Wehen der Liebe

Wehen der Liebe (Bild: SXC.hu, lumix2004 / Effekt: ekkaleo.de)

Wehen der Liebe (Bild: SXC.hu, lumix2004 / Effekt: ekkaleo.de)


Jill Phillips: Labor Of Love – Wehen der Liebe

Es war keine stille Nacht.
Da war Blut auf dem Boden.
Man hörte die Schreie einer Frau
in den Gassen des Nachts,
in den Straßen von Davids Stadt.

Und der Stall war nicht sauber.
Und die Steine waren kalt.
Und die arme Maria, voller Gnade –
Tränen liefen über ihr Gesicht.
Da war keine Hand einer Mutter, um sich festzuhalten.

Chorus:
Es waren Wehen der Schmerzen.
Und es war ein kalter Himmel darüber.
Doch für das Mädchen
auf dem Boden in der Dunkelheit,
mit jedem Schlag ihres schönen Herzens
waren es Wehen der Liebe.

Der großherzige Joseph an ihrer Seite.
Schwielige Hände und müde Augen.
Man konnte keine Hebammen finden
auf den Straßen von Davids Stadt
zu mitternächtlicher Stunde.

Also hielt er sie und er betete.
Strahlen vom Mondlicht auf seinem Gesicht.
Doch das Baby in ihrem Bauch -
Er war der Schöpfer des Mondes.
Er war der Schöpfer des Glaubens,
der die Berge versetzen kann.

- Chorus -

Für die arme Maria, voller Gnade –
Tränen liefen über ihr Gesicht –
waren es Wehen der Liebe.

Bibel: Lukas 2,7 / Hebräer 2,2 / Matthäus 21,21
Original: Text & Musik: Andrew Peterson
© 2004 New Spring Publishing, Inc. (a division of Brentwood Benson Music Publishing, Inc.) / ASCAP
Deutsche Übersetzung: David Decker, 2006 / © SMT shineMusic Translation
Von der CD: Andrew Peterson - “Behold The Lamb Of God”, 2004 - Solo gesungen von Jill Phillips

“Labor Of Love” - Wehen der Liebe. Ja, das stimmt wirklich so, was damals beim ersten Weihnachten geschah. Andrew Peterson und Freunde haben ein Lied geschrieben, was gegen die süßliche Festromantik ankämpft und dem Ereignis die rauhe Aura zurückgibt, die es wirklich ausmacht. Kalt war es, nicht schön. Davor, danach gab es unbequeme Begleitumstände. Und die Geburt selber war sicher so, wie Geburten damals für gewöhnlich abliefen; nur halt in einem Stall (bzw. einer Art Felsenhöhle…), nicht in einem Haus. Hebammen waren nicht da, außer Josef zunächst niemand.

Alles geschah so, wie es vorausgesagt wurde durch die Engel - Maria hat alles so angenommen, ganz gehorsam, trotz aller Schmerzen. Sie wußte durch des Engels Ankündigung, welches Kind in ihr heranwuchs. Er war und ist der Schöpfer des Mondlichtes, was zur Höhle hereinleuchtete. Maria hatte damals die Worte in ihrem Herzen aufbewahrt, sicher wird sie dann und wann als das Baby da war, darüber nachgesinnt haben. — “Labor Of Love” kann man im Deutschen nicht 100%ig übersetzen, es kann jedoch auch soviel wie Liebesdienst bedeuten: Maria hat ihn als eine Frau nach Gottes Herzen getan.

Auch Joseph ist zu erwähnen: sehr nobel hat er gehandelt, wirklich großherzig. Obwohl, erst sah es gar nicht danach aus. Er hatte schon die schlimmsten Vermutungen, wollte Maria nach der Ankündigung der Geburt nicht heiraten. Dabei war es seine gute Absicht, ethisch und nach jüdischem Gesetz genau die richtige Einstellung. Sein “Adel” zeigte sich noch mehr als er auch “seine” Ankündigung durch den Engel im Traum annahm und sich vollends da hinein fügte. Für ihn war es kein Plan B oder ein “Ausweg”, sondern absolut der eine, richtige Weg Gottes. Der Glaube und Gehorsam des Joseph ist genau wie der seiner Verlobten, bzw. seiner Angetrauten, vorbildlich.

