Nervig

Auf die Nerven gehen ...bis zum bitteren Ende? (Bild: SXC.hu, jfg)
Phatfish: Annoy – „Nerven“Wenn dir jemand auf den Wecker geht,
ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass auch du ihn nervst.
Und vielleicht liegt das Problem ja bei dir.Hör auf, den Flecken im Auge der andern zu suchen!
Entfern zuerst das vorstehende Brett, das deine Sicht verstellt!
Dann magst du imstande sein, die andern zu korrigieren.Denk einfach daran: Alles Gute kommt von Ihm.
Es gefällt Ihm, den Sanftmütigen mit Gnade zu beschenken.
Ohne Liebe ist nichts, was du tust, von Bedeutung.
Die Schrift ermahnt uns, gütig und freundlich zueinander zu sein,
einander stets zu ertragen.Steckt Bitterkeit in dir?
Ist die Sonne untergegangen, während du immer noch so festhieltest
am Ärger, den du in dir spürtest?Dann vergib denen, die dich verletzt haben!
Nach dem Mass, das du brauchst, wirst auch du gemessen werden.
Lass Gottes Frieden über deinen Verstand regieren!Sieh zu, dass du dir dies merkst:
Wir sollten alle schnell sein, unsere Ohren zu gebrauchen, und langsam zum Sprechen.
Menschenärger bringt es nicht herbei,
das gerechte Leben, das Gott für seine Braut ersehnt.Jesus war’s, der für uns starb; er, der Sünde nicht kannte,
wurde geopfert, damit wir Leben haben können.
Und gewiss, gewiss ist es ganz allein dies,
was irgendeinen von uns retten kann.Original: Text & Musik: Nathan Fellingham
© 2002/2003 Kingsway’s Thankyou Music/MCPS
Deutsche Übersetzung: © 2008 SMT shineMusic Translation
Wer kennt das nicht: jemand geht mir tierisch auf den Wecker. Und dabei merke ich nicht, wie ich den anderen vielleicht um so mehr nerve. Vielleicht ist es ein aufgesetztes Verhalten, vielleicht irgendwelche Gewohnheiten oder Marotten. Solche Sachen können Menschen zum Ausrasten bringen, Konflikte sind schneller da, als man glaubt.
Die Band Phatfish singt es klar in diesem Lied, ihre Botschaft ist eindeutig. Dabei haben sie sich fast wortwörtlich vom Bibeltext aus dem Matthäus-Evangelium (Kap. 7,1-6) inspirieren lassen. Die Intentention ist klar: Jesus will, dass wir zugunsten des anderen zurückstecken, zuerst bei uns suchen nach dem (selben?) Fehlverhalten. Erst dann, wenn überhaupt, besteht ein Ansatz, Mitmenschen korrigieren zu dürfen. Diese Verkehrung der Verhältnisse mit einem dicken Brett vor dem Kopf zu vergleichen, ist gar nicht weit hergeholt: eigene Fehler fallen einem ja meist zuletzt auf. Der Wald vor lauter Bäumen wird nicht gesehen, die Rechtschreibefähler im eigenen Text nicht gefunden usw..
Was ich gut finde, bei Phatfish, sie legen den Finger noch etwas tiefer in die Wunde, lassen nicht so schnell los. Es mag schmerzen, doch es ist ein Ansatz zur Hilfe: mit sanftem Mut eigene Fehler, Schwächen, ja Schuld, einzugestehen, wird ein Weg der Gnade sein. Auf solch ehrlichem Handeln ruht Gottes Segen. Das Gegenteil davon ist die Bitterkeit; die Bibel spricht von einer “Wurzel der Bitterkeit” (vgl. Hebräer 12,15). Wodurch mag sie entstehen? Indem ich krampfhaft auf den anderen fokussiert bin, bis mein Ankreiden endlich raus ist - und ich mich am Ende ärgere, dass ich es überhaupt gesagt habe. Dazu kommt später Enttäuschung über das eigene Versagen, bzw. die eigenen Fehler.
Die Lösung, aus dem Schlammassel herauszukommen, heißt Vergebung: so, wie mir Gott immer wieder vergibt, so darf ich allen Mitmenschen vergeben (vgl. Matthäus-Evangelium 18,21+22). Dazu gehört eine Entscheidung es tun zu wollen und bereit für einen Schlußstrich zu sein. Denn: vergeben heißt vergessen - ‘Fischen verboten!’ steht dann auf dem Schild. Ein weiterer Aspekt aus dem Lied dazu, ebenfalls mit Bibelbezug, es schnell zu tun, d.h. noch ehe an diesem Tag die Sonne untergeht (vgl. Epheser-Brief 4,26+27). Das bewahrt vor aufgestautem und deswegen größer werdendem Groll aufeinander. Oder wie es im Jakobus-Brief 1,19 treffend heißt (auch dieser Verweis steckt im Song):
“Denkt daran, liebe Geschwister: ‘Jeder Mensch sei schnell zum Hören bereit - zum Reden und zum Zorn, da lasse er sich Zeit.’”
Im Lied wird auch der Frieden Gottes angesprochen, der höher ist als der menschliche Verstand (vgl. Philipper-Brief 4,7). Wie wahr! Gerade in solchen zwischenmenschlichen Auseinandersetzungen sind wir mit unserem Verstand, unserer Logik schnell am Ende und zum Frieden unfähig. Wir haben Gottes Friedenszustand nötig, der wirkliche Ruhe und Herzensfrieden schafft.
Am Ende verweist das Lied auf die Berufung der Gemeinde - der Braut Jesu Christi - und auf das Erlösungshandeln des Herrn Jesus. Es begann mit einem “Nerven” am Anfang und entfaltet eine riesige Wirkung, die Gott seinen Sohn kostete. Doch nur so ist Rettung möglich, um von diesem sündigen, menschlichen Zustand loskommen zu können.





Kommentar hinterlassen