New Irish Hymns #3 - Incarnation

New Irish Hymns #3: Incarnation (2004)

New Irish Hymns #3: Incarnation (2004)

“Incarnation”, das heißt auf deutsch üebrsetzt etwa soviel wie “Verkörperung” oder “Erscheinung einer Gottheit”. Einen besseren und treffenderen Titel konnte es somit für das vorliegende Werk nicht geben. Dort geht es um die ersten 18 Verse des ersten Kapitels des Johannes-Evangeliums, die genau von dieser “Erscheinung”, also das Fleisch-werden der heiligen Gottheit, handeln. Es ist dieses Geheimnis, daß Jesus gleichzeitig 100%ig Gott war und 100%ig Mensch (vgl. auch Philipper-Brief 2,1-11). Auf dieser biblischen Grundlage bauen die neun Lieder - das zehnte ist der Prolog mit dem vorgelesenen Bibeltext - auf und legen das Wort ein Stück aus. Dabei sind sie gleichermaßen durch einen historischen und geistlichen Bezug gekennzeichnet. In “Joy Has Dawned Across The World” (#3) heißt es: »Einst ein Baby in Bethlehem / nun der Herr der Geschichte«. Um dieses Spannungsfeld geht es. Der Zuhörer wird dabei mit tiefen geistlichen Wahrheiten konfrontiert, die damals wie heute direkt ins Leben des Einzelnen hineinsprechen. Insofern ist die Platte auch kein richtiges Weihnachtsalbum, sondern ein Konzeptalbum, wo die Weihnachtsgeschichte ein Teil des Gesamtthemas ist. Zur Erscheinung der Gottheit gehört ja auch das Kreuz - das sieht man bereits auf dem Coverbild, und in den Liedtexten wird seine Bedeutung auch angesprochen. Es geht um die Freude im Herzen über den erschienenen Retter; dies führt du demütiger Anbetung und Verehrung des wunderbaren Schöpfergottes.

Musikalisch gesehen ist “Incarnation” eine weitere Offenbarung des Hymnen-Schreibers Keith Getty: die oben bereits erwähnte Festhymne “Joy Has Damned” ist symptomatisch für das gesamte Projekt und Margaret Becker interpretiert sie traumhaft. Damit ist unzweifelhaft ein neuer Klassiker und Nachfolger von “In Christ Alone” (2001) geschaffen worden. Die Art, so zu texten, als wären es jahrhundertealte Kirchenchoräle, wurde auch beim dritten Teil dieser Serie beibehalten und zu neuer Perfektion geführt. Keith & Kristyn Getty (jawohl, jetzt verheiratet, aus ‘Lennox’ wurde ‘Getty’ ;-), Stuart Townend und Ian Hannah haben die Lieder gedichtet und komponiert, Keith hat in bewährter Weise auch produziert. Solisten sind neben Maggie B. genau wie auf dem letztjährigen Vorgängerwerk Joanne Hogg von Iona sowie Kristyn Getty.

“Incarnation” ist ein faszinierendes Album, welches ein biblisches Thema raffiniert und umfassend aufarbeitet. Dabei erklingen die Lieder mal fröhlich-festlich, bombastisch-theatralisch oder zart-zerbrechlich. Dennoch ist alles ein Gesamtkunstwerk, welches durch die inhaltliche Dichte, den traditionellen musikalischen Rahmen (Celtic & Choral) und ausgezeichnete Solistinnen sehr eindringlich ankommt. So ein zeitloses Werk geistlicher Musik verdient meine besondere Empfehlung!

—David Decker für CCM-Rezis, Dezember 2004

Daten: 10 Titel / 42 Min.
Musikstil: Celtic-Choral-Pop - Weihnachten
Label(s): 2004 Kingsway Music, GB / Gerth Medien, Asslar
Im Web: gettymusic.com
Online kaufen bei: iTunes

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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