ProChrist 2009 - Lieder zum Staunen
Der offizielle ProChrist-Soundtrack 2009
ProChrist 2009 kommt natürlich nicht ohne Musik aus. Wie es mittlerweile gute Tradition ist, wurde im Vorfeld des Ereignisses eine Musik-CD veröffentlicht. Erschien die Vorgänger-Scheibe für 2006 noch bei drei Verlagen, so ist es heuer nur noch einer. ‘Keine Experimente mehr’, so könnte das Motto der Produktion “Lieder zum Staunen” lauten. Geradliniger Gospel-Chor-Pop erklingt hier, mit leichtem Hang zum Bombast, dazwischen gibt es eher Liedermacher-orientierte Stücke. Es ist praktisch kein Sampler mehr, sondern die Musik ist aus einem Guss. Dabei nehmen die Tracks 10-15 allerdings eine Art Sonderstellung ein, zumindest inhaltlich. Als “Erinnerungen unterm Kreuz - Collage” geht es dabei um das Ostergeschehen nach dem biblischen Evangelium. Erfreulicherweise wurde auf allzu schwerwiegende Stilwechsel verzichtet.“Keiner kann mich zwingen,
ich will selber glauben,
wird es mir gelingen?
Ich kann es kaum fassen,
muss mir nichts verdienen,
darf mich beschenken lassen.
Und aus der Tiefe aller Fragen,
fast zu schön, um wahr zu sein,
erwächst ein Staunen, ein Staunen.”~2. Strophe von “Staunend stehen wir”, #7
Hans Werner Scharnowski und Egil Fossum verantworteten die Produktion und Komposition des Konzeptalbums. Der Sound ist wesentlich einheitlicher als auf dem Vorgänger und insgesamt sympathischer, da näher am aktuellen Trend orientiert. Einige Titel sind recht opulent geraten, mit Streichern und ausgefeilten Gesangssätzen, wie etwa bei “Hoffnung erwacht” (#6). Als Rückgrat des Gesangs fungiert dabei der Chorlight-Gospelchor (firmiert als ‘ProChrist-Chor’), flankiert von zahlreichen Solisten. So kann man unter anderem Anja Lehmann, Sebastian Cuthbert, Pamela Natterer, Jan Primke (Living Gospel Schalksmühle), Benjamin Gail und sogar Torsten Hebel (!) hören. Zudem sind die Bolyki Brothers aus Ungarn bei einem Track vertreten (#8, “Sende dein Licht”). Die Mischung der Soli bzw. Duette ist sehr gelungen und macht in der Summe wirklich Laune! Die Arrangements sind sehr eingängig geworden, weitaus weniger gestelzt als auf manchen vorherigen ProChrist-Alben; sogar einen Reggae-like Titel gibt es mit “Staunend stehen wir” (#7) :). 2009 liegt der Fokus mehr auf dem Zusammenwirken vieler verschiedener Künstler, nicht so sehr auf den Solo-Einflüssen. Dies tut dem Musikkonzept gut - und bekanntlich wird davon auch vieles ins live-Programm übernommen!
“Wir sind Gottes Kinder
und dürfen seine Broten sein.
Er gab seinen geist,
so sind wir nicht allein,
und nun stehen wir zusammen
und wollen Licht sein in der Welt,
das ist die Botschaft, die zählt!”~Refrain von “Licht sein”, #3
Bei den Texten gibt es fast noch mehr Kontinuität als bei der musikalischen Umsetzung: neun von fünfzehn Liedern hat Heidi Schmidt getextet, vier Lyriks Liedermacher Klaus-André Eickhoff und je einen Text haben Albrecht sowie Jürgen Werth beigesteuert. Die Grundstimmung ist positiv und lebensbejahend; es sind schon fast gesungene Predigten: Ganz im Stil der ProChrist-Gottesdienste sprechen die Lieder den Verstand, das Gewissen und die Erfahrung des Zuhörers an. Natürlich sind die Lieder auch emotional - es ist Musik! - jedoch keinesfalls überschwenglich. Getreu dem ProChrist-Motto haben natürlich auch Zweifel und Fragen ihren Raum, hierbei wurde versucht alles in eine authentische Alltags-Rhetorik zu bringen, wo sich viele Hörer drin wiederfinden werden.
In der Kreuzes-Collage mit ihren sechs Teilen geht es um Menschen, die auf ihre Erlebnisse mit Jesus zurückblicken. Die Idee ist gut, denn so wird deutlich, wie verschieden die Reaktionen sind auf den einen lebendigen Herrn. Da spricht das Leben deutlich, aber auch der Weg zum Staunen wird plastisch: gesungen wird von Pilatus, den Jüngern und der Frau am Brunnen. Dazu kommen Ich-bin-Worte von Jesus selbst, eine Perspektive auf das Gotteslamm sowie ein ‘Wir-Lied’ aus der Sicht von heute, das dem Motto “wir haben gefragt und gesehn” folgt.
“Er sprach mit mir, sah mich an,
veränderte alles in mir.
Ich beginne neu, durch seine Kraft,
die Hoffnung in mir schafft.
Lebendiges Wasser gab er mir,
die Quelle, die nie mehr versiegt,
bin ein neuer Mensch und fühle mich
von Gott geliebt!”~Refrain von “Lebendiges Wasser (Die Frau am Brunnen)”, #12
Nach einigen Durchläufen fand ich dieses Werk richtig klasse: sehr infektiöse Musik und meist textlich herausfordernde Kost laden völlig unverkrampft ein, sich Gedanken zu machen über den Sinn des Lebens. Die Lieder schaffen den Brückenschlag von der Alltagstauglichkeit (beim Arbeiten, Autofahren usw.) hin zu geistlicher Besinnung. Einige Stücke dürften durchaus auch zur Nachahmung in der gemeindlichen (und evangelistischen!) Arbeit vor Ort einladen - ein entsprechendes Musikerensemlbe vorausgesetzt. Das entsprechende Liederbuch ist jedenfalls vom Start weg lieferbar (sie nebenstehenden Link).
Also: Lieder weniger zum “Staunen” als viel mehr zum perfekten ProChrist- und Hausgebrauch. … und nach all den Fragerunden, Erfahrungen und all dem Austausch, vielleicht dann doch zum Staunen? Wer’s wissen will, sollte hinhören!
Daten: 15 Titel / 60 Min.
Musikstil: Pop, Gospel, Liedermacher
Label(s): 2009 SCM Hänssler, Holzgerlingen / online
Im Web: offizielle Seite / Verlag






Finde die Ausschnitte, die du hier zitierst, echt schön, vor allem den Refrain von Lebendiges Wasser.. muss ich mir echt mal alles anhören :)
Ja finde ich auch schön!!!
Ist die neue ProChrist 2009 schon erschienen???
Ich meine echt schön!!!!
Dem schließe ich mich an. Mir gefällt vor allem der Refrain von “Lebendiges Wasser” :-)