachsen auf mit einer Grundhaltung und in einem Klima, wo man alles sofort haben muss. Gedanken der Erwartung und innerlichen Bereitschaft sucht man vergebens. Dabei wäre gerade diese Art der Vorbereitung, des sich Einstimmens, eine gute Übung, um das Wesentliche zu bemerken. Das Wesentliche liegt eben in der adventlichen Erwartung darin, eine Person zu erwarten, die sich den Menschen annähert, ja ganz zu ihnen kommt. Und das nur aus Liebe.

“Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! Wer ist der König der Ehre? Es ist der HERR, stark und mächtig.”
~Die Bibel, Psalm 24,7-8 (Luther-Übersetzung)

Das Lied von Christoph Zehendner ruft nun lauthals dazu auf, die Tore und Türen aufzureißen, richtig weit, damit Er hereinkommen kann. Er, dass ist die Liebe und der König der Ehre in einer Person, Jesus Christus. Erwartung beginnt im Denken und Herzen, setzt sich fort im Fühlen und Handeln. Alles ist darauf eingestimmt, dass jemand ankommen wird. Vorfreude und gespannte Neugier breiten sich aus.

Dabei ist es ja gar nicht selbstverständlich, dass dieser König kommt. Nötig hätte er es nicht. Kommen tut er trotzdem. Dabei nimmt er Rücksicht auf unsere kleine Welt, er begegnet uns in Liebe und möchte mit uns zusammensein. Als der Mächtigste ist und bleibt er absolut menschenfreundlich, nimmt sogar äußere Armut wie selbstverständlich an. Die Ebene der Begegnung wird ohne weiteres ermöglicht.

Wichtig auch der Psalmvers, der betont: “Türen in der Welt hoch”. Es geht nicht in erster Linie darum, Kirchen- und Gemeindetüren aufzureißen - sicher, auch das ist richtig und gut -, sondern es geht darum, dass Jesus in die Welt kommt (vgl. Johannes-Evangelium 3,16). Christen tun sich bisweilen schwer mit diesem Gedanken; doch Gottes Ziel ist klarer denn je: Er will die Welt mit sich selbst versöhnen. Dazu dient letztlich das ganze Geschehen, auch die Erwartung der Ankunft im Advent.

Ich wünsche uns daher weiterhin eine erwartungsfrohe Adventszeit, in der wir bemerken, wie dieser Immanuel, der ‘Gott ist mit uns’, uns Menschen nahekommt.

~’s Andachts-Wichtel

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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