Des Evangeliums nicht schämen!

ProChrist-Chor mit Combo und Leiter Egil Fossum (vorn Mitte) (Foto: DECKERWEB)

ProChrist-Chor mit Combo und Leiter Egil Fossum (vorn Mitte) (Foto: DECKERWEB)

Mit knapp 6.000 Besuchern gingen am 25. Januar 2009 die ProChrist-Impulse in Chemnitz über die Bühne, und damit weitaus erfolgreicher als von vielen erwartet. Zwar war die Halle für Übertragungen Ende März/ Anfang April 2009 noch nicht bis zum Äußersten ausgeschöpft, dennoch gab es bereits großes Gedränge. Aus Chemnitz und dem gesamten Umland, dem “sächsischen Bibelgürtel”, waren viele Kirchen, Gemeinden bzw. Familien angereist. Neben vielen Infoständen gab es zwei kleine Bühnen für Konzerte und Kleinkunst. Die große Bühne in der Arena war der eigentlichen Generalprobe vorbehalten.

Und da kam schnell ProChrist-Feeling auf: die bewährte Compo, z.B. mit Peter Schneider an den Gitarren und Hansi Scharnowski an den Keyboards hat bereits jede Menge ProChrist-Erfahrung und konnte gleich ab den ersten Tönen überzeugen. Es war sofort wieder da das typische ProChrist-Gemeinschaftsgefühl, nur mit dem Unterschied, einmal live dabei sein zu können. Besonders hat mich die Professionalität aber auch die große Gelassenheit der ganzen Techniker und Mitarbeiter beeindruckt. Mit einer Selbstverständlichkeit wurde der ganze Aufwand für diesen einen Tag geschultert, jeder gab sein Bestes.

“Denn ich schäme mich nicht für die gute Botschaft von Christus. Diese Botschaft ist die Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt - die Juden zuerst, aber auch alle anderen Menschen. Sie zeigt uns, wie Gott uns in seinen Augen gerecht spricht. Dies geschieht einzig und allein durch Glauben. Denn es heißt schon in der Schrift: ‘Durch den Glauben hat ein Gerechter Leben.’”

~Die Bibel, Römerbrief 1,16+17 (Neues Leben Übersetzung)

ProChrist-Prediger Ulrich Parzany: sich für das Evangelium nicht schämen (Foto: erf.de)

ProChrist-Prediger Ulrich Parzany: sich für das Evangelium nicht schämen
(Foto: erf.de)

Der Gottesdienst war als Ermutigung für die Christen aus Chemnitz und der Region gedacht, sowie für alle zugeschalteten Übertragungsorte. Für die Technik war es der (erfolgreiche!) Testlauf, für die Christen die Einstimmung auf die “heiße Phase”, wo es darum geht, Menschen intensiv zu begleiten, sie einzuladen für die ProChrist-Woche. Genau dafür war der riesige ProChrist-Chor eine tolle Sache: über die ganze Bühnenbreite gab es stimmgewaltigen Chor-Gospel-Pop, der ansteckte. Unter der Leitung von Egil Fossum wurden bis auf einen Paul-Gerhardt-Choral (”Lobe den Herren” - genial!) nur brandneue ProChrist-Lieder gespielt. Die haben mir alle sehr gut gefallen, besonders das neue Mottolied “Staunen”, ein richtig schnelles, fetziges Stück, mit klarer Botschaft.

Im Mittelpunkt des Sonntagvormittags stand die 25-minütige Predigt von Ulrich Parzany über den Vers aus dem Römerbrief, Kapitel 1, Vers 16 und 17. Sein Thema: sich des Evangeliums nicht schämen. Mit prägnanten Worten, und ohne hinter den Berg zu halten, forderte Parzany die Zuhörer auf, klar Schiff zu machen. Er wies ganz klar auf die innerchristlichen Ausreden und Anfeindungen bei diesem Thema hin. Er setzte den Finger an die Wunde, dass sich viele Menschen heute gar nicht retten lassen wollen. Wir würden in einem “Zustand der Betäubung” leben, doch es gilt aufzuwachen, und das wichtigste Problem des Lebens - mit Gott im Reinen zu sein - zu klären. Parzany distanzierte sich deutlich von einem bequemen Weichspüler-Evangelium, er versuchte “Schwarzbrot” rüberzubringen. Man mag die Botschaft vom Kreuz peinlich finden, doch dahinter steckt die Kraft Gottes! Es geht darum, die Lebenslügen zu entlarven. So würden selbst Christen in sich die Tendenz haben, dieses “peinliche Evangelium, das rettend ist” so zu verändern, dass man der Meinung ist, so käme es besser an. Ganz im Gegenteil verwies der Evangelist darauf: “Gottes Wort schafft, was es sagt”. Es hat wirklich Kraft und kann Menschen verändern, so wie sein Bericht von dem ehemaligen Neonazi, der bekannte: ‘Jesus hat mein krankes Herz gesund geliebt!’.

Parzany hat es sicher nicht allen recht gemacht an diesem Vormittag, doch er fühlte (und fühlt) sich Gottes Wort verpflichtet und hat dies in Verantwortung den Brüdern und Schwestern weitergegeben. Diese Ermutigung in der Ehrlichkeit ist aber genau das, was wir brauchen. Natürlich haben die Menschen Probleme (die Frommen eingeschlossen!), da setzt das Rettungs- und Heilungshandeln Gottes an. Um ein schmerzfreies Leben geht es jedoch nicht, sondern um das ewig rettende Evangelium, es geht um Nachfolge trotz Leid und Verfolgung. Selbst das Thema Verfolgung um des Evangeliums willen, spart der Prediger nicht aus. Er, Jesus, ist die Schmerzen wert, sein Evangelium ist aller Annahme wert. Dieser Retter sei durch niemand zu ersetzen, ihn lieben wir! Diese Retterbotschaft wollen wir im Auftrag Gottes, an Christi statt, den Menschen bringen - nicht nur zu ProChrist 2009.

Noch ein Gedanke klang an diesem Sonntag in der sächsischen Industriemetropole an: im Jahre 20 nach der Friedlichen Revolution 1989 ist es ein Signal, dass 2009 ProChrist ausgerechnet aus Chemnitz kommt. Genau die Stadt, die einst auf “Marx” getrimmt wurde, wo zwei Diktaturen Hand anlegten, um letztlich auch das Evangelium zu bekämpfen, genau diese Stadt wird plötzlich zum Verkündigungsort der guten Botschaft. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Gnade Gottes wunderbar wirkt, mitten in unsere Zeit hineinspricht, Menschen umkrempelt. Im selben Geist dazu sang Wolfgang Tost zur Eröffnung sein neues Lied “Mit Gott erlebt” – dies wird nicht nur als Fazit für diesen Impulsgottesdienst gelten, sondern mit Sicherheit auch für die kommende ProChrist-Zeit 2009!

 
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Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

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