Soziale Netzwerke in der Mitte der Gesellschaft?
In letzter Zeit nutze ich sehr oft facebook, nach meiner Ansicht eines der besten und “sinnvollsten” Netzwerke. Und genau da gewinne ich immer mehr den Eindruck, dass diese Dinger die Mitte der Gesellschaft erreicht haben. Zu quasi allen sinnvollen und sinnlosen Themne gibt es Gruppen und Unterstützerseiten und fast alle erdenklichen Personen aus meinem engeren und erweiterten Bekanntenkreis sind inzwischen dort vertreten. Oder das Beispiel Politik: die Parteien und Politiker nutzen mehr und mehr - die wirklich attraktiven - facebook-Angebote. Manche mögen diesbezüglich aufschreien, ich jedoch finde diesen “Trend” sehr gut. Gerade in die Politik, egal ob national oder “nur” kommunal, bringt es eine ganz neue Dynamik hinein. Und das ist immer gut, denn es soll (und muss!) ja volksnah sein. Insofern ist es folgerichtig, dass die Politiker dahin kommen, wo das Volk sich trifft - und voll mitmachen! Gleiches gilt für die Frommen, also Pfarrer, Kirchen, Gläubige. Immer mehr sind sie auch bei facebook & Co. anzutreffen. Vielmehr vielleicht noch bei Twitter: da zwitschern viele Pfarrer, Pastoren, Gemeindemitarbeiter und ganz viel “Fußvolk”. Auch das ist zu begrüßen: Kommunikation findet statt, lebendiger Austausch, nahezu in Echtzeit. Natürlich ist manches Chatgeblubber dabei, dennoch: es lebt, und genau das zählt erst einmal.
Das Jahr 2009 könnte für die Sozialen Netzwerke in Deutschland den endgültigen Durchbruch bringen - sofern der nicht schon längst passiert ist. Durch die vielen Wahlen, u.a. Europawahlen und Bundestagswahlen, gibt es einen unheimlichen Schub bei allen Services à la Twitter, facebook, VZ usw. Die wahlkämpfende Nation wird für einen riesigen Output und Input bei diesen Diensten sorgen. Das wird auch die noch nicht internetmäßig sozial vernetzten Otto-Normaluser beeinflussen, in Richtung dieser Communities umzudenken oder sich überhaupt mal solchen “Gedanken” zu stellen. Und somit wird meines Erachtens die sogenannte kritische Masse schnell erreicht: man muß dabei sein, weil inzwischen quasi alle anderen dabei sind - der Druck wächst, wird sozusagen “kritisch” …
Gerade für Kirchen und Gemeinden sowie deren Mitarbeiter und Mitglieder liegt eine große Chance im Verwenden solcher Angebote: Kommunikation findet unmittelbar statt und mitten im Alltag. Man ist gezwungen natürlicherweise mit der Zeit zu gehen und nicht nur “aufgesetzt”. Gleiches gilt entsprechend für die Politik. Zudem kann man manchen Mehrwert davon nutzen und Synergie- bzw. Einspareffekte so ganz nebenbei mitnehmen.
Ich möchte mit diesen paar Impulsen hier keineswegs sagen, dass Kommunikation und Vernetzung in der realen Welt zu vernachlässigen wäre, ganz im Gegenteil! Dennoch sehe ich in den neuen Diensten ein großes Potential, an dem wir alle nicht mehr vorbeikommen werden, ob wir es wollen oder nicht: facebook und andere Sites werden unseren Alltag mitbestimmen, ja, sie tun es eigentlich schon längst. Die Frage wird sein, wie können wir das Beste daraus machen?






Wer kennt sich denn mit den ganzen Netzwerken aus, wo soll man noch überall sein, wer hat den noch die Zeit, sich damit zu beschäftigen?
Mag sein dass es für viele Jüngere ein netter Zeitvertreib ist und für einige aus gesellschaftlich notwendig aber mal ehrlich - gewinnt unsere Gesellschaft etwas, wenn wir wertvolle Zeit verwenden um dies und das zu lesen oder hier und dort einen Kommentar schreiben? Könnte man die Zeit nicht sinnvoller nutzen?