Sein Blog verkaufen?

Basic-Thinking-Verkauf: Kommerz oder gute Idee?

Basic-Thinking-Verkauf: Kommerz oder gute Idee?

Ja, das geht. Robert Basic von basicthinking.de macht es gerade. Und richtig, es geht um alles: Domain, Blog, Inhalte, Kommentare. Da haut’s einem die Butter vom Brot, vor allem, wenn man sieht, wie die Versteigerung bei “eBay” schon in den ersten Stunden/ Tagen abgeht. Zur Zeit scheint ganz online-Deutschland darüber zu berichten. Der A-Blogger der Nation (einer von ganz wenigen) gibt vorerst einen Teil seiner Identität auf, bzw. verkloppt seinen “Arbeitsplatz”. Natürlich nicht ohne vorher Zugriffszahlen, seinen Jahresverdienst 2008 und seine neuen Projekte sowie die Verkaufsmotive darzulegen. Insofern fair.

Er legt ziemlich viel offen und durch seine enorme Verlinkung gibt der dem Käufer ein großes Startpotential mit. Insgesamt eine spannende Geschichte, die den sonst bisweilen als verbiestert geltenden Deutschen wohl niemand so recht zugetraut hatte. Robert Basic, übrigens gebürtiger Kroate, ist jedoch eine Frohnatur, optimistisch und nicht in eine Schublade zu stecken. Während seine Neider und Kritiker gerade landesweit die virtuellen Wände hochlaufen ob dieser genialen Verkaufsidee, hat Herr Basic in Kürze mehr als seinen vorherigen Jahresverdienst rein und wird sich mit einem guten Bonus den neuen Blogprojekten (Privatblog und Fachblog) widmen.

Höchst interessant erscheinen die Beweggründe für die recht spontane Aktion: Robert Basic möchte nach drei Jahren mal etwas Neues probieren, eingefahrene, bewährte Gleise verlassen. Und er möchte nicht ewig etwas laufendes “managen”, sondern neu schöpfen, experimentieren, live entwickeln. Das sind doch mal Ansätze und Ziele, die Mut machen, unserer typischen gesetzten Beamtenmentalität zuwiderlaufen. Tausende Blogger in Deutschland würden etwas für diesen Status geben, den Basic Thinking nach gut drei Jahren erreicht hatte: am besten das “Glück” (sprich Jahresverdienst) konservieren und nur noch steigen lassen.

Sicher, Robert Basic kann die neuen Abenteuer dann mit gut gefülltem Geldbeutel (bzw. Familienkasse) angehen, doch die Grunhaltung, die er an den Tag legt, bleibt irgendwie inspirierend, mutmachend und begeisternd. Da blogt jemand mit Leidenschaft und schielt eben nicht ausschließlich auf Bannerwerbungseinnahmen, sondern macht sich auch noch Gedanken über das Leben an sich und über die Zukunft. Eigentlich etwas völlig Normales, im Bloggerzusammenhang dann durchaus etwas Besonderes. Es hat etwas damit zu tun, sich nicht mit jedem Projekt endgültig festzulegen, bereit zu sein für einen “radikalen Schnitt” (und das nach nur drei Jahren!), die Möglichkeit des Scheiterns dennoch immer inbegriffen.

Ich wünsche mir diesen Mut, diese Offenheit und Risikobereitschaft auch für mich: es beginnt damit, sich ein frisches Denken zu bewahren, nicht zu verkrusten. Das schafft kreative Freiräume für Neues, was man bisher nicht zu denken wagte und deshalb nicht getan hat. Nun muss dies keinesfalls heißen, alles sofort in der e-Bucht zu verscherbeln, ich denke es wurde klar, dass es um einen Grundansatz geht oder zumindest darum, das mal zu überdenken.

In diesem Sinne: fröhliches Bloggen, Blogverkaufen und einen Aufbruch zu neuen Ufern.

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

3 Reaktionen zu “ Sein Blog verkaufen? ”

  1. Tja, Dave, wann verkaufst du dein Webprojekt hier? Oder hängst du etwas zu sehr daran? ;)

  2. Nee, im Ernst, soweit ich weiß, gibt es kaum einen, der schon so viele Projekte gestartet hat wie du. Da muß man auch mal Kontinuität walten lassen…

    Bin durch das Erzgebirgsbloggertreffen hierher gekommen, dank online-Infos.

  3. @Flash, #1:
    Tja, ich hab nicht vor, diesen Blog zu verkaufen, ich häng wirklich zu sehr dran. Bei Robert Basic haben ja auch die Umstände dazugepaßt, das sollte man nicht vergessen. Wie gesagt, ich hab das selber nicht vor.

    zu #2:
    Freut mich, dass du über die Erzgebirgsblogger hergefunden hast :-) Kannst beim nächsten Mal im März auch mitkommen, hiermit schonmal eingeladen!

    Was die Projekte betrifft: ja, innerhalb von 12 Jahren relativiert sich manches. Nicht jedes private Projekt war auch langfristig angelegt, manches waren einfach Projekte für eine bestimmte Lebenssituation. in ekkaleo bündelt sich das allermeiste meiner bisherigen Sachen und es ist auf jeden Fall langfristig angelegt :-)

    Übrigens, auch ein interessanter Blog bei dir - wird gleich mal vorgemerkt!

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