Farbige Menschen im Haut-Kaleidoskop
Noch sehr plastisch erinnere ich mich an den Herbst 1995 als dc Talk ihr Album “Jesus Freak” herausbrachten. Bei mir lief es in jenen Wochen und Monaten in Dauerrotation. Es war einfach zu genial - und das ist es eigentlich bis heute. Einen großen Anteil daran hatte der Song “Colored People” - ‘farbige Menschen’. Dieses Hammer-Gitarrenintro war damals einfach das Coolste, was es gab, und wohlgemerkt: in jener Zeit wurde die Musikszene von einer Dance-Welle überrollt … “Colored People” gehörte zu diesen Stücken, die man sofort intus hatte und die sich dennoch nie abgenutzt haben. Es hat soviel Kraft und Finesse, macht einfach einen Riesenspaß!
Und der Inhalt des Liedes tut ein Übriges dazu, dass es ein zeitloser Hit von dc Talk wurde, des Trios, von dem sich viele wünschen, es würde wieder zusammenkommen. Ich denke ihre große Zeit ist endgültig vorbei - und es wäre sowieso nicht möglich die “Jesus Freak”-Epoche wiederzubeleben, bzw. sich selbst zu kopieren. Was bleibt von einst, sind die tollen Lieder und die zeitlose Botschaft, wie eben bei “Colored People”, wo es darum geht in einem großen Wir-Gefühl die verschiedenen Farbtupfer der menschlichen Rasse und ihren Schöpfer zu preisen. Die - farbige - Haut ist eben mehr als dass sie nur die Knochen bedeckt als Teil unserer Anatomie. Wir sind alle verschieden, nicht nur äußerlich, jeder ist und bleibt ein Original. Was uns verbindet, ist eine Geschichte von Fehlern im Umgang mit diesem Thema und eben extremistische Auswüchse, wie Rassismus in übelster Ausprägung. Was uns auch verbindet, ist eine heilige Gnade, auf die wir angewiesen sind. Es ist die Gnade Gottes, die nicht nach Hautfarbe und Rasse, Herkunft und Geschlecht fragt, sondern jeden Mensch in Liebe begegnet, ihn annimmt und seine wahre Bestimmung hervorbringt.
“Colored People” von dc Talk ist für mich eines ihrer schönsten Lieder, das zugehörige Video ebenfalls einer ihrer besten Clips! Im zeitlosen Video mit seiner raffinierten Optik kommt eine interessante Perspektive auf den Songinhalt zum Vorschein: dort stehen Menschen im Vordergrund, die bei uns oft nicht in der ersten Reihe stehen, weil sie offenbar nicht in eine so bescheuerte wie überflüssige Kategorie namens “gängiges Schönheitsideal” passen. Dabei sind es ganz wunderbare Geschöpfe Gottes, die Wert und Würde haben. Wir sollten aufhören, in solchen Kategorien wie ‘Farbe’ und ‘Rasse’ zu denken und zu handeln. Im Haut-Kaleidoskop sind wir alle nur ein Farbtupfer, eine Schattierung - erst zusammen ergibt es ein wirkliches Bild, oder eben wie beim Kaleidoskop eine schöne Form!





1995 war ich noch zu jung um so ein lied bewusst wahrzunehmen, gerade in seiner bedeutung, die du beschreibst.
bei gott ist schönheit etwas anderes als ein wohlgeformtes gesicht und glatte haut. er hat doch keinen von uns mit absicht hässlich gemacht… ich möchte die menschen um mich mit gottes augen sehen, sehen dass die wunderschön sind!
jason upton und sein album beautiful people, thematisiert auch dieses thema.
gruß lobpreiser
@lobpreiser:
Servus und willkommen hier!
Ja, du hast vollkommen Recht, wenn wir versuchen Menschen mit Gottes Augen zu sehen, stellen wir fest, dass sie wunderbar und wertvoll sind. Wir sind echt schnell mit - unangebrachten - Vorurteilen, leider…
Danke für den Tipp mit Jason Upton, ich versuch mir das mal genauer anzuhören :-)