Diese Lieder sind nicht vergebens
CD-Release-Konzert von Döhler & Scheufler am 3. Februar 2009 in Dresden
Jazz-Pop im ‘Goldenen Lamm’
(Dresden.) Der dritte Februar 2009 sollte ein Abend des gediegenen Jazz-Pop & Co. in Dresden werden. Bevor Döhler & Scheufler ihr zweite CD-Veröffentlichung feierten, hatte zunächst ein interessantes Trio seinen Auftritt im „Goldenen Lamm“, dem FEG-Gemeindezentrum: triOzean stammen, ebenso wie der Hauptact des Abends, aus der sächsischen Landeshauptstadt und zelebrieren Instrumental-Pop. Was vermeintlich allerweltsmäßig klingt, erklingt live und auf CD sehr jazzig und durchzogen von vielen Einflüssen zwischen Klassik, Grooves und Improvisation. Anspruchsvolle bis eingängige Stücke trugen die Instrumentalisten hier vor, die bei Interfuse Records unter Vertrag sind, einem Newcomer-Label von Daniel Scheufler. – Und damit ist schon der Bogen zur Hauptattraktion gespannt:
10-jähriges Bühnenjubiläum einmal anders
Als Pianist und Arrangeur bzw. Produzent ist Daniel Scheufler eine Hälfte des Duos, Frank Döhler singender und textender Weise die Andere Hälfte von „Döhler & Scheufler“. Kennengelernt haben sich die beiden 1998 und seit Februar 1999 stehen sie auf den Brettern, die für sie auch die „Welt“ bedeuten. Auf den Tag genau zehn Jahre später stellten sie nun bereits ihr zweites Studiowerk vor und präsentierten sich als gereifte Künstler einem ebenso interessierten wie aufgeschlossenen Publikum. Einen schöneren Anlass für so ein Jubiläum kann es sicher kaum geben! Pastor Ulrich Mann nutzte die seltene Gelegenheit und dankte bei der Begrüßung den beiden Musikerfrauen für ihren Verdienst an dieser Kunst und diesem Dienst ihrer Männer. Eine nette Geste, die sehr viel Anklang fand. Nach diesem sympathischen Auftakt gab es dann kein Halten mehr und die lang erwartete Band betrat endlich die Bühne im „Goldenen Lamm“: bereits die ersten Takte vom Opener „Auf Gott hin angelegt“ läuteten standesgemäß einen langen und intensiven Konzertabend ein.
CD-Vorstellung plus Zugaben
Während der folgenden knapp zwei Stunden servierten sieben begnadete Musiker bzw. Vokalisten ansprechende, tiefgehende Liedkost, die jedoch keineswegs ihren Unterhaltungswert verleugnete. In dieser Besetzung spielt die Truppe nur sehr wenige Konzerte im Jahr, schon deshalb war das Konzert etwas Besonderes. Und mit dem Gastspiel ihres neuen Ko-Produzenten Samuel Jersak (Sarah Kaiser & Co.) haben sie einen guten Griff getan. Der Jazz-Pianist fügte dem gut abgemischten Sound interessante Klangfarben hinzu. Interessant waren für mich auch das Spiel des jungen Perkussionisten Benjamin Scheufler (Daniels Bruder!), des Bassisten Mirko Schmidt und ebenso des Schlagzeugers Toni Müller. Die Performance dieser Profimusiker war für mich begeisternd und immer wieder spannungsgeladen. Im Vergleich zur CD gab es hier allerlei live-Details zu entdecken, obwohl ich staunte, wie nahe am „live“-Feeling sich das Studiowerk bereits befindet. Einziges Manko war das Fehlen von Backgroundsängerin Laura Bellon in Dresden. Die Männer gaben ihr Bestes, doch ganz konnten sie freilich die weibliche Stimme nicht ersetzen. Dennoch funktionierten die neuen Songs live auf ihre ganz eigene Weise.
“Unter Seinen Flügeln” (Ausschnitt):
(Videolink)
Döhler & Scheufler spielten mit ihrer Band alle elf Titel von jenem Opus namens „Nicht vergebens“, dazu gesellten sich drei Titel ihres Vorgängerwerkes „… trotz Niederlagen“ (2005 Ostwind Musik) und zwei Mitsing-Einlagen. Gerade diese Einlagen lockerten das Konzert sehr raffiniert auf, ohne zu sehr vom roten Faden der Album-Titel abzulenken. Das Stück „Seit Zweitausend Jahren“ beleuchtet die Geschichte von Jesus und seinen Anhängern; ein starkes neues Lied, das ich gern wieder hören möchte! „Dir gehört das Lob“ ist als deutsche Version von „Blessed Be Your Name“ (Matt Redman) durchaus populär und sorgte für einen stimmungsvollen Publikumschor, bevor es mit der deutlich-deutschen Liedermacherei weiterging.
