Leipziger Buchmesse 2009 (Nachlese)

Von Büchern, Biographien und Besucheranstürmen

Buchautor Eberhard Heiße (l.) im Interview mit Helmuth Matthies von ideaSpektrum (Foto: DECKERWEB)

Buchautor Eberhard Heiße (l.) im Interview mit Helmuth Matthies von ideaSpektrum
(Foto: DECKERWEB)

(Leipzig) Nach einigen Jahren war ich wieder mal in Leipzig auf der Neuen Messe und nach weitaus mehr Jahren wieder einmal auf der Buchmesse. Während das so alles nichts Neues mehr war, überraschte mich doch schon bei der Parkplatzsuche der riesige Besucheransturm. In den Hallen war teilweise kein Durchkommen mehr, nur Zentimeter um Zentimeter kam man voran. Neben den Buchverlagen gab es auch Stände von TV-Sendern, Zeitschriften- und Zeitungsverlagen und sonstige Organisationen. In den Ecken und an den Seiten der Hallen gab es mehr gastronomische Angebote als sonst - irgendwie wollten die Massen ja auch versorgt werden … — Ich wollte vor allem am idea-Stand und dessen interessanten Messe-Features versorgt werden. Doch dazu weiter unten mehr!

Neben all den Verlagen und ihren neuen Büchern ist Leipzig besonders für seine Leseinseln und die vielen Lesungen der Autoren bekannt. Schon alleine deswegen fluten die Besucher die Messehallen. Die Autoren und Verlage nehmen diese Art Feedback nur zu gerne an. Somit wächst eine gegenseitige Abhängigkeit, die aber wohl der Buchbranche hilft, nach deren Aussagen zu urteilen. Dennoch, dieses Ansinnen verlangt jedes Jahr nach mehr Pflege und Engagement sowie vor allem eines, Steigerung! — Nun gut, so schön live-Lesungen sein mögen, die begrenzte Anzahl Sitzmöglichkeiten und der sonstige Trubel hielten mich von allzu tiefgehenden Buchrecherchen leider ab. Es war praktisch nicht möglich einmal in Ruhe in Neuerscheinungen zu blättern oder sich tiefgründig zu informieren. Die Buchmesse hatte nach meinem Empfinden eher Volksfestcharakter als eine Buchmesse im Eigentlichen Sinne zu sein. Die Gastronomiemeile in der mittleren Glashalle mutete wie ein riesengroßer Kaffeehausgarten an, dazu gesellte sich eine eigenartige Rummelplatzatmosphäre.

Die große Versorgungsmeile in der zentralen Glashalle (Foto: DECKERWEB)

Die große Versorgungsmeile in der zentralen Glashalle (Foto: DECKERWEB)

Für ziemlich viel Aufsehen sorgten auf dem gesamten Messegelände die jungen Leute in ihren phantasievollen und meist sehr aufwändigen Verkleidungen nach entsprechenden Comic-Vorlagen. Die mischten sich ganz natürlich unter die Besucher und tauchten wirklich überall auf. Diese farbenfrohe, friedliche Menge in der Menge fiel nicht nur durch die Kostüme sondern auch durch ihre vielen Posen bzw. Fotoshootings auf. In einer der Messehallen gab es einen extra-Comic-Bereich, eine Art Messe in der Messe, wo die Szene Zuhause war. Für mich war das eine interessante, dennoch sehr ungewohnte und fremde Welt. Das Erlebnis des Ganzen war jedoch sehr eindrücklich!

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Vorträge nachhören, die am idea-Nachmittag stattfanden

Ja, und nun noch einige Gedanken zu dem, was ich an der “Leseinsel Religion” erlebte. Diesen Gemeinschaftsstand hatte am 14. März 2009 die Evangelische Nachrichtenagentur idea e.V. gemietet und präsentierte dort ein interessantes und abwechslungsreiches Programm. Eberhard Heiße wurde zu seinem neuen Buch, seiner Autobiographie “Durchs Rote Meer und andere Wüsten”, interviewt. Einige Hintergründe und Episoden zu seinem Leben in der DDR-Diktatur konnte man so live erfahren. Leider waren die eingeplanten 45 Minuten viel zu kurz dazu, eigentlich hätte man den ganzen Nachmittag dafür gebraucht, um den Diakon aus dem Erzgebirge, der jetzt in Sonnewalde bei Berlin, lebt, zu Wort kommen zu lassen. Dennoch wurde die Lust auf das spannende Buch geweckt!

Nach ihm stand Dr. Theo Lehmann vor dem großen idea-Banner, er hatte seine Autobiographie (“Freiheit wird dann sein”) bereits fünf Jahre vor Heiße herausgebracht. Lehmann stand Rede und Antwort zu verschiedenen aktuellen Themen wie Terrorismus & Glaube, Evangelisation und Gottesdienstgestaltung. Hier war es durch die Feature-Form möglich auch mehr Fragen aus dem Publikum zuzulassen. Der Evangelist und Autor nahm wie gewöhnlich kein Blatt vor den Mund und bekannte sich klar zu seinem Herrn Jesus Christus und warb für die ungebremste Verkündigung des Evangeliums, was die Hauptaufgabe von Kirchen und Gemeinden sei.

Liedermacher Jens Bräunig sorgte für wohltuend inspirierende Abwechslung (Foto: DECKERWEB)

Liedermacher Jens Bräunig sorgte für wohltuend inspirierende Abwechslung
(Foto: DECKERWEB)

Vor und nach den Interviews gab es immer besinnliche Lieder mit Liedermacher Jens Bräunig, ebenfalls aus dem Erzgebirge. Seine Stücke mit erlebten Texten machten Mut zum Mitsingen und auch “Gedankensammeln”. Zum letzten Vortrag von Michael Kotsch (Bibelbund e.V.) war ich leider nicht da, denn irgendwann wollte ich ja auch mal durchs Messegelände streifen… Doch auch bei ihm war das Zuhörerinteresse ungebrochen. Den ganzen Nachmittag waren alle Plätze belegt, das Publikum sehr gut gemischt, interessiert und auch engagiert fragend. In diesem Sinne war es ein gelungener Nachmittag mit Information und Evangelium, wofür man idea nur danken kann! 2010 wird es natürlich eine Fortsetzung geben - sowohl der Messe als auch mit dem idea-Programm … :-)

 
Hinweis: Die Vorträge können hier nachgehört werden, danke an Thomas Schneider von idea-Ost! – Bei ihm gibt es auch weitere Impressionen

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

2 Reaktionen zu “ Leipziger Buchmesse 2009 (Nachlese) ”

  1. Und hier gibt es noch einen Schwung mehr Impressionen aus Leipzig: http://www.literaturkritik.tv :) Grüße, Bettina

  2. @Bettina:
    Herzlich willkommen hier! — Danke für den Link und die Impressionen!

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