Mit den Hirten will ich gehen…

… klingt es in einem einfachen und bekannten deutschen Weihnachtslied. Dabei wird die Weihnachtsbotschaft in einem persönlichen Fazit zusammengefaßt. Für den Teil mit den Hirten heißt es so:

“Mit den Hirten will ich gehen,
Meinen Heiland zu besehen,
Meinen lieben heilgen Christ,
Der für mich geboren ist.”

Text: Emil Quandt (1835-1911) / Melodie: August Rische, 1885

Mit den Hirten gehen (Bild: SXU.hu, Badly / Bearbeitung: ekkaleo.de)

Mit den Hirten gehen (Bild: SXU.hu, Badly / Bearbeitung: ekkaleo.de)

Damit sind wir beim Thema: In der Wikipedia-Enzyklopädie heißt es über die Hirten: »Oft wird der Hirte auch als Symbol für die Wächterrolle verwendet. So finden sich in der Bibel zahlreiche Vergleiche, in denen ein Heiliger mit einem Hirten und seine Schützlinge mit Schafen verglichen werden. Auch in der Weihnachtsgeschichte sind es Hirten, die die Nachricht von der Geburt Jesu Christi zuerst empfangen.«

Die Hirten damals, das waren - nicht nur zu biblischer Zeit - einfache, rauhe Männer. Sonst kaum beachtet, doch von Gott auserwählt als seine Anbeter. Bei Gott sind sie wichtig: Er wählt Engel, die die Nachricht von der Geburt des Heilandes überbringen und sie sind wirklich die ersten. Wahnsinn! Bei Gott zählen andere Maßstäbe als bei Menschen. Wir wären wohl niemals auf die Hirten gekommen.

In jener Nacht hielten ein paar Hirten draußen auf dem freien Feld Wache bei ihren Herden. Plötzlich trat ein Engel des Herrn zu ihnen, und das Licht der Herrlichkeit Gottes umstrahlte sie. Sie erschraken sehr und hatten Angst, aber der Engel sagte zu ihnen: “Ihr müsst euch nicht fürchten, denn ich bringe euch eine gute Nachricht, über die sich das ganze Volk freuen wird. Heute Nacht ist in der Stadt Davids euer Retter geboren worden. Es ist der Messias, der Herr. Ihr werdet ihn daran erkennen, dass ihr ein Kind findet, das in Windeln gewickelt in einer Krippe liegt.” Plötzlich waren sie von ganzen Heerscharen des Himmels umgeben, die alle Gott lobten und riefen:
“Ehre und Herrlichkeit Gott in der Höhe / und Frieden den Menschen im Land, / auf denen sein Gefallen ruht.”

Als die Engel in den Himmel zurückgekehrt waren, sagten die Hirten zueinander: “Kommt, wir gehen nach Bethlehem! Sehen wir uns an, was da geschehen ist, was der Herr uns sagen ließ.” Schnell brachen sie auf und fanden Maria und Josef und auch das Kind, das in der Futterkrippe lag. Als sie es gesehen hatten, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war. Und alle, mit denen sie sprachen, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten berichteten. Maria aber bewahrte das Gehörte in ihrem Herzen und dachte immer wieder darüber nach. Die Hirten gingen dann wieder zu ihren Herden zurück. Sie priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten. Es war genau so gewesen, wie der Engel es ihnen gesagt hatte.

~Die Bibel - Lukas 2,8-20 (Neue evangelistische Übersetzung)

Es ist schon interessant: Die Hirten gehen wirklich! — Was wir nicht wissen, ob sie alle gingen, wer dann bei den Herden blieb usw. Sooo wichtig ist das nicht. Wichtig ist, was sie tun: Sie beten an und geben Gott die Ehre, obwohl sie “nur” vor einem Baby niederknien. Sie waren gerade dabei das Wunder dieser ganzen Geschichte zu verstehen. Gewundert haben sich hernach viele Leute über diese abgefahrenen “Hirten-Nachrichten”. Komische Typen, die komische Sachen erzählen. Ob da auch alles stimmt, oder nur zu viel vom Nachtfrost abbekommen? — Den Hirten ist das alles egal. Sie gehen wieder an ihre Arbeit, d.h. Schafe ohne Ende…! Einen entscheidenden Unterschied gibt es aber noch: Nicht mehr die Engel loben Gott, sondern die Hirten tun es! Für alles, was sie erlebt und verstanden hatten. Sie hatten dieses Wunder tatsächlich kapiert. Vielleicht einfache Leute diese Schafhirten, krasse rauhe Typen, vielleicht. Wie klasse wäre es doch, wenn wir ein bißchen so werden könnten wie sie?!

~ein Schaf-Wichtel

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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