Döhler & Scheufler - Nicht vergebens
Auf Gott hin angelegt – Döhler & Scheufler legen mit zweitem Album nach
„Denn Gott wird Seinen Engeln sagen,
sie solln uns tragen,
dass falsche Geister es nicht wagen,
an unsrer Seele Wunden zu schlagen:
Engeln solln uns tragen!
Und wird die Bedrängnis
uns zum Verhängnis
und lässt sich nicht zügeln,
so haben wir Zuflucht
unter Seinen Flügeln!“~Refrain von „Unter Seinen Flügeln“
Frank Döhler und Daniel Scheufler, die beiden Nachwuchstalente aus der Kunst- und Kulturmetropole Dresden, legen nach reichlich dreijähriger Wartezeit ihr zweites Album vor. Und was für Eines! Schon das Debüt war 2005 ein gehöriger Paukenschlag, der manchen (nicht nur) in der frommen Musikszene wachrüttelte. Solch eine Verbindung von inhaltlicher und musikalischer Relevanz gibt es selten. „Nicht vergebens“ setzt nahtlos das begonnene Vermächtnis fort, bringt jedoch zahlreiche neue Nuancen ins Spiel. Es erklingt eine faszinierende Symbiose aus deutlich-deutschem Liedermacher-Pop mit Jazz- und Latin-Einflüssen sowie Elementen aus Folk, Soul und Gospel.
Mittlerweile sind Döhler & Scheufler bei „SCM Hänssler“ gelandet und dieser Vertrag könnte ihnen vielleicht weitere Türen für ihren Musikdienst öffnen. Zumindest hat er ihnen bereits interessante musikalische Partnerschaften beschert: Samuel Jersak tritt als Koproduzent in Erscheinung. Das verwundert nicht, gehört Jersak doch als Mitglied der Sarah-Kaiser-Band und (Jazz-) und Produzent zu den Geheimtipps in diesem Genre. Soulsängerin Laura Bellon bringt mit ihren starken Background-Vocals eine ganz neue Dimension in die Lieder von Döhler & Scheufler. So entsteht eine interessante Dynamik und die Titel sind noch abwechslungsreicher als auf dem Debüt. Insgesamt ist der Stil auf „Nicht vergebens“ jedoch eingängiger geworden, hat sich ein klein wenig vom Fusion- und Latinpop-Jazz des Erstlings emanzipiert, ohne natürlich die Tradition zu verleugnen. Doch diese Weichenstellung tut der neuen Produktion sehr gut. Die Lieder erscheinen noch prägnanter, das gewachsene Songwriting tritt viel stärker zutage.
Klavierorientierte Produktion trägt originelles Songwriting
Wo sie schon (fast) alles selbst machen, traten Döhler & Scheufler auch gleich als Hauptproduzenten ihres Werkes an und zeigen mit ihren Arrangement-Ideen, wie weit sie sich schon professionalisiert haben. Ihre musikalischen Auslandserfahrungen sowie viele live-Auftritte in den letzten Jahren sind hörbar in den Sound eingeflossen. Zumal die Klangfülle auch durch ihre beiden Bandmusiker Mirko Schmitt (Bass) und Toni Müller (Schlagzeug) geprägt wird. Die CD wurde nämlich live-im-Studio eingespielt. Neben Bellon und Jersak (Fender Rhodes, Wurlitzer, Hammond Orgel) standen ihnen noch Daniel Hoffknecht (Gitarren) und Benjamin Scheufler (Perkussion) zur Seite. Ein Großteil der Songs ist klavierorientiert und fällt schon deswegen positiv aus dem Rahmen. Die perkussive Grundstimmung der Musik macht richtig Laune und geht durchaus in die Beine – also in dieser Hinsicht ebenfalls eine Fortsetzung von „… trotz Niederlagen“.„Weil der vergebens lebt,
der nicht vergebend lebt,
will ich vergeben, dem der mich verrät,
der mich bewußt belügt,
mich um mein Recht betrügt,
und um mich her bei andern Mißtrauen sät!“~Aus dem Titelsong „Nicht vergebens“
Wie gesagt, das Songwriting bei Döhler & Scheufler ist und bleibt etwas Besonderes: die Lieder sind durchwoben von Herz und Verstand treffenden Versen, verquickt mit einer Musikalität, die ich seit langem nicht mehr bei einer deutschen Produktion der christlichen Musikszene gehört habe. Daniel Scheufler und Frank Döhler schreiben wie auf dem Vorgänger ihre Lieder selbst. Seit ihren Teenagerjahren sind sie im Bereich Musik und Evangelisation unterwegs und gerade deshalb haben sie sehr viel zu sagen. Da Anliegen und Vision vorhanden sind, lassen sie auch keine komplexen oder „schwierigen“ Themen aus, geistlich-biblische schon gar nicht. Präzise formulierte Verse malen ihren christlichen Glauben einem großen Publikum verständlich und nachvollziehbar vor Augen. Das Gute: Döhler & Scheufler stellen ihre Musik ganz in ihren Dienst, d.h. ihre Lieder schließen das „gemeindliche Hinterland“ nicht aus, sondern bewusst mit ein. Dennoch wäre es schade, diese Kunst allein auf den „innerkirchlichen Bereich“ beschränkt zu lassen …
