Moya Brennan - An Irish Christmas
Elf der zwölf Titel sind Neuinterpretationen traditioneller Carols, also Weihnachtslieder. “I Still Believe” (#8) ist ein neugeschriebenes Stück von Moya Brennan, welches aber textlich nicht ganz zum Rest der Platte paßt, sondern als weihnachtlicher Love-song durchgeht. Die Arrangements sind sehr gediegen, getragen von der einzigartigen, klaren Stimme. Der Gesang ist wirklich eine Stärke, da hier jede Nuance sitzt; im Gegensatz zu manch anderer Produktion, wo die Lieder einfach “runtergesungen” werden… Die mittlerweile weltweit geschätze Stimme der Irin dient zugleich als zusätzliches “Instrument”, ein Eindruck, der beispielsweise durch das typische “Chanting” verstärkt wird, ähnlich wie beim vorherigen Album “Two Horizons” (2003, Universal).
Moya Brennan hat das Album selber produziert und größtenteils auch arrangiert, es ist ihr dabei gelungen, den Liedern neue Akzente zu verleihen. Besonders “Joy To The World” (#7) lebt mit diesem Arrangement richtig auf. Mit einer gälischen Passage bekommt “Do You Hear What I Hear” (#4) eine ganz besondere Atmosphäre. Gleiches gilt für “Stille Nacht, Heilige Nacht” (#12), das hier komplett in Gälisch eingesungen wurde (in der Übersetzung von ‘Enya’!) und mit seiner Zartheit inspiriert. Wechselnde Stimmungen von fröhlich-ausgelassen bis zu festlich-besinnlich fängt das Album sehr gut ein. Alles in allem ist es ein Werk der eher beschaulichen, ruhigen Töne. Durch die reiche Instrumentierung kann man auch nach längerer Zeit noch neue Aspekte im - dennoch nicht immer leicht verdaulichen - Sound erschließen.
Einziges Manko sind aus meiner Sicht die fehlenden Texte im Beiheft. Hier finden sich nur die Neukomposition sowie das Traditional “love came down at christmas” (#10). Das ist schade, weil Moya Brennan sehr aussagekräftige Weihnachtslieder auswählte und bisweilen nur bestimmte Strophen singt. - Deshalb kann exklusiv bei uns alle Texte als PDF-Datei herunterladen! - Eine weitere Stärke der oft sehr alten Carols sind neben den unverwüstlichen, wunderschönen Melodien die poetischen Reime mit deutlichen Aussagen. “In dulci jubilo” (#11) und “God Rest Ye Merry Gentlemen” (#5) seien hier als prägnante Beispiele genannt.
Fazit: Ein prächtiges Potpurri an Weihnachtsmusik legt Moya Brennan hier vor. Die schonende Neubearbeitung der Traditionals und der zumeist schlichte Vortrag ist ein echter Gewinn für diese ohnehin zeitlosen Lieder. “An Irish christmas” wird damit seinem Namen und dem Anspruch der Künstlerin gerecht. Für mich ist die CD ein ganz besonderer Tip, nicht nur für die Saison 2005!
—David Decker für CCM-Rezis, November 2005
Daten: 12 Titel / 46 Min.
Musikstil: irisch-keltische Weihnachtsmusik
Label(s): 2005 BEO Records, GB / Fierce! Distribution, GB / Gerth Medien, Asslar; ‘Plattenläden’; online
Im Web: offizielle Seite / bei MySpace / bei Wikipedia






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