Erlebtes mit Klarheit und Poesie
Prägende Elemente des Konzerts waren – wie kaum anders zu erwarten – Frank Döhlers helle und klare Stimme sowie das überragende Pianospiel von Daniel Scheufler. Eine gewinnende Kombination. Hinzu kommt die verblüffende Bühnenpräsenz des Sängers, der wie selbstverständlich diesen Raum nicht nur ausfüllt, sondern mit Leben einhaucht. Genau dieses gewisse Etwas schafft die Atmosphäre für die Inhalte der Lieder, dem Hauptfokus des Abends. Döhler & Scheufler lassen nicht eine Sekunde Zweifel an ihrem Glauben an Gott, den sie jedoch ganz natürlich zum Ausdruck bringen. Die Texte von Frank Döhler bringen Erlebtes zur Sprache, einerseits mit einer entwaffnenden Klarheit, andererseits mit einem poetischen Anspruch, der jederzeit ein gesundes Sprachgefühl wahrt. In den wenigen, dann aber humorvollen und anekdotischen Hinleitungen zu einzelnen Liedern kommt die Lebenswirklichkeit der beiden Künstler zum Ausdruck, die sich auch als Evangelisten verstehen: mit beiden Beinen im Leben, von Abgehobenheit keine Spur. So ist die Brücke zum Publikum schnell geschlagen, es ist „Kommunikation“ auf Augenhöhe konnte man meinen, wohlgemerkt dessen, dass ihnen vielleicht nicht jeder zustimmen mochte.
Göttliche Werte als Antwort
Die Treue Gottes war ein verbindendes Thema während des Konzerts: die Lieder beleuchteten ganz verschiedene Aspekte dieser Heiland-Treue, die sich in schützenden Engelsflügeln bei Bedrängnis („Unter Seinen Flügeln“) oder in göttlicher Zuversicht in tiefstem Leid zeigt („Tage von Sturm und Regen“). Treue wird ebenso sichtbar im Versprechen-Halten Gottes, was elementar Seinem Wesen entspricht („Seine Versprechen), genauso wie das umsorgend-werbende Nachgehen bei Schuld und Versagen („Tiefer“). Döhler & Scheufler singen von einem Gott der Bibel, der Menschen trägt, auch wenn deren „stiller Fluss zur Flut wird“ („Was uns trägt“). Genauso ist Er treu, wenn Menschen sich zu Ihm stellen und Salz und Licht in einer Welt sind („Verschweige nicht“), die solche Würze und Helligkeit gut vertragen könnte; gleichfalls göttlichen Segen beim Hunger nach Liebe in unserer Gesellschaft („Segne diese Stadt“). – Aufdringlich wurden diese Verse nicht vermittelt, viel mehr klar und persönlich: die Lieder sprachen zumeist den Hörer direkt an und luden zu einer Antwort ein. Es bleiben daher selbstverständlich Lieder, die auch im Dienst für Kirchen, Gemeinden und darüber hinaus (vor-) gesungen werden können. Es ging und geht um Beides, die Erbauung und Ermutigung der Gläubigen und die Ansprache all derer, die eine Sehnsucht nach Gott verspüren.
Anklänge einer schaffensreichen Zukunft
Wenn man dieses in gewisser Hinsicht einmalige Band-Konzert miterlebt hat, schleicht sich noch immer eine frohe Erwartungshaltung ein, auf das, was noch kommen wird: Döhler & Scheufler werden unter anderem das Projekt ProChrist 2009 bereichern mit ihrer Musik und als Duo, oder mit Band, landauf, landab zu erleben sein. Doch nicht nur dies: Frank Döhler wird ebenso als Evangelist im Auftrag des Herrn in Deutschland unterwegs sein, um vom Gott der Bibel zu berichten, der sein Leben prägt. Daniel Scheufler kann man als Produzent, Arrangeur und Instrumentalist erleben. Somit war das CD-Release-Konzert zum Einen der „Abschluß“ einer sehr intensiven Song-Schöpfungs-Phase und zum Anderen der Auftakt für ein schaffensreiches Jahr in musikalischer wie inhaltlicher Hinsicht. So oder so werden uns also die neuen (und „alten“) Lieder weiter begleiten – und dabei einmal mehr ‚nicht vergebens‘ sein!
“Verschweige nicht”:
(Videolink)
Weitere Informationen:








Hey Dave,
sehr coole Mixtur aus Konzertbericht und Rezension, danke! Das Konzert war echt genial und ich freu mich schon darauf, die gesamte Truppe mal wieder gemeinsam zu erleben.
Auf diesem Wege liebe Grüße an Daniel & Frank: Ihr rockt!
Phil
Danke, freut mich sehr! Ich fand auch klasse, einmal die gesamte Band plus Gäste zu erleben. Nun bin ich gespannt auf die “Duo-Version”… :-)