Linke Geschichtsverdrehung, Desinformation und Vereinnahmung

Aufstehen gegen Geschichtsfälschung: Junge Union und Jungliberale in Sachsen (Foto: DECKERWEB)

Aufstehen gegen Geschichtsfälschung: Junge Union und Jungliberale in Sachsen
(Foto: DECKERWEB)

Am heutigen Samstagvormittag ging die Junge Union Sachsen & Niederschlesien auf die Straße. Aus gutem Grund: Damit sollte auf die Versuche der SED-Nachfolgepartei “DIE LINKE” aufmerksam gemacht werden, womit sie die Friedliche Revolution von 1989 für sich vereinnahmen und in ihrem Sinne umdeuten wollte. — Dagegen aufzustehen und die Stimme zu erheben, ist für mich eine Selbsverständlichkeit und auch ein Ausdruck meiner Verantwortung als Christ. Es gibt bestimmte Anlässe, wo man einfach nicht (mehr) schweigen kann.

Was wir dort erlebt haben, als 50 junge Leute - zusammen mit den Julis, den Jungliberalen aus Sachsen -, war ein Wechselbad der Gefühle. Vor der Fassade der “Deutschen Werkstätten Hellerau” vor den Toren Dresdens, unter wehender Sachsen- und Deutschlandflagge (welche Symbolik!), warteten wir auf die ersten Besucher des Kongresses und empfingen sie dann mit Transparenten und, aus Leibeskräften, einem Meer aus Pfiffen! Das hatten die meisten der Anreisenden nicht erwartet, suchten verstört und beschämt das Weite oder begannen verbal über uns herzufallen. Die Parteistrategen hatten im Hintergrund schnell ihre linken “Heuchler”-Plakate aufgestellt und wollten “Blockflöten” verteilen, doch diese Aktionen gingen nach hinten los. Ein beherzter JU’ler stimmte auf einer Blockflöte unsere Nationalhymne an und wir sangen bewegend und wirkungsvoll den Text - so text- und hymnensicher hab sich selten die junge Generation erlebt!

Die spontane Aktion war sehr erfolgreich und hat uns als Beteiligten nicht nur Spaß gemacht, sondern war höchst sinnvoll und verantwortlich. Die Demonstration stand unter dem Motto: “Wo war die SED-PDS-Linke im Herbst 1989?”, gefolgt von dem Untertitel “Das Volk sind WIR - gehen müßt Ihr!” Die Rede dazu hielt der CDU-Bundestagsabgeordnete Arnold Vaatz, seit eh und jeh ein Kritiker der SED bis hin zur “Linken”. Während unserer Präsenz stoppte spontan ein Autofahrer seinen Mercedes, veranstaltete ein großes Hupkonzert und reihte sich bei uns ein! Eine starke Geste, die Zivilcourage zeigt!

War ein Saarländer nicht genug?! - Flyer der Sächsischen JU.

War ein Saarländer nicht genug?! - Flyer der Sächsischen JU.

Demgegenüber standen erschreckend offenbarende Äußerungen eines Diskutanten der “Linken”, wo mehrfach ein Satz fiel: “Wenn die Stasi richtig gearbeitet hätte, würde es Dich/ Euch gar nicht geben.” — Diese Dreistigkeit ist nicht zu überbieten und zeigt einmal mehr die ideologischen Wurzeln dieser Leute. Die Stasi war ‘Schild und Schwert der Partei’; selbst 19 Jahre nach der Stürmung der Stasizentrale in der Berliner Normannenstraße bekennen sich die kommunistischen Sektierer zu ihrem Gedankengut. Solche Vorfälle sind keine “Ausnahmefälle”, sondern offenbaren den “realsozialistischen Normalfall”! Überdies sind diese Geschichtsumdeutungskongresse von den Parteistrategen taktisch bewußt platziert und gezielt vorbereitet: 20 Jahre nach der friedlichen Revolution meint man offenbar, man könnte gesellschaftliche Veränderungen nutzen, um das Volk erneut mit Desinformation und Vereinnahmung zu überziehen. Man glaubt allen Ernstes mit solchen Aktionen durchzukommen. Doch diese Agitation und Propaganda folgt ganz den Vorzeichen, die man während 40 Jahren DDR erlernt hat: Desinformation zur Volksverdummung und Geschichtsverdrehung zum Machterhalt. Leider sind diese Politiker nicht bereit aus der - ihrer eigenen - Geschichte zu lernen. Traurig.

