ProChrist 2009 - Nette Unterhaltungsabende oder Evangelium in den Alltag?
ProChrist geht vom 29. Marz bis 5. April 2009 in die 7. Auflage - das Evangelium kommt von Chemnitz via Satellit nach Deutschland und Europa. Gott sei Dank!
Allerdings stellen sich mir ein paar Fragen: Werden es für uns lediglich ein paar schöne christliche Unterhaltungsabende oder wird es mehr? Ist es uns wichtig, die frommen Prominenten auf der Leinwand in irgendeiner Kirche oder einem Kulturhaus “hautnah” zu erleben? Oder ist es uns viel wichtiger, dass das Evangelium stadtbekannt und “dorfrelevant” wird?
Es ist gut, wenn Christen zahlreich an den Veranstaltungen teilnehmen und das mit Begeisterung. Noch besser ist es, wenn sie die 8 Tage - sowie die Zeit davor und danach - intensiv begleiten. Durch Gebet, Gesprache und Gelegenheiten.
ProChrist bietet die unglaublich gute Möglichkeit in der Öffentlichkeit zu zeigen, wie alltags- und gesellschaftsrelevant das Evangelium ist. Ulrich Parzany und das ganze Team sind dabei nicht nur auf ProChrist eingestellt, sondern tatsächlich “pro Christus”. Die Frage ist, ob wir es auch sind bzw. sein wollen? Sind wir pro, wenn es drauf ankommt? Mitten im Alltag? Mitten in der ProChrist-Woche, wenn wir in irgendeiner Weise gefragt werden? Es geht nicht um Besserwisserei oder Überheblichkeit, sondern um authentisches Licht-sein. So, wie die Bibel sagt: »Ihr seid das Licht der Welt. Wie eine Stadt auf einem Berg, die in der Nacht hell erstrahlt, damit alle es sehen können.« (Matthäus-evangelium 5,14 - Neues Leben Übersetzung).ProChrist steht unter dem Motto “Zweifeln und Staunen”. Ich finde das echt gut. Denn es holt uns alle mitten im Leben ab, verschweigt Zweifel und Versagen nicht. Die Menschen wollen wissen, wie gerade wir Christen mit unseren Problemen fertig werden (besonders in Krisenzeiten wie diesen). Lassen wir uns in die Karten schauen. Ganz bewusst. Lassen wir doch bitte Fragen und Zweifel zu. — Ein besonderes Geschenk ist es, wenn wir und andere vom Zweifeln zum Staunen kommen: dieser Prozess macht unheimlich Freude und Mut, baut auf. Das biblische Beispiel des Nathanael zeigt es wunderbar (vgl. Johannes-Evangelium 1,43-50). Doch Gott war nicht nur, Er ist lebendig, deshalb heute erlebbar und ansprechbar. Staunen ist möglich!
Wenn uns an jedem ProChrist-Abend der Refrain des Mottoliedes begrust, durfen wir daran denken:
“Ich staune, dass mich Gott so liebt,
ich darf staunen - was Er für mich gibt!
Ich kann nur staunen,
dass Er mich nimmt, wie ich bin.
Ich sehe endlich einen Sinn!”
Liebe, Hingabe, Annahme, Sinn und sogar das Staunen wirkt alles Gott durch Jesus Christus und Seinen Heiligen Geist. Wir sind eingeladen, dieses Evangelium zu verkorpern (es Fleisch werden zu lassen) - und das alles mitten im Alltag, mitten im Erzgebirge.
In diesem Sinne: ProChrist 2009 – Zeit für Zweifeln und Staunen!
—Euer David :)
(Kolumne für die “pusteblume” 02/2009, das Gemeindemagazin der EFG Herold/Erzgebirge - bearbeitet für die Webversion)







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