Präzise Verse einer klaren Berufung – und vom mehrjährigen Dienst
„Auf Gott hin angelegt“ (#1) spricht davon, wie wir als Menschen als Gottes Ebenbild geschaffen wurden und wie dieser menschenliebende Gott sich Seinen Geschöpfen zuwendet, auch wenn diese sich von ihm lossagen wollen. In „Unter seinen Flügeln“ (#2) werden auf eine raffiniert-geniale Weise die Themen Bedrängnis/ Verfolgung, Leid und göttliche Bewahrung angesprochen. Der Schutz durch die Engel in der größten Not erscheint sehr plastisch. Ich müsste mich schon mit allen meinen Sinnen täuschen, wenn dieses packende Lied nicht bald in Liederbüchern erscheint sowie in Kirchen, Gemeinden und Jugendkreise Einzug hält! Salz und Licht in der Welt zu sein, ist laut dem Matthäus-Evangelium (vgl. Kap. 5,16) Auftrag eines jeden Christen; das Lied „Verschweige nicht“ (#8) erinnert daran und fragt an das Gewissen, ob es wirklich Realität ist. Vom Wert des Menschenlebens – in irdischer und ewiger Hinsicht – spricht „Im höchsten Maß“ (#3) und gibt damit dem Herrn des Lebens besonderen Ruhm, regt aber auch zum Nachdenken über das eigene Leben an. Erstmals bei den beiden Künstlern gibt es eine Coveraufnahme auf CD: „Tage mit Sturm und Regen“ (#9) stammt ursprünglich von Arno & Andreas; hier erklingt es als kurze, doch intensive Pianoballade.„Bei Seinen Versprechen,
hat sich Gott nicht versprochen.
Er wird sie nicht brechen,
denn Er hat noch nie Eins gebrochen.
So wie Er war, so wird Er immer sein, in Ewigkeit.
So ist es wahr: Gott hält Versprechen ein – zu jeder Zeit,
zu jeder Zeit – in Ewigkeit!“~Refrain von „Seine Versprechen“
Alle Lieder auf „Nicht vergebens“ sind von Hoffnung und Ermutigung geprägt, die dem Zuhörer auf eine gewinnende Art ins Herz gesungen werden. Frank Döhlers helle, klare Stimme tut ihr Übriges dazu. Nach dem, „was uns trägt“ (#6) fragen sie, und meinen das eigentlich gleich rhetorisch: Gott ist die Antwort darauf! – Dies gilt es auch weiterzugeben: „Schenke aus“ ruft dazu auf, reichlich an Mitmenschen zu geben, alles, was wir haben (Gaben usw.), genau wie Gott uns immer wieder reichlich einschenkt. Mal eine erfrischend andere Perspektive zum Thema Segen (musikalisch ebenso!). Beschlossen wird das Album ebenfalls mit einem Segenslied (#11) – für unser Land und unsere Städte! Es ist der gesungene Wunsch der Band, dass in unserem Deutschland hungernde Herzen endlich satt werden – mit Jesu Frieden, mit Seiner Hoffnung und Seiner Liebe.
Kreativ zur Ehre Gottes – Kraft und Mut für Menschen
„Du und ich,
wir sind auf Gott hin angelegt.
Und wer sich unentwegt
aus eigner Kraft bewegt,
hat noch nicht überlegt,
dass der Wind das Meer bewegt.“~Refrain von „Auf Gott hin angelegt“
Ein Album aus einem Guss, das ist „Nicht vergebens“! Döhler & Scheufler stehen damit für eine neue Generation, der handwerkliche Professionalität und inhaltliche Glaubwürdigkeit absolut wichtig ist. Mit ihren von Jesus Christus verliehen Gaben und Seiner Berufung haben sie kreativ-schöpferisch und mit viel Persönlichkeit ein Werk geschaffen, was ihrem Herrn Ehre macht und Menschen auf den Weg Gottes ruft. All das geschieht nicht abgehoben von der Kultur, sondern mittendrin. Diese Musik unterhält eben nicht nur, sie ist relevant und strahlt eine Vision aus. Dadurch hat sie große Kraft, Menschen in verschiedensten Lebenslagen Mut zuzusprechen und ist schon deshalb ‚keineswegs vergebens‘ :-)
Daten: 11 Titel / 51 Min.
Musikstil: Liedermacher-Pop mit Jazz- und Latin-Einflüssen
Label(s): 2009 SCM Hänssler, Holzgerlingen / online (SCM), online (S.D.G.)
Im Web: offizielle Seite / bei MySpace / bei sound7








[...] “Nicht vergebens”, Album (SCM [...]
Döhler und Scheufler rocken das Lamm…
Das war mal echt abgefahren, was die Beiden mit ihrer Band auf die Beine stellten! Zum Release ihrer neuen CD Nicht Vergebens holten alle Musiker, die auch auf der CD zu hören sind zusammen zu einem fulminanten Live-Konzert - das einzige was fehlt…