Doch unsere Demo war den “Linken” höchst peinlich. Eigentlich wollen sie ihre unrühmliche Vergangenheit - Schießbefehl, Mauerbau, Stasiknäste - gern hinter sich lassen, allzuoft werden die Idelogen jedoch von ihr eingeholt. Dazu kam an diesem Samstag noch ein weiteres sehr unrühmliches Ereignis: K. Nolle, SPD-Landtagsabgeordneter, sowie selbsternannter Moralisierer und “Aufklärer” gesellte sich fast wie selbstverständlich zum Kongress der Linken, verbrüderte sich sozusagen mit ihnen, direkt neben uns. Dabei hatte tags zuvor “sein” SPD-Generalsekretär aus Sachsen noch offensiv Stellung gegen die linke Veranstaltung bezogen. Der eigensinnige Abgeordnete möchte vermutlich schon eine rot-rote Koalition für die Zeit nach den Landtagswahlen im Freistaat anbahnen, meinten böse Zungen vor Ort … Für uns als junge Generation war diese Anbiederei eine ungeahnte Frechheit und ein politischer Schlag ins Gesicht vom sächsischen Koalitionspartner!

Dabei verkennt die “Linke” offenbar neueste Entwicklungen im Lande: in Sachsen ist die SPD erstmals seit vielen Jahren in Umfragen wieder an den SED-Nachfolgern vorbeigezogen. Das ist ein erstes Achtungszeichen und läßt hoffen, dass die sachorientierten Kräfte der Sozialdemokraten solche Linksanbiederer wie Nolle nicht nur stellen, sondern sie vor allem bei Wahlen die Kräfte zur Mitte hin weiter stärken. Man kann, wie einst Altministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU), nur hoffen, dass die SPD mit gesundem Abstand vor der “Linken” bei den Wahlen punktet und damit die sächsische Demokratie weiter stärkt.

Über den Autor

David Decker

Ein Erzgebirger, Jahrgang 1977. Musikliebhaber, Radfahrer, Webseiten- und Bücherleser, Kommunalpolitiker, Gemeindemitarbeiter, Gotteskind, Blogger, WordPress-Anwender... Und: Herausgeber von ekkaleo.de [weitere Infos hier...]

11 Reaktionen zu “ Linke Geschichtsverdrehung, Desinformation und Vereinnahmung ”

  1. Öhm der Fairness-halber hättest du erstmal den Kongress dort verlinken sollen. Ich habe nämlich keine Ahnung von was für einen Kongress du redest. Denn ich als Historiker hätte mir doch gern mal angeguckt, was denn jetzt die konkreten Fälschungen dieses Kongressen sind.
    Abgesehen davon finde ich es kein besonderes Zeichen von “Zivilcourage, Verantwortung und Freiheit” mit wehenden Fahnen gegen ein Kongress von der Linkspartei zu demostrieren.
    Überhaupt symbolisiert der Blogeintrag, der stellenweise einfach nach Dekonstruktion schreit, alles was mich an dem institutionalisierten Austausch von Phrasen, den man demokratischen Diskurs nennt, nervt und verdriesslich macht.
    Superwahljahr? Oh mein Gott.

  2. @Arne:
    Herzlich willkommen hier!
    Links: ja, hätte ich machen können, hab ich aber bis jetzt nicht. Ich hatte mich entschieden, erst einmal nur zu den beiden einladenden Organisationen zu verlinken. Evtl. biete ich noch eine Linksammlung am Fuße des Artikels an. Es trudeln hier und da noch andere thematisch passende Artikel ein.

    Der eigentliche Knackpunkt, auf den auch meine Überschrift hinweist, ist die Vereinnahmung der Friedlichen Revolution an und für sich, insbesondere auch des Ausspruches “Wir sind das Volk”. Darin liegt bereits die Verhöhnung der Ereignisse von ‘89. Man macht sich als SED-PDS-Linke das zum Leitspruch, was einem einst den Teppich unter den Füßen wegzog, und will dennoch daraus politisches Kapital schlagen. Das zeigt einerseits, wie hilflos diese Partei nach wie vor mit ihrer Vergangenheit umgeht, andererseits aber auch die unüberbietbare Dreistigkeit denen gegenüber, die 1989 aufgrund eben jener Stalinisten auf die Straße gingen.

    Wenn dich dieser Artikel nervt ist das deine Sache. Allerdings möchte ich ein Mißverständnis von vornherein ausschließen, nämlich das es keinen Diskurs gegeben hätte: Den gab es in der eigentümlichen Form, wie es am Rand solcher Aktionen wohl üblich bzw. möglich ist. Fast alle von uns haben sich auf die “Diskussionen” bzw. verbalen Provokationen der Linken vor dem Eingang des Tagungsortes zunächst eingelassen. Allerdings war uns auch klar, dass wir diese Altstalinisten nicht überzeugen konnten/ können (umgekehrt gilt es genauso!). Darum ging es auch gar nicht in, sondern um Benennung dessen, was da geschieht und um ein Signal nach außen zu setzen. Wir haben nicht zu einer Kuschelveranstaltung aufgerufen, sondern ganz klar zu einer Demo, zu friedlichem Protest. Dass dies notwendig war, zeigen u.a. die Äußerungen zur Stasi, die uns entgegengehalten wurden. Dies war auch keine “Wahlkampfaktion” im eigentlichen Sinne. Es ging m.E. eher um eine Auseinandersetzung um Bedeutung und Deutung von Ereignissen, die doch schon einige der Anwesenden JU’ler bzw. Julis schon als Teenies bewußt miterlebt haben!

  3. hallo david, ich hätte auch für euch gehupt! Früher war eben nicht alles besser!

  4. Finde ich gut dass mal der Finger in die Wunde gelegt wird wie sich die “Linken” 1989 verhalten haben…

  5. Und wo ist die Junge Union im Frühling ‘09, während die Regierung Überwachung und Zensur wieder einführt? Natürlich voll dabei: http://www.golem.de/0904/66556.html

    Sorry, aber die CDU ist nicht wegen ihrer Vergangenheit, sondern aufgrund ihrer Gegenwart unwählbar! Und ich wünschte auch dagegen würden mehr Christen aufstehen und ihre Verantwortung wahrnehmen.

  6. @Thomas:
    Herzlich willkommen hier!

    Zum Thema: Zunächst, die Junge Union ist da.
    Wo wird Überwachung und Zensur eingeführt? Hast du die Meldung richtig gelesen und dich mit dem Thema befaßt oder “treibst du nur eine Sau durchs Dorf”? Der Vorschlag, der hier zur Diskussion steht ist zunächst ein Vorschlag, nicht mehr, nicht weniger. Und er kommt von? - Von einer Vereinigung eines CDU-Landesverbandes, d.h. auch nicht von der “Mutterpartei” selbst. Als langjähriger YouTube-Nutzer und Interessierter an einem sicheren, geordneten Leben (auch online) kann ich solchen Vorschlägen durchaus etwas sehr gutes abgewinnen: hier machen sich Leute durchaus sinnvolle Gedanken, versuchen auch zu differenzieren. Man sollte auch nach dem Motiv fragen: nämlich Sicherheit und Schutz für den Normalbürger, also die übergroße Mehrheit. Ob die Eingabe der Nummer solch einen Schutz bringt, steht auf einem anderen Blatt. Allerdings sei eingewendet, dass viele Menschen ohne viel Nachdenken viele viele persönliche Daten preisgeben online, aber gleichzeit über solche _Vorschläge_ aufregen. Da ist auch viel Schizophrenie im Spiel!

    Nun sehe ich den Vorschlag nicht als eine endgültige Lösung des wohl bewußten Problems, aber vielleicht ein Diskussionsanfang zur Lösung dahin. Als Mitglied eines anderen JU-Landesverbandes kenne ich die Diskussionskultur solcher Verbände und Veranstaltungen, d.h. hier liegt was auf dem Tisch, zur Auseinandersetzung - bis so etwas Gesetz wird ist es noch ein ellenlanger Weg. Das Vergessen viele, viele Leser und “Diskutanten”, ebenso die Medien, die es verbreiten. Gestern lief die Überschrift noch unter “CDU fordert …”, heute teilweise schon korrigiert von den Institituten in “JU NRW fordert …”. D.h. auch Medien sind manchmal lernfähig! Vielleicht sind wir es ja auch?

    Ich stehe dem Vorschlag bzw. diesem Thema weder begrüßend noch ablehnend gegenüber, sondern ganz nüchtern und gelassen - ich möchte uns alle dazu ebenso einladen!

  7. Ja, in dem verlinkten Artikel geht es nur um einen Vorschlag der JU eines Landesverbandes, richtig. Reale Politik ist das, was Herr Schäuble und Frau von der Leyen derzeit fabrizieren: da geht es um die Schaffung einer Zensureinrichtung (derzeit per DNS) und Überwachung (Onlinedurchsuchung etc.).

    Und meine Frage zielte darauf, wie die JU darauf reagiert! Bisher habe ich von Seiten der Union keine kritische Stellungnahme dazu gehört. Im Gegenteil, das einzige was die Tage von der JU zu hören war, war o.g. Vorschlag. Mich würde mal deine Meinung zu dieser Entwicklung interessieren. Ich weiß, dass du das Internet schon sehr lange aktiv nutzt. Von daher kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass du mit diesen Plänen wirklich konform gehst. Nur frage ich mich, warum in der Union dann keiner den Mund aufkriegt.

  8. Deinen Artikel finde ich super
    Gruß
    Peter

  9. Fand deinen Artikel sehr interessant, hätte aber gerne gewusst was das für ein Kongress war?
    gruß

  10. Dem kann ich nur zustimmen super Artikel.

  11. Informativer Artikel, besonders gefällt mir deine Argumentation!
    Weiiter so!

Kommentar hinterlassen

Du kannst folgende XHTML Befehle einsetzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <blockquote cite=""> <code> <em> <strong>