Und was ist nun mit dem Kind, in dem Gott alles schenkt? Das Lied oben legt zunächst den Fokus auf das eigentliche, “menschliche” Geschehen, auf die Abläufe und bringt sie poetisch auf den Punkt. Dennoch holt es ein klein wenig “Skandal” zurück in die Wirklichkeit. Damit sind wir bei der Bedeutung angelangt.

“Wir feiern ein angenehmes, gepflegtes Fest ohne jeden Anflug eines Skandals. Vor allen Dingen verdrängen wir, dass die Geschichte, die in Bethlehem ihren Anfang nahm, auf Golgatha endete.”
~Philip Yancey (Zitat aus “Perspektive” 12/2008, S. 7)

Der evangelikale Autor Philip Yancey bringt es damit ganz im Geiste des Liedes auf den Punkt: diese Art Weihnachten wollen wir nicht gern, sie läßt uns unsicher und mit Unbehagen zurück. In der Zeitschrift “Perspektive” steht in der Dezember-Ausgabe 2008 ein sehr interessanter Artikel, aus dem ich einen kleinen Abschnitt hier wiedergeben möchte, denn ich könnte es selbst nicht besser schreiben. Die “Wehen der Liebe”, die damals geschahen betrafen ja nicht nur die Geburt des Jesus von Narzareth, sondern auch sein späteres Wirken:

»Besser als in Philipper 2,7 kann Jesu Niedrigkeit nicht beschrieben werden. ‘Er machte sich selbst zu nichts’. Es steht dort nicht: ‘Er verzichtete auf vieles’, oder ‘Sein Leben war großartig’ oder ‘Er war ein großes Vorbild’. Nein, was viele Menschen stört, ist das kleine Wörtchen ‘nichts’. Welche Bedeutung hat dieses Wort? Nichts, gar nichts. Bedeutungslos, demontiert, weg, das ist nichts mehr, Ende. Die Entfernung zwischen dem, was Jesus im Himmel war, und dem Wort ‘er macht sich zu nichts’ ist die größte Entfernung, die uns in der Bibel vorgestellt wird. Diese Entfernung ist so gewaltig, mann kann sie nicht berechnen. Seine Ankunft auf der Erde war ganz und gar nicht glanzvoll, weit unter dem Niveau eines Königs. Da war keine Sentimentalität, kein Rauschgoldengel mit Lametta, er kam sang- und klanglos. Statt Kreißsaal und Kinderzimmer ein Stall, statt kuscheliges Kopfkissen eine Handvoll Stroh Statt Wickeltisch harter Fußboden. Statt liebevoller Bewunderung von Familienangehörigen Besuch armer Hirten. Statt Verehrung Verfolgung und Tötungsabsichten. Statt einer behüteten Kindheit Flucht nach Ägypten. [...] Heute ist das niedliche Kind in der Krippe, der damals so verachtete König, als Herrscher über alle Menschen im Exil, bei seinem Vater, im Himmel. Gott lässt uns nicht im Zweifel darüber, wie sehr er den Gehorsam seines Sohnes belohnt. ‘Darum hat Gott ihn auch hoch erhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jedem Namen ist. In seinem Namen werden sich einmal alle Knie beugen, der Himmlischen und Irdischen und Unterirdischen und jede Zunge wird bekennen, dass Jesus Christus Herr sei, zur Ehre und Verherrlichung Gottes, des Vaters’ (Philipper 2,10+11).« (Quelle: “Perspektive” 12/2008, S. 6+7, Artikel von Magdalene Ziegeler)

Damit ist vieles zu Weihnachten und seiner Bedeutung gesagt. Die “Wehen der Liebe” haben noch viele weitere Facetten, zu denen es auch auf ekkaleo schon den ein oder anderen bescheidenen Impuls gab im Jahr 2008. Auch im neuen Jahr wird daran weiter angeknüpft.

In diesem Sinne wünsche ich allen BesucherInnen und LeserInnen ein liebevolles, gesegnetes Weihnachtsfest 2008
Die Gnade des Herrn sei mit euch allen!
Euer David, ekkaleo.de

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

2 Reaktionen zu “ Wehen der Liebe ”

  1. [...] drüber nach, was das Geschehen mit euch macht, was es mit diesem Liebesdienst, mit diesen ‘Wehen der Liebe’ auf sich [...]

  2. [...] Wehen der Liebe - Liedandacht [